Auch Kaufhäuser öffnen

Bremen fährt in der Corona-Krise den Einzelhandel vorsichtig hoch

Tristesse im Weserpark: Das könnte sich ab Montag wieder ändern. Auch im Einkaufszentrum am Bremer Kreuz dürfen die Läden auf einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern wieder Waren anbieten. Foto: SUSSEK
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Tristesse im Weserpark: Das könnte sich ab Montag wieder ändern. Auch im Einkaufszentrum am Bremer Kreuz dürfen die Läden auf einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern wieder Waren anbieten.

Bremen - „Erste Schritte zurück ins normale Leben“ enthält die neue Rechtsverordnung, die der rot-grün-rote Senat am Freitag vorgelegt hat. Sie basieren auf den Empfehlungen, die die Bundeskanzlerin und die 16 Ministerpräsidenten am Mittwoch verkündet haben.

„Wir gehen mit den Lockerungen bis an die Grenze des Vertretbaren“, sagte Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD). „Der Rückgang der Infektionszahlen ist schließlich nur ein fragiler Zwischenerfolg.“ Unter anderem wird ab Montag das Geschäftsleben wieder hochgefahren. „Wir geben dem Einzelhandel wieder Perspektiven“, sagte Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke).

Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von maximal 800  Quadratmetern dürfen wieder öffnen. Auch größere Geschäfte, unter anderem Kaufhäuser, dürfen öffnen, müssen aber eben ihre Verkaufsfläche auf 800 Quadratmeter reduzieren, ergänzte Innensenator Ulrich Mäurer (SPD). Und auch die großen Shopping-Center – Weserpark, „Waterfront“ und Roland-Center – dürfen wieder öffnen, wenn sie ein schlüssiges Konzept vor allem für die Gemeinschaftsflächen vorlegen. Das heißt unter anderem: Die Foodcourts müssen geschlossen bleiben. Unabhängig von ihrer Größe dürfen zudem Buchhandlungen, Autohäuser und Fahrradläden öffnen. Voraussetzung sind Hygienemaßnahmen, Zugangssteuerung, Abstandsregelung und so weiter. Bovenschulte appellierte an die Bremer, beim Einkaufen und bei Fahrten in Bussen und Bahnen Alltagsmasken zu tragen, vor allem, um andere zu schützen. „Rücksicht und Disziplin retten Menschenleben“, sekundierte Bürgermeisterin und Umweltsenatorin Maike Schaefer (Grüne). Ihren Angaben zufolge sind derzeit in Bremen noch 1 200 Geschäfte geöffnet. Deren Zahl könnte sich auf 3 200 erhöhen. Das sorgt wieder für mehr Leben in der Stadt. Darum soll auch der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) wieder hochgefahren werden. „Mobilität muss sich anpassen“, so Schaefer.

In der Warteschleife bleiben in den nächsten zwei Wochen noch die Gastronomie und Dienstleister wie Frisöre. Auch Veranstalter schweben noch im luftleeren Raum. Zwar sind alle Großveranstaltungen bis Ende August verboten. Dazu zählen die „Sail“ in Bremerhaven und die „Breminale“. Aber wann eine kleinere Großveranstaltung als die beiden vorgenannten so groß ist, das sie gestrichen wird, das will der Senat jetzt in Abstimmung mit den anderen norddeutschen Bundesländern zügig festlegen. „Veranstalter brauchen Planungssicherheit“, sagte Vogt.

Innensenator Mäurer will zudem nach Wegen suchen, Freiluft-Sportstätten fürs Einzeltraining zu öffnen. Auch er will sich vor allem mit Niedersachsen abstimmen.

Geschlossen bleiben in den nächsten beiden Wochen die Museen, der Zoo am Meer in Bremerhaven und die Schwimmbäder. Die Bürgerpark-Tombola hingegen bereitet sich auf einen Neustart des Losverkaufs vor.

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