Trauer in Bremen

Ex-Bildungssenator Moritz Thape gestorben

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Eine Ehrung – der damalige Uni-Rektor Wilfried Müller (l.) ernannte Moritz Thape (M.) 2011 zum Ehrenbürger der Uni. Rechts Gerd-Rüdiger Kück, damals Uni-Kanzler.

Er war ein Bürger vom Scheitel bis zur Sohle. Am Freitag ist Bremens ehemaliger SPD-Bildungssenator Moritz Thape im Alter von 99 Jahren gestorben. 

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Fast bis zum Schluss erschien er noch auf offiziellen Empfängen in Rathaus und Parlament – stets sorgfältig und elegant gekleidet. Jetzt ist Moritz Thape nach kurzer Krankheit gestorben, wie am Sonntag bekannt wurde.

Thape galt als dienstältester sozialdemokratischer Bildungssenator in der Bundesrepublik, dem Senat in Bremen gehörte er insgesamt 20 Jahre lang an. 1959 war er als Abgeordneter der SPD in die Bürgerschaft gewählt worden. Im Parlament saß er bis 1965 und erneut von 1985 bis 1987.

Thape in Bremen mehrfach Senator

Thape war von 1965 bis 1975 Senator für Bildung, Wissenschaft und Kunst, von 1975 bis 1979 Senator für Bildung – und von 1979 bis 1985 Finanzsenator. Er verließ den Senat, als Hans Koschnick (SPD, 1929 bis 2016) sich vom Bürgermeisteramt zurückzog. 

Thape war bekannt für seine klaren, aber wohlbedachten Worte. Er hatte Autorität, ohne autoritär sein zu müssen. Seine Erfahrungen als Bildungspolitiker fasste er einmal so zusammen: „Jeder Kritiker ist ein Fachmann, weil jeder irgendwann die Schule besucht hat.“

Bremens Bürgermeister Bovenschulte: „Thape hat viel geleistet"

Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) am Sonntag: „Moritz Thape hat viel für unser Land geleistet und als Bildungs- und Wissenschaftssenator seine Überzeugungen genauso konsequent vertreten wie anschließend als Finanzsenator. Auch im hohen Alter hat er die aktuelle Politik begleitet, war ein stets gut informierter Gesprächspartner und im Rathaus ein gern gesehener Gast – zuletzt Mitte September bei der Verabschiedung der ausgeschiedenen Senatsmitglieder.“

Thapes Name bleibe „insbesondere mit der für Bremen wegweisenden Gründung der Universität verbunden“, so Bürgerschaftspräsident Frank Imhoff. Der Christdemokrat weiter: „Sein Rat und seine kluge Stimme werden sehr fehlen.“

Universität Bremen während Amtszeit von Thape gegründet und gerettet

In Thapes Amtszeit als Senator fällt die Gründung der Bremer Universität (1971) – und knapp zehn Jahre später dann auch deren Rettung, nachdem die Förderung jener Bundesländer, die Bremens Gründung unterstützt hatten, auslief. Thape, inzwischen Finanzsenator, fand eine Lösung.

In seine Senatorenzeit fiel unterdessen nicht allein die Universitätsgründung, sondern auch die Einrichtung von Gesamtschulen, die Gründung von Schulzentren und die Einführung der Orientierungsstufe.

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