Weitere Leihgabe für die Radziwill-Ausstellung

Legendäre Passagierdampfer in der Kunsthalle

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„Der Hafen II“, Ölgemälde von Franz Radziwill. Links der Dampfer „Bremen“, rechts das Schwesterschiff, die „Europa“. 

Bremen - Die „Bremen“ und die „Europa“ – zwei Passagierdampfer, die der ganze Stolz des Norddeutschen Lloyd (NDL) waren Ende der 20er, Anfang der 30er Jahre. Ein Inbegriff des modernen, schnellen und luxuriösen Reisens waren die Schiffe. Mit dem Bremer Schlüssel am Bug trugen sie weltweit zum Ruhm der Hansestadt bei. Die Legende reicht bis heute.

Technik der Moderne – eines der Themen, die den Künstler Franz Radziwill (1895 bis 1983) beschäftigten. Wie berichtet, widmet die Kunsthalle ihm gegenwärtig die Ausstellung „Franz Radziwill und Bremen“. Nun kommt ein weiteres Bild hinzu. Es zeigt die „Bremen“ und die „Europa“.

In der Schau, die bis zum 9. Juli zu sehen ist und 50 Arbeiten Radziwills vereint, werde „erstmalig“ die Beziehung des Künstlers zur Hansestadt untersucht, heißt es in der Kunsthalle. „Hier verbrachte er prägende Jahre seiner Kindheit und Jugend, die in seinem gesamten Werk Spuren hinterließen.“

Industrie, Technik, Moderne – dafür (unter anderem) standen die „Bremen“ und die „Europa“. Radziwills Ölgemälde „Der Hafen II“ aus dem Jahr 1930 zeigt die beiden Schiffe. Es stammt aus den Staatlichen Museen zu Berlin. Zuletzt – genau: bis zum 23. April – war es in Berlin in der Sammlung Scharf-Gerstenberg im Rahmen der Ausstellung „Surreale Sachlichkeit“ zu sehen.

Die „Europa“ auf einer Fotografie. 

Ab Sonnabend, 29. April, ergänzt es die Radziwill-Ausstellung der Bremer Kunsthalle. Auf dem Bild zeigt Radziwill rechts die „Europa“. Sie lief 1928 vom Stapel und trat, nach einem Großbrand während ihrer Bauzeit, 1930 ihre Jungfernfahrt von Bremerhaven nach New York an. Dabei gewann sie das prestigeträchtige „Blaue Band“ für die schnellste Atlantiküberquerung. Der linke Passagierdampfer auf dem Bild ist die „Bremen“ mit dynamisch wirkendem Bug – das Schwesterschiff der „Europa“, die ein Jahr zuvor fertiggestellt worden war.

„Radziwill zeigt hier das erste Aufeinandertreffen der beiden Schwesterschiffe im Februar 1930 an der Columbuskaje in Bremerhaven. Die ,Bremen‘ war soeben aus Amerika zurückkehrt, wohingegen der ,Europa‘ die Abfahrt nach Amerika unmittelbar bevorstand“, so eine Sprecherin der Kunsthalle.

Und weiter: „Während Radziwill die Details der ,Europa‘ wirklichkeitsgetreu ausführt, verbindet er in seiner Darstellung der ,Bremen‘ Baumerkmale beider Schiffe miteinander: So müssten die Fensterreihen bei der ,Bremen‘ im Vorderbereich zu Zweiergruppen angeordnet sein, während sie im Gemälde – wie für die ,Europa‘ charakteristisch – als Vierergruppe dargestellt sind.“

„Der Hafen II“ gilt als Pendant zu Radziwills Gemälde „Die Mole/Hafeneinfahrt mit der ,Bremen‘“, das ebenfalls in der Kunsthalle zu sehen ist. 

kuz

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