Herzstück

Erster Spatenstich für Weserquerung der A 281

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Da fliegt der Sand: Carsten Sieling (v.l.), Enak Ferlemann und Joachim Lohse beim symbolischen ersten Spatenstich für die Weserquerung der A 281 in Oslebshausen. 

Bremen – Nun geht es unters Wasser. Mit einem symbolischen ersten Spatenstich haben am Donnerstag Bremens Bürgermeister Carsten Sieling (SPD), Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im CSU-geführten Bundesverkehrsministerium, und Bremens Verkehrssenator Joachim Lohse (Grüne) in Oslebshausen die Arbeiten an der Weserquerung der A 281 gestartet.

Der Bauabschnitt 4 hat eine Länge von etwa fünf Kilometern, knapp 1 700 Meter entfallen auf einen Wesertunnel. Die Kosten belaufen sich auf 345 Millionen Euro. Bremen schießt gut eine Million hinzu, damit die Unterführung 100 Meter weiter entfernt von Wohngebieten in Seehausen unter die Erde geht und so Lärmbelastungen vermieden werden.

Die etwa zehn Meter breiten und fünf Meter hohen Betonteile für den Tunnel entstehen in einem Trockendock und werden unter Wasser in ein Bett abgesetzt, sagen die Planer. Die Weser hat an der Stelle der Querung eine Tiefe von acht Metern, darunter kommt der Tunnel. Dieser wird mit einer Schutzschicht abgedeckt, damit Schiffe zur Not auch mal einen Anker legen können und der Tunnel nicht hochgedrückt wird.

„Der Wesertunnel ist das Herzstück dieses Neubauprojekts. Durch den Lückenschluss im Westen treiben wir den Bau des Autobahnrings wesentlich voran. Das entlastet die Straßen in Bremen – und verbessert zugleich die Anbindung der Hansestadt an das internationale Fernverkehrsnetz. Damit stärken wir die Region und die Entwicklung des Güterverkehrszentrums, des Flughafens und der Häfen“, sagte Ferlemann.

Lohse ging auf die erheblichen Widerstände gegen den Bau des Abschnitts mit der Weserquerung, darunter eine Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht, ein. sagte, die Stadt bekomme eine neue Lebens- und Kraftader. „Diese Verkehrsführung wird Bremen umkrempeln.“ Die Industrie und die Logistik-Branche profitierten, die Stadt werde entlastet. „Ich sehe hier viele Gesichter, die vor Jahren gesagt haben, ,Sie glauben doch selbst nicht daran, dass dieser Tag kommen wird'“, sagte Sieling. Er erzählte von einer Debatte 2001, als es darum ging, ob man 2008 oder 2010 fertig sein wolle. Glücklicherweise hätten die vielen Verzögerungen eines verhindert: die Finanzierung des Tunnels durch ein Mautsystem, wie zur Jahrtausendwende geplant.

Ferlemann sieht das genauso. Der Bürger hätte den Tunnel dann einfach umfahren und die B 75 genommen. Das Geld sei hier richtig investiert. „Jeder, der über die B 6 und die B 75 fährt, weiß, warum.“ Dort gäbe es laufend Staus. Ferlemann lobte, dass Bremen der Gesellschaft Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau (Deges) beigetreten sei, um das Projekt umzusetzen. „Wenn einer Großbaustelle kann, dann die“, sagte er. Der Abschnitt soll bis 2024 fertig werden, genauso wie der Abschnitt zwischen Kattenturm und Flughafen. Dann wäre die A 281 vollständig. Im Abschnitt 2/2 ist allerdings noch offen, ob es unter dem Flughafen hindurch- oder um ihn herumgeht. „Dem Autofahrer ist das egal, und eine Umfahrung ist die billigere Variante. Sie reicht, um von A nach B zu kommen und ist das, was der Bund bezahlt“, sagte Jörn Kück, Abteilungsleiter Projekte der Deges in Bremen.

Zurück nach Oslebshausen: In den nächsten Monaten werden Rodungen, Leitungsverlegungen, Abbrucharbeiten, archäologische Voruntersuchungen und die Herstellung einer neuen Brücke im Zuge der Carl-Benz-Straße durchgeführt. Die Hauptarbeiten im Bereich des Tunnels beginnen voraussichtlich im Jahr 2020.

Eckverbindung

Die A 281 ist eine Eckverbindung zwischen den Bundesautobahnen A 1 und A 27 auf bremischem Stadtgebiet mit einer Länge von 17 Kilometern. Die Kosten von 850 Millionen Euro werden weitgehend vom Bund getragen, Bremen steuert gut 30 Millionen für eigene Gestaltungsanliegen bei. Seit 1995 in Betrieb ist der Abschnitt zwischen Burg-Grambke und dem Autobahndreieck Bremer Industriehäfen. Hier schließt der Abschnitt 4 zwischen Oslebshausen und Seehausen mit der Weserquerung an. Bereits in Betrieb sind Abschnitte, die über den Stadtteil Strom und die Neustadt in Richtung Flughafen führen. Zwischen dem Flughafen und Kattenturm muss noch der Streckenabschnitt 2/2 entstehen. Das soll in diesem Jahr auf den Weg gebracht werden. Von diesem Abschnitt erfolgt mittels des Zubringers Arsten der Anschluss an die A 1. 

mko

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