Alles aus Holz

Erster Spatenstich für Studentenwohnheim im Stiftungsdorf Ellener Hof

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Erster Spatenstich für Studentenwohnheim im Stiftungsdorf Ellener Hof mit Hauke Kieschnick (v.l.), Reinhard Viering, Wolfgang Haase, André Vater, Eva Quante-Brandt, Alexander Künzel (Seniorvorstand der Bremer Heimstiftung) und der Hausleiterin des Stiftungsdorfes Ellener Hof, Sabine Schöbel.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Die Sonne strahlt. Einmal kräftig mit dem Spaten zugestochen – und schon fliegt die Erde durch die Luft. Am Montag fand der erste Spatenstich für einen Neubau im Stiftungsdorf Ellener Hof statt. Auf dem Baufeld I entsteht nun ein siebengeschossiges Studentenwohnheim, errichtet in ressourcenschonender Holzrahmbauweise mit 66 Appartements, einige davon barrierefrei.

2700 Quadratmeter Baufläche bietet das neue Wohnheim, darunter auch Gemeinschaftsräume. Außen sind Flächen für Sport- und Grillabende vorgesehen. Das 5,8 Millionen Euro teure Projekt wird mit 2,8 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln unterstützt. Die Warmmiete soll bei 350 Euro inklusive Internet liegen. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich bis zum Frühjahr 2020 dauern. Mit dem Stiftungsdorf Ellener Hof entsteht auf zehn Hektar Fläche unter Regie der Bremer Heimstiftung das erste Quartier in Holzrahmenbauweise in Bremen, das zugleich auch ein Klima- und Fahrradquartier werden soll (wir berichteten). Hier sollen Menschen unterschiedlichen Alters und auch verschiedener Kulturen und Schichten zusammenkommen, so die Pläne. Neben dem Wohnheim werden Wohnungen für Singles und Familien gebaut.

„Nun wird man von Tag zu Tag weniger Phantasie brauchen, um zu sehen, was hier entsteht“, sagt André Vater, Vorstandsvorsitzender der Bremer Heimstiftung. Reinhard Viering, Leiter der Stadtplanung im grünen Bauressort, lobt die gute Zusammenarbeit mit Beratern, die es erlaubt habe, das hohe Holzgebäude sicher zu gestalten. Er erinnert auch an die Außergewöhnlichkeit des Gesamtprojekts: „Ein ganzes Quartier mit Holzbau hat es noch nicht gegeben.“

Bildungssenatorin Eva Quante-Brandt (SPD) spricht, wie es so viele ihrer Senatskollegen bei diversen Terminen machen, von „einem guten Tag“ und lobt die Zusammenarbeit von Studentenwerk und Bremer Heimstiftung: „Wir als Land haben das Interesse, möglichst viele Wohnplätze für Studierende in Beton zu gießen.“ Die Studenten würden ihre abendlichen Arbeiten in einem Stadtteil machen, der nicht mit Uni oder Hochschule in Verbindung gebracht werde. „Sie können sich einbringen. Sie können zum Beispiel Älteren das Digitale nahebringen“, sagt Quante-Brandt. Hauke Kieschnick vom Studentenwerk berichtet von einer hohen Nachfrage nach Heimplätzen. Wenn die Studenten auf dem Areal wohnten, entlasteten sie den Wohnungsmarkt. Wolfgang Haase, Sprecher des Beirats Osterholz, hat die Verbindungen zu den Hochschulen parat. Zur Uni fahre etwa die Linie 25 direkt, in 25 Minuten sei die Uni auch mit dem Fahrrad zu erreichen. „Die Jungen werden unser Mobilitätskonzept schätzen, das einen Verzicht aufs eigene Auto nahelegt“, sagt er. „Sie werden die kulturelle Szene beleben.“

Thema: Archäologie

Einiges los war auf dem Ellener Feld in Osterholz auch schon vor gut 2000 Jahren. Archäologe Dieter Bischop von der Landesarchäologie in Bremen zeigte beim Spatenstich am Montag einige Scherben, die er auf dem Baugrundstück gefunden hat. Sie stammen aus der Zeit zwischen 500 v. Chr. und Christi Geburt. 

„Hier haben sich mehrere Gehöfte mit bäuerlichen Siedlungen befunden. Es haben hier die Chauken gesiedelt, ein Volksstamm der Germanen“, sagte Bischop. „Sie waren hier vor Hochwasser sicher.“ In dem Viertel würde man immer wieder Interessantes finden. 

Vor 70 Jahren habe es die ersten Hinweise für Leben vor Ort vor mehr als 2000 Jahren gegeben, als Urnen mit Schmuck und verbrannten Überresten Verstorbener entdeckt wurden.

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