Nach Rückzug der Bundeswehr

Bremen empfängt erste 49 Flüchtlinge aus Afghanistan

Das Bundesland Bremen hat am Montag die ersten 49 Schutzbedürftige aus Afghanistan aufgenommen. Die meisten der Flüchtlinge sind Familien mit Kindern.

Bremen/Kabul – In Bremen sind am Montag die ersten Schutzbedürftigen aus Afghanistan angekommen. Die meisten der 49 Flüchtlinge seien Familien mit Kindern, teilte die Senatspressestelle am Montag in einer Mitteilung an die Medien mit. Sie waren zunächst aus Kabul nach Frankfurt am Main gebracht worden, von wo aus die Bundeswehr die Flüchtlinge weiter nach Bremen transportierte.

Stadt im Land Bremen:Bremen
Einwohner:566.573 (Stand: 31. Dezember 2020)
Fläche:325,56 Quadratkilometer
Vorwahl:0421
Bürgermeister:Andreas Bovenschulte (SPD)

Wie Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) sagte, seien die Flüchtlinge in Bremen herzlich willkommen: „Bremen übernimmt Verantwortung und heißt die angekommenen Schutzsuchenden herzlich willkommen. Ich wiederhole gern, dass wir kurzfristig noch mehr Menschen aufnehmen können. Bereits vor einer Woche hat Bremen der Bundesregierung gemeldet, dass wir kurzfristig bis zu 150 Plätze zur Verfügung stellen können.“

In Hamburg sind ebenfalls bereits die ersten Flüchtlinge angekommen*, genau wie im Bundesland Niedersachsen, wo auch die ersten Schutzsuchenden schon eingetroffen sind. Bis jetzt hat das Bundesland Niedersachsen zugesagt, bis zu 400 Flüchtlinge aufnehmen zu wollen.

Bremen empfängt Flüchtlinge aus Afghanistan: Sozialsenatorin Stahmann fordert Aufnahme weiterer Menschen

Bei der Evakuierungsaktion der Bundeswehr aus Kabul sollte der Kreis der Berechtigten ausgeweitet werden, forderte Stahmann. Ortskräfte dürften nicht zurückgelassen werden, auch wenn sie keinen direkten Vertrag mit deutschen Arbeitgebern hatten. Auch Mädchen und jungen Frauen aus Afghanistan müsse geholfen werden.

Seit der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan bemüht sich die Bundesregierung darum, Ortskräfte, die vor Ort für deutsche Behörden, die Bundeswehr oder Nichtregierungsorganisationen gearbeitet haben, nach Deutschland zu bringen. Mittlerweile werden auch besonders gefährdete Personen wie Frauenrechtlerinnen oder Journalistinnen und Journalisten ausgeflogen.

Mit Chartermaschinen der Lufthanse werden die Schutzbedürftigen über den usbekischen Flughafen in Taschkent nach Frankfurt am Main gebracht. Dort übernimmt die Bundeswehr den weiteren Transport der Flüchtlinge.

Weiter betonte Stahmann, dass die Evakuierungen aus Kabul* nur der Anfang sein könnten: „Jetzt geht es erst einmal darum, möglichst schnell möglichst viele Menschen auszufliegen. Dafür muss der Kreis der Berechtigten ausgeweitet werden. Es kann nicht sein, dass immer noch Maschinen fast leer zurückfliegen und Ortskräfte zurücklassen, die keinen direkten Vertrag mit den deutschen Arbeitgebern hatten.“

Bremen empfängt Flüchtlinge aus Afghanistan: Aufnahmeprogramm durch Bundesregierung gefordert

Danach sei der Bund in der Verantwortung, ein Aufnahmeprogramm für besonders schutzbedürftige Menschen aufzulegen, die bereits in die Nachbarländer Afghanistans fliehen konnten. Stahmann denkt dabei insbesondere an Mädchen und junge Frauen. Außerdem müsse schnell dafür gesorgt werden, dass „bereits in Deutschland lebende Afghaninnen und Afghanen einen sicheren Aufenthaltsstatus erhalten und schnell ihre Familien nachholen können“, unterstrich die Sozialsenatorin.

Viele Bremerinnen und Bremer haben bereits ihre Solidarität mit den Menschen in Afghanistan bekundet und wollen gern helfen. Die Sozialsenatorin ist dankbar für die große Hilfsbereitschaft.

Sachspenden:

  • In der ersten Ankommensphase werden insbesondere Säuglings- und Kleinkindbekleidung sowie Herrenkleidung in kleinen Größen benötigt. Um den Ortskräften und Familien eine gewisse Mobilität zu gewährleisten, sind auch (nicht mehr benötigte) Fahrräder eine willkommene Spende. Für Sachspenden wenden Sie sich gerne an Arne Vogenbeck unter Arne.vogenbeck@awo-bremen.de

Wohnraumvermittlung:

  • Eine eigene Wohnung hilft dabei, sich schnell in die Stadtgesellschaft zu integrieren und ein normales Leben zu führen. Gleichzeitig wird dadurch dringend benötigter Platz in der Erstaufnahme und den Übergangswohnheimen frei. Wer geeignete Wohnungen zu vermieten hat, kann diese an wohnraum@soziales.bremen.de melden.

Alle ankommenden Personen werden einige Tage in der Erstaufnahmeeinrichtung bleiben müssen. Nach durchlaufender Quarantäne, die bis zum Vorliegen eines negativen PCR-Test-Ergebnisses bei jeder Person angeordnet wurde, und der obligatorischen Gesundheitsuntersuchung durch das Gesundheitsamt unterscheidet sich das weitere Verfahren je nach Aufenthaltsstatus.

Die Ortskräfte und ihre Familien haben bei der Ankunft ein Visum erhalten. Sie können darum direkt in privaten Wohnraum oder bei Bedarf in Übergangswohnheime wechseln. Andere Schutzsuchende müssen gegebenenfalls einen Asylantrag stellen und das damit verbundene Verfahren durchlaufen. * kreiszeitung.de, 24hamburg.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Michael Probst/dpa

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