Weltpremiere in Bremen: GOP-Show „Circus“ zeigt Artistik auf höchstem Niveau

Eleganz trifft Nervenkitzel

Eine gefährlich laute Tröte hat Clown Eduardissimo (rechts) in der neuen GOP-Show „Circus“ am Gesicht von Alexey Bitkine angelegt.
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Eine gefährlich laute Tröte hat Clown Eduardissimo (rechts) in der neuen GOP-Show „Circus“ am Gesicht von Alexey Bitkine angelegt.

Mit der neuen Show „Circus“ hat das GOP-Varieté-Theater in Bremen jetzt Weltpremiere gefeiert. Fazit: Die Show ist grandios!

Bremen – Lachen, Artistik mit Nervenkitzel und bezaubernde Eleganz: Mit „Circus“ feiert das GOP-Varieté-Theater Bremen in der Überseestadt die Bühnenwelt des Zirkus. Auf der Bühne: Künstler des Circus-Theaters „Bingo“ aus Kiew und der Berliner Clown Eduardissimo. Die Besucher erlebten am Donnerstagabend die Weltpremiere einer hervorragenden Show.

GOP-Show „Circus“: Macher hat sich von Roncalli inspirieren lassen

„Ohne Wurzeln keine Flügel“, sagt Werner Buss, Künstlerischer Direktor der GOP-Gruppe. Bernhard Paul, Gründer und Direktor des Zirkus „Roncalli“, habe Recht, wenn er das Varieté als kleinen, feinen Bruder des Zirkus bezeichne, so Buss. Für ihn ist „Circus“ etwas Besonderes, eine Essenz und eine Herzenzangelegenheit. Die Idee habe er bei einem Besuch von „Roncalli“ 2017 gehabt. Danach sei ihm durch den Film „The greatest Showman“ klargeworden, wie die Show aussehen soll.

„Circus“ bietet immer wieder die wunderbare Mischung aus ästhetischem Zauber und wohligem Kribbeln und Nervenkitzel, der auftritt, wenn Akrobaten in oder aus großer Höhe das tun, was für Nicht-Akrobaten unmöglich ist. Leicht wie eine Feder wirkt Katerina Gurina am Vertikaltuch. Sie schwebt über der Bühne durch die Luft, die Füße ins Tuch gewickelt im Spagat, ein eleganter Anblick. Ein bisschen wie das Messer bei einer Guillotine saust Alexey Bitkine zu Rockmusik den Chinesischen Mast hinunter, direkt zu auf den Hals seiner Partnerin Tatiana Bitkine zu. Knapp über ihr stoppt er.

Tanz, Stimmung und virtuose Partnerakrobatik – strotzend vor sensibel kontrollierten Kräften vereint das Duo Vitalii Neponiashchy und Dmytro Naumenko. Auch hier Rockmusik, die Zuschauer klatschen mit.

Naumenko schleudert Neponiashchyi hoch. Der überschlägt sich und landet kerzengerade mit seinen Händen auf denen von Naumenko, die dieser vor seiner Brust hält. Echte Feinarbeit, mit Nervenkribbelfaktor! Eine kerzengerade Einheit bilden die zwei auch Kopf auf Kopf. Ein Kraftakt, einfach Weltklasse! Die Besucher sind begeistert, der Saal kocht.

Kontorsionskünstlerin Anna Pieises bei ihrer vergleichsweise ruhigen Nummer zuzuschauen, verursacht Faszination und ein seichtes Nervenkribbeln. Sie scheint Knochen wie aus Gummi zu haben und kann ihren Körper fast in eine Art Knäuel verwandeln. Sie neigt ihren Kopf nach hinten, immer tiefer – und schaut mit Kopf und Armen zwischen ihren Beinen hervor.

Hula-Hoop-Künstlerin Kateryna Kurichenko bietet einen ästhetischen und verzaubernden Anblick. Die rasch drehenden Reifen lassen schnelle Bewegungsmuster um ihren Körper erscheinen, etwa, wenn Ringe an ihren Armen und zugleich an einem Bein kreisen, wobei eine wabernde Bewegungsblase entsteht. Sie wird auch mit einer Vielzahl von Reifen fertig, die eine Art Schlangenbewegung um ihren Körper machen.

GOP-Show in Bremen: Zuschauer applaudieren stehend

Herrlich, der Clown Eduardissimo! Unter anderem bekommt er es mit einem Mann (Alexey Bitkine) im Ballettkostüm zu tun, der zunächst starr wie eine Wachsfigur ist. Er droht ständig umzukippen. Der Clown muss ihn festhalten und abstützen. Doch damit nicht genug. Wann immer der Clown etwas am Körper des Mannes bewegt, vollzieht dieser eine Bewegung an anderer Stelle. Da schießt auch schnell mal eine Faust hervor. Der Clown will den Mann aufwecken und bekommt eine Tröte der ganz lauten Art gereicht. Er ist nicht zimperlich und hält sie direkt vors Gesicht des Mannes. Das probiert der Clown allerdings auch bei sich selbst und trötet sich kurz k.o..

Pure Kraft unter absoluter Kontrolle: Vitali Neponiashchyi (oben) und Dmytro Naumenko.

Alle Darbietungen des Abends haben höchstes Niveau. Sie werden von einer kleinen Handlung umrahmt. Tänzerin Hanna Levchenko spielt eine Frau, die mit der Bahn anreist und die Welt des Zirkus entdeckt und schließlich auf eine irgendwie phantasievolle Art in diese aufgenommen wird. Schließlich präsentiert sie alle Preise, die das Circus-Theater „Bingo“ in den vergangenen 20 Jahren gewonnen hat. Am Ende applaudieren die Zuschauer stehend.

„Circus“ ist bis zum 12. September im GOP-Theater Bremen zu sehen. Tickets sind ab 39 Euro zu haben, es gibt Rabatte. Adresse: GOP, Am Weser-Terminal 4, weitere Infos unter „www.variete.de“.

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