Studie zum Einzelhandel

Bremer Einzelhändler haben Angst vor Verödung der Innenstadt

Leerstand ist auch im Steintor ein Problem.
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Leerstand ist auch im Steintor ein Problem.

Ihre Lage schätzen die Bremer Einzelhändler trotz der Pandemie gar nicht so schlecht ein. Aber sie haben Angst vor der Verödung der Innenstadt. Das geht aus einer Umfrage im Auftrag der Commerzbank hervor.

Bremen – Alles nur halb so schlimm? Nachdem das Meinungsforschungsinstitut Ipsos im Auftrag der Bremer Commerzbank rund 100 Einzelhändler (Maximalumsatz 15 Millionen Euro jährlich) aus der Hansestadt und dem Umland befragt hat, wurden am Dienstag die Ergebnisse vorgelegt. Die Zahlen dürften einige überraschen, prognostizierten in der Vergangenheit doch zahlreiche Ökonomen der inländischen Wirtschaft einen massiven Einbruch. Doch ganz so dramatisch scheint die Lage offenbar nicht zu sein.

So gaben 40 Prozent der Unternehmer an, ihr Jahresumsatz sei durch die Corona-Krise „sehr stark“ eingebrochen. 15 Prozent sagten, dass ihre Verkaufszahlen „weniger stark“ gesunken seien. 40 Prozent sagten, die Umsätze seien „gar nicht“ gefallen. Lediglich 13 Prozent der Befragten sehen oder sahen ihre Existenz bedroht. Entscheidend seien jedoch die angebotene Ware sowie die Wege, diese auch an den Kunden zu bekommen, sagte Martin Wittkopp, Leiter im Bereich Unternehmerkunden bei der Commerzbank Bremen. Hielten Einzelhändler, die ihr Angebot sowohl stationär als auch online vertrieben, ihre Verkaufszahlen relativ konstant, so hatten die, die ausschließlich aus ihren Läden heraus verkauften, schwerer mit den Folgen der Pandemie zu kämpfen.

Einzelhandel: Rückgang der Laufkundschaft bereitet Kopfzerbrechen

Insbesondere der Rückgang der klassischen Laufkundschaft sorgt für Kopfzerbrechen bei Händlern. 47 Prozent gaben an, mit genau dieser Herausforderung am meisten zu kämpfen zu haben. An zweiter Stelle folgen mit 37 Prozent die langen Schließzeiten sowie die laufenden Fixkosten. Fast jeder Fünfte (19 Prozent) beklagte „zu viel Bürokratie“. Beinahe jeder Dritte (29 Prozent) griff während der Krise auf staatliche Hilfen zurück, noch mehr nutzten Eigenkapital, um die Folgen von Lockdown und Co. abzuwenden (38 Prozent). Nur jeder zehnte Einzelhändler musste Bankkredite aufnehmen.

Nur fünf Prozent der Unternehmer mussten pandemiebedingt Kündigungen aussprechen, 56 Prozent der Befragten kamen ganz ohne Personalmaßnahmen aus. Wittkopp: „Viele hatten Angst, dass die Mitarbeiter für immer weg sind.“ Mit Blick auf den Fachkräftemangel sei das „Personal als letztes angepackt“ worden.

Einzelhändler: Verbessertes Parkplatzangebot

Im Ergebnis sehen 17 Prozent „pessimistisch“ in die Zukunft, 82 Prozent hingegen „sehr“ oder „eher optimistisch“ auf das, was noch kommen wird. Doch die Pandemie hat nach Meinung der Einzelhändler auch klar aufgezeigt, wo es in Bremen noch hapert: Ganze 79 Prozent haben Angst vor einer Verödung der Innenstadt und fast die Hälfte (42 Prozent) vor einem „verwaisten“ Zentrum. Was dagegen helfen könnte? Laut der Befragten sind es der Ausbau der Zweirad-Infrastruktur sowie Aufwertung von Grünanlagen (58 Prozent) sowie die Verbesserung des Parkplatzangebotes für Autos (57 Prozent).

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