Kunst auf der „Breminale“

Eine eigenwillige Welt

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Bernd Beistecker (l.) hat den „Hals-über-Kopf-Floor“ gebaut, Hannes Lamm das Schneckenhaus gebaut – mit ihrer eigenwilligen Kunst sind sie ein echter Hingucker auf der „Breminale“. 

Bremen - Von Viviane Reineking. Ein Fahrradlenker als Fühler, runde Windspiele als Augen, der Kopf eine zusammengezimmerte Mini-Disco und das Haus ein geflochtenes Gebilde aus Weidenruten: Mit ihrer eigenwilligen Kunst in Schneckenform erregen Bernd Beistecker und Hannes Lamm die Aufmerksamkeit der „Breminale“-Besucher.

Wer den Kopf durch eine der vier Öffnungen des „Hals-über-Kopf-Floors“ steckt, taucht ein in eine andere Welt. Wer sich auf einem der Stühle in dem Schneckenhaus niederlässt, genießt ein wohltuend schattiges Plätzchen. Und hält unter Umständen einen Plausch mit dem gelernten Korbmacher Lamm, der sechs Jahre lang auf Märkten unterwegs war. Der nun Lust auf etwas anderes hatte. „Hierauf habe ich einfach Bock, aber so richtig“, schwärmt er über sein Kunstwerk, über das Schneckenhaus, das er vier Tage lang aufgebaut hat.

Ob er einen Konstruktionsplan hatte: Lamm lacht, schüttelt den Kopf. Das Ergebnis sei eine Mischung aus dem, was man im Kopf habe, und aus dem, was das Material einem biete. Um die Weide zu biegen, hat er sie vorher eingeweicht. In der Weser – ein nicht ganz ungefährliches Unterfangen, wie der Künstler selbst zugibt. „Es gibt nur wenige Kunstwerke hier, und wir wollten das Gesicht der ,Breminale‘ mitgestalten“, so Lamm.

Währenddessen kommen am Freitagnachmittag drei Besucher an der merkwürdig anmutenden und kunterbunten Konstruktion vorbei. Neugierig steckt ein junger Mann seinen Kopf in den des schneckenähnlichen Gebildes, zieht ihn schnell wieder heraus und lacht. Was er gesehen hat: viele Spiegel, viele Kabel, viele Lampen, Laserlicht – und eine Mona Lisa. Eine eigene kleine Welt eben. Dazu viele Knöpfe, die gedrückt werden können. Was dann passiert? „Das soll jeder selbst entdecken“, sagt Beistecker. Zum „Breminale“-Abschluss am Sonntag schaut um 20.30 Uhr eine Live-Band herein und lässt für jeweils vier Leute echte Club-Atmosphäre in der skurrilen Mini-Disco aufkommen.

Hat etwas mehr zu tun als während der vergangenen „Breminale“: das Team der Rettungssanitäter um Einsatzleiter Reinhold Klostermann (2.v.l.). 

Aus dem Schatten des Schneckenhauses hinaus geht es in der heißen Nachmittagssonne weiter auf den Osterdeichwiesen. Auf der „Drei-Meter-Bretter“-Bühne heizen „Monch MC & DJ Busty“ aus Bremen den ersten Feierwilligen ordentlich ein. Getanzt wird um einen Rasensprenger herum.

Eine andere Art der Abkühlung hat eine Gruppe männlicher Besucher gewählt: Mit nassen Handtüchern auf den Köpfen schlendern die Männer über das Festival. Sich zwischendurch immer mal wieder abzukühlen, rät auch Reinhold Klostermann vom Rettungsdienst auf der „Breminale“. Für die eigens aufgestellten Gartenduschen lobt er den Veranstalter: „Das hilft den Leuten sehr.“ Sein Team hat etwas mehr zu tun als auf der vergangenen „Breminale“, „aber für diese Hitze ist es dann doch relativ ruhig“.

Der Breminale-Donnerstag mit Michael Schulte

 © Selina Spöttel
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Drei Besucher mussten bis Freitagnachmittag mit dem Rettungsdienst ins Krankenhaus gefahren werden. Dem Einsatzleiter zufolge einer mit Kreislaufbeschwerden und zwei Personen, weil sie zuviel Alkohol getrunken hatten. Zehn Personen hat das rund zehnköpfige Team aufgrund von Kreislaufproblemen ambulant im Zelt auf dem Osterdeich betreut. Ansonsten haben die Sanitäter Zeckenbisse, Insektenstiche und Schürfwunden behandelt sowie Besucher mit Blasenpflastern versorgt. Schlimmeres ist noch nicht passiert: „Bislang mussten wir niemanden wegen einer Prügelei behandeln.“

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