Zaubernde Brüder mit zwei Shows in der Stadthalle

Magier Chris Ehrlich im Interview: “Von unten hochgezaubert“

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Die zaubernden Brüder, die „Ehrlich Brothers“, zeigen ihre Show „Faszination“ am Sonntag gleich zweimal in der Stadthalle. Im Vorfeld gab uns Chris Ehrlich (l.) ein Interview.

Bremen - Von Viviane Reineking. Mit angestaubtem Zauber-Image, mit Häschen, Frack und Zylinder, hat die Show der „Ehrlich Brothers“ nichts gemein. Das Zauberkünstler-Duo setzt in seiner Tour „Faszination – die neue Magie-Show“ vielmehr auf ein bombastisches Bühnenspektakel, auf Teleportation und aufs Schrumpfen. Davon können sich Besucher am Sonntag, 11. März, in Bremen überzeugen.

Dann nämlich kommen Andreas und Chris Ehrlich für zwei Zusatzshows (14 und 19 Uhr) in die Stadthalle (ÖVB-Arena). Im Gespräch mit unserer Zeitung plaudert Chris Ehrlich über Schwiegermütter, übernatürliche Magie, eine feste Show in Las Vegas und warum ihnen David Copperfield keine Illusion abkaufen durfte. Außerdem verrät der 36-Jährige, welche tonnenschwere Überraschung auf das Bremer Publikum wartet.

An dieser Stelle dürfen Sie es jetzt lüften, das wirkliche Erfolgsgeheimnis der „Ehrlich Brothers“…

Chris Ehrlich: Wir lieben es einfach, Menschen mit unserer Art, uns auch selbst ein bisschen auf die Schippe zu nehmen, zu verzaubern. Wir nehmen die Magie nicht zu ernst. Unser Verständnis von ihr war immer schon sehr modernes, lockeres und nicht so ein alt angehauchtes überdramatisches. Vom Typ her sind wir so wie viele andere Menschen, nur zaubern wir und machen eine Show daraus.

Mittlerweile füllen Sie große Hallen mit Ihrer Illusionsshow. Erinnern Sie sich noch an die Anfänge?

Ehrlich: Wir haben da so ein bisschen den Weg der „Kelly Family“ beschritten, in ganz kleinen Locations begonnen und uns von unten „hochgezaubert“. 2003 hatten wir unsere allererste Tournee mit zehn bis 80 Leuten im Publikum. Heute werden es immer mehr Zuschauer. Noch heute spüren wir vor jeder Show das Adrenalin. Aber mittlerweile überwiegt die Freude auf eine tolle Zeit. Darauf, die Erwachsenen wieder ein bisschen Kind werden zu lassen.

Lange hatte die Zauberkunst ja ein recht angestaubtes Image. Warum lassen sich die Menschen wieder so gerne verzaubern?

Ehrlich: Ich glaube, dass es überhaupt nichts mit dem gerade herrschenden Zeitgeist zu tun hat. Es ist unsere Show, mit der wir Menschen faszinieren. Wir haben ein gutes Gespür dafür, unsere eigenen Ideen auf die Bühne zu bringen.

Wie entstehen Ihre Ideen und wie lange dauert es, bis daraus die perfekte Illusion wird?

Ehrlich: Bei meinem Bruder entstehen nicht so viele Ideen, die kommen eher von mir. Nein, im Ernst, manchmal hat auch er eine gute Idee (lacht). Die Ideen entstehen überall, auf der Autobahn, unter der Dusche, nachts beim Träumen. Wir tauschen uns sehr viel aus, und manchmal ist eine Idee so gut, dass wir wissen: Die hat es in sich, die müssen wir angehen. Dann überlegen wir, wie wir sie konkret umsetzen können. Bis zur Bühnenreife kann es dann tatsächlich zwei bis drei Jahre dauern.

Wie ist der Name „Ehrlich Brothers“ entstanden? „Ehrlich“ ist ja nicht Ihr richtiger Nachname …

Ehrlich: Angefangen haben wir als Solokünstler unter den Künstlernamen „Andy McJoy“ und „Chris Joker“. Ab dem Jahr 2000 sind wir vermehrt als Brüder zusammen aufgetreten. Wir haben gemerkt, dass das viel mehr Spaß macht. Da musste dann auch ein gemeinsamer Name her. Dazu kommt: In unserem Verständnis ist unsere Zauberei eine Kunst, eine Unterhaltungsform und nichts Übersinnliches. Wir sagen: Wir täuschen unser Publikum, aber eben auf „ehrliche“ Weise.

Auf was darf sich das Bremer Publikum freuen?

Ehrlich: Die Show „Faszination“ besteht aus vielen tollen neuen, teils sehr persönlichen Illusionen. Wir lassen einen tonnenschweren Monstertruck auf der Bühne erscheinen. Und mein Bruder (hat eine Schwiegermutter, Anm. d. Red.) hat sich dafür eingesetzt, dass wir sieben Schwiegermütter „wegteleportieren“. Außerdem zeigen wir einige Kunststücke hautnah im Publikum. Da kann man uns direkt auf die Finger schauen.

Was, wenn auf der Bühne mal etwas schiefgeht?

Ehrlich: (Flachst) Meinem Bruder passiert das sehr oft. Entschuldigung. Nein, eigentlich kommt das selten vor. Ein Fauxpas passierte vor drei Jahren in Dresden. Dort bin ich während der Illusion „Magic iPad“ auf meinem Motorrad nicht seitlich aus dem iPad herausgefahren, sondern gefallen. Trotz der perfekten Illusion, die wir ja eigentlich bieten wollen: Letztlich merken die Zuschauer in so einem Moment, dass wir auch nur Menschen sind.

Warum haben Sie abgelehnt, als David Copperfield Ihnen vor einigen Jahren zwei Ihrer Illusionen abkaufen wollte?

Ehrlich: Das war zu einer Zeit, als wir selbst noch nicht auf Tournee gegangen sind. Wir haben uns sehr geehrt gefühlt und waren stolz, dass der Held unserer Kindheit höchstpersönlich bei uns anruft. Wir haben mit unserem Papa darüber gesprochen, der die beiden Illusionen mit gebaut hat. Der hat gesagt: Ihr habt so viel Herzblut dort hineingesteckt, geht lieber selbst damit auf Tournee. Das hat uns viel Selbstbewusstsein gegeben. Es war die richtige Entscheidung, dass die Menschen die Illusionen von uns sehen sollten. Aber es war ein toller Ritterschlag.

Immer spektakulärer, immer unglaublicher: Können die „Ehrlich Brothers“ sich eigentlich selbst noch toppen?

Ehrlich: Als wir das Programm für „Faszination“ fertig hatten, haben wir uns eine ähnliche Frage gestellt. Aber wir durchleben zur Zeit eine sehr kreative Phase, wo wir viele neue und tatsächlich noch spektakulärere Illusionen entwickeln. Nicht nur, weil wir im Sommer neben dem „Showdown der weltbesten Magier“, wo wir im Fernsehen andere Zauberer vorstellen, eine eigene Show aufzeichnen. In zwei Jahren werden wir eine komplett neue Bühnenshow präsentieren. Sie wird gerade geplant und ausgearbeitet. Und so viel sei verraten: Wir haben ein sehr gutes Bauchgefühl …

Aufgetreten sind Sie schon auf der ganzen Welt, auch in Las Vegas. Träumen Sie von einer eigenen Show im Mekka der Zauberkunst?

Ehrlich: Die Vorstellung, über Jahre hinweg – wie das ja Siegfried und Roy ganz großartig gemacht haben – eine feste Show in Las Vegas zu haben, ist nicht unser Ziel. Auf Tournee zu gehen, empfinden wir als belebend. Aber jeden Tag am selben Ort aufzutreten, ist uns zu monoton. Auch, wenn es immer wieder mal Anfragen von dort gibt. Wir planen aktuell einige Shows im Ausland. Vielleicht gibt es dabei auch einen kleinen Zwischenstopp in Las Vegas. Generell sind wir jedoch sehr heimatverbunden und würden Familie und Freunde nicht zurücklassen wollen. Außerdem lieben wir auch die ruhigen, kreativen Phasen in unseren Heimatstädten in Ostwestfalen.

Karten für die Bremer Shows am Sonntag, 11. März, um 14 und 19 Uhr in der Stadthalle gibt es für etwa 35 bis 100 Euro unter der Rufnummer 01806/533933. Tickets für Auftritte in Oldenburg am Freitag, 11. Mai (14 und 19 Uhr), sind in den Geschäftsstellen unserer Zeitung erhältlich.

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