Innenstadt: Deputationen diskutieren über das gescheiterte „City-Center“

Ideen und Kreativideen

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Vom Lloydhof sollte mit dem „City-Center“ die Initialzündung zur Weiterentwicklung der Bremer Innenstadt ausgehen – daraus wird nun nichts, nachdem das Projekt gescheitert ist.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Wie geht‘s mit dem Lloydhof weiter? Um diese Frage ging es gestern in einer gemeinsamen Sondersitzung von Wirtschafts- und Baudeputation in den Parlamentsferien. Schließlich wird ja das „City-Center“, für das der Lloydhof weichen sollte, nicht gebaut, nachdem – wie berichtet – der Investor Sonae Sierra telefonisch abgesagt hat. Und weiter geht‘s zunächst mal mit einer Arbeitsgruppe.

Bis zum Herbst nämlich soll es ein Konzept zur weiteren Zwischennutzung geben. Bremen hatte den Lloydhof ja für knapp 25 Millionen Euro gekauft. Auf diesem Areal und auf dem des benachbarten Parkhauses sollte das „City-Center“ entstehen – als zentrales Projekt zur Weiterentwicklung der Innenstadt. Doch das ist passé. „Auf absehbare Zeit wird es kein vergleichbares Verfahren geben“, sagte Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) gestern noch einmal.

Was wird nun aus der Innenstadt? Ein Thema mit vielen Unwägbarkeiten. Beispiel: Was geschieht nach den Besitzerwechseln bei Karstadt und Kaufhof? Schwer zu sagen.

Was geschieht im Lloydhof? Nicht so viel. 18 von 23 Flächen seien vermietet, sagte Andreas Heyer, Chef der Wirtschaftsförderung Bremen (WFB). Von diesen „Vermietungen“ sind zwölf allerdings Zwischennutzungen. Gesucht würden nun, so Heyers Formulierung, „Konzepte, kreative Ideen, Kreativideen.“

Dass Bremen den Lloydhof mit Plus-Minus-Null halten kann, liegt eher an den Mieteinnahmen in den oberen Etagen. Das Bauressort will seinen Mietvertrag bis Ende 2017 verlängern. Von den 22 Wohnungen sind 19 belegt, unter anderem mit Flüchtlingsfamilien. Zum 31. Dezember 2017 würde Heyer den Lloydhof gern verkauft haben.

„Wir müssen sehen, wie wir den Lloydhof mit langem Atem reattraktivieren können“, sagte Senator Günthner. Der Grünen-Abgeordnete Robert Bücking plädierte dafür, sich Zeit zu nehmen, um „über strategische Neuaufstellungen“ nachzudenken. „Schnellschüsse wie von der CDU helfen uns nicht weiter.“

„Retrospektive Klugscheißerei“ wolle er zwar nicht betreiben, sagte CDU-Fraktionschef Thomas Röwekamp. Aber die CDU habe von Anfang an gesagt, das Center-Projekt sei zu klein geplant worden. „Es war keine Sternstunde der Wirtschaftsförderung“, so der CDU-Abgeordnete Heiko Strohmann. „Shopping-Center boomen gerade – nur in Bremen soll das nicht möglich sein?“ Senator Günthner: „Die Eigentümer um den Ansgarikirchhof herum hatten offenbar kein Interesse, in ein großes Projekt einzusteigen. Das müssen wir zur Kenntnis nehmen.“

Röwekamp: „Jetzt eine Phase des neuen Nachdenkens auszurufen, nachdem sieben Jahre nichts passiert ist, ist eine etwas schräge Botschaft.“ Fachleuten zufolge gehe der Trend zu großen Malls. In Städten wie Wiesbaden, Göttingen und Osnabrück würden Center eröffnet. Röwekamp: „Was haben diese Städte, was Bremen nicht hat? Überall werden diese Zentren geplant, nur in Bremen scheitert es.“ Hier habe man von Anfang an zu klein und zu teuer geplant. „So war das ‚City-Center‘ zum Scheitern verurteilt.“

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