Strenger Kurs

Bremen: Darum lehnt Bürgermeister Bovenschulte kostenlose Corona-Tests ab

Im Vordergrund ist Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) zu sehen, der in ein Mikrofon spricht. Hinter ihm befindet sich das Rathaus der Hansestadt.
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Bremen Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) lehnt es ab, dass Corona-Tests wieder kostenfrei zur Verfügung stehen. (kreiszeitung.de-Montage)

Bundesweit steigen die Corona-Infektionszahlen an. Eine neue Debatte um ehemals kostenlose Corona-Tests ist entfacht. Bremen fährt seinen eigenen, harten Kurs.

Bremen – Während die Zahl der Corona-Neuinfektionen immer weiter wächst, ebben auch die Diskussionen um den richtigen, konsequenten Umgang mit der Pandemie-Gesamtsituation nicht ab. Vielerorts wird darüber gestritten, ob Corona-Tests nicht doch wieder umsonst sein sollten. Dafür hat sich beispielsweise Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) ausgesprochen. In diese Kerbe schlägt auch die Bundesärztekammer (BÄK) – im Gegensatz zu Bremens Bürgermeister.

Bremens Oberbürgermeister:Andreas Bovenschulte
Geboren:11. August 1965 (Alter 56 Jahre), Hildesheim
Ehepartnerin:Ulrike Hiller
Partei:Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Amt:Bremer Bürgermeister seit 2019
Ausbildung:Universität Bremen
Vorheriges Amt:Mayor of Weyhe (2014–2019)
Bücher:Plebiszitäre Bürgermeisterverfassungen: der Umbruch im Kommunalverfassungsrecht u.v.m.

Bremens Bürgermeister Bovenschulte hält nichts von kostenfreien Corona-Tests – und lehnt Verschärfung der Pandemie-Maßnahmen ab

Denn Andreas Bovenschulte (SPD) beharrt darauf, dass Corona-Tests weiterhin kostenpflichtig bleiben. Der Bremer Bürgermeister habe nämlich nach wie vor ein Problem damit, dass die Allgemeinheit denjenigen, die freiwillig auf die Impfung verzichtet, letztendlich die Tests bezahlt. Seinen Unmut hatte Bovenschulte gegenüber der „Welt“ geäußert.

Zudem lehnt es Bremens Bürgermeister ab, dass die allgemeinen Corona-Maßnahmen verschärft werden. Denn nach Ansicht von Bovenschulte habe Bremen ein gut funktionierendes Warnstufensystem. Und für eine bundesweit gültige Lösung seien die Verhältnisse vor Ort viel zu unterschiedlich.

Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden kann oder rechtlich verpflichtet ist, sich testen zu lassen, sollte auch weiterhin einen Anspruch auf kostenlose Tests haben. Alle anderen können und sollten sich impfen lassen.

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) vertritt gegenüber der „Welt“ eine klare Impfpolitik

Indes plädiert Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg für kostenfreie Tests. Denn diese seien ein zusätzliches Mittel, um besser durch Herbst und Winter zu kommen. Dies ließ der FDP-Politiker gegenüber der ARD verlauten. Zudem heißt es laut verschiedenen Medienberichten, dass auch die Bundestagsfraktionen von SPD, Grüne und FDP an einem Gesetzentwurf für neue Corona-Vorgaben arbeiten sollen. Hierzu soll auch die Rückkehr von kostenlosen Corona-Tests gehören.

„Abschaffung der kostenlosen Bürgertests war ein Fehler: Politik gesteht sich Corona-Fehler ein

Mit seinem Standpunkt wird Bovenschulte aber nicht bei jedem Bundesbürger auf Wohlwollen stoßen. Denn die Forderung zur Rückkehr nach kostenlosen Bürgertests wird zunehmend lauter. „Wir müssen einfach viel, viel mehr testen, um zu verstehen, wie sich das Infektionsgeschehen entwickelt“, heißt es vom Virologen Hendrik Streeck gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.

Doch sind es nicht nur Experten, die sich hinsichtlich dieser Thematik klar und offensiv positionieren. Auch im politischen Diskurs gewinnt die Forderung nach kostenlosen Corona-Tests an weiterem Zuspruch:

Die Abschaffung der kostenlosen Bürgertests war ein Fehler.

Marco Buschmann, Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion

„Ihre Wiedereinführung wäre ein Beitrag, um Infektionsketten schneller zu unterbrechen“, wird Buschmann vom „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ zitiert. Währen die Grünen rund um Robert Habeck eine ähnliche Meinung vertreten, hält sich die SPD in dieser Debatte noch zurück.

Sieben-Tage-Inzidenz steigt unaufhaltsam an: Robert Koch-Institut (RKI) vermeldet Wert über 200

Unabhängig davon, ob Corona-Bürgertests zukünftig wieder kostenfrei zu haben sind oder sie weiterhin kostenpflichtig bleiben: die Relevanz des Testens bleibt weiterhin bestehen. Das wird allein durch einen Blick auf das bundesweite Infektionsgeschehen deutlich. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) meldet, beläuft sich die Sieben-Tage-Inzidenz am Montag, 8. November 2021, auf über 200.

In Bremen wurden in der ersten November-Woche 604 Corona-Neuinfektionen verzeichnet. Die Sieben-Tage-Inzidenz beläuft sich im nördlichen Bundesland auf einen Wert von 88,8. Indes setzt Bremen verstärkt auf Boosterimpfungen. Hierbei gilt es für Interessierte einiges zu beachten.

Denn noch spricht die Ständige Impfkommission (Stiko) keine uneingeschränkte Empfehlung hinsichtlich der dritten Spritze gegen das Coronavirus für alle Alters- und Personengruppen aus (Stand der Daten: 8. November 2021). * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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