Verwaltungsgericht gibt grünes Licht

Pferde dürfen wieder auf der Bremer Rennbahn galoppieren

Grünes Geläuf: Seit Karfreitag 2018 sind keine Vollblüter mehr über das Bremer Turfgelände galoppiert. Womöglich ändert sich das bald und es gibt es am 12. September wieder einen Renntag.
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Grünes Geläuf: Seit Karfreitag 2018 sind keine Vollblüter mehr über das Bremer Turfgelände galoppiert. Womöglich ändert sich das bald und es gibt es am 12. September wieder einen Renntag.

Wird es in Bremen nun doch im September einen Galopprenntag geben, den die Stadt nicht haben wollte? Es sieht danach aus, denn das Verwaltungsgericht hat entschieden: Pferdesport auf dem Gelände ist erlaubt.

Bremen – Das Geläuf ist immer noch grün. Und womöglich galoppieren bald noch einmal Pferde über das Rennbahngelände in der Vahr. Politisch ist das nicht gewollt. Aber das Verwaltungsgericht Bremen hat die Stadt jetzt in die Schranken gewiesen und sie verpflichtet, das Gelände am 11. und 12. September dem Bremer Rennverein für Galopprennen zur Verfügung zu stellen. „Das ist doch mal eine gute Nachricht“, kommentiert der Rennverein. Der Naturschutzbund (Nabu) Bremen sieht das ganz anders und spricht von einem „schwarzen Tag für die Rennbahn“.

Zur Vorgeschichte: Der Rennverein hat am Karfreitag 2018 den bislang letzten Renntag auf dem Turfgelände veranstaltet. Das 30 Hektar große Areal gehört jetzt der Stadt, die es mit bis zu 1000 Wohnungen bebauen wollte. Doch in einem Volksentscheid lehnten die Bremer 2019 die Bebauung ab. Über die Zukunft des Geländes wird viel diskutiert. Die Stadt hat per Vertrag die Zwischenzeitzentrale (ZZZ) mit der Koordination der Nutzungen in der Übergangsphase beauftragt. An deren Entscheidungen seien jedoch ein Lenkungsausschuss mit Vertretern der Stadt und ein Regionalausschuss des Beirates Hemelingen beteiligt, in dessen Gebiet das Gelände liegt, so das Gericht. Diese hätten beschlossen, dort keine Galopprennen mehr durchzuführen. Dementsprechend sei der Antrag des Vereins auf einen September-Renntag abgelehnt worden. Daraufhin hat der Verein am 4. August beim Verwaltungsgericht einstweiligen Rechtsschutz beantragt. Die Stadt Bremen ist dem Antrag entgegengetreten. Das Gelände sei keine öffentliche Einrichtung mehr.

Galopprennen: Gericht begründet Entscheidung auf 17 Seiten

Das Gericht sieht die Situation anders und begründet das auf 17  DIN-A4-Seiten. Das Gelände sei eine öffentliche Einrichtung, weil es durch das Gesetz von 2019 für die Übergangsphase für Zwecke der Erholung, Freizeit, Sport und Kultur der Allgemeinheit gewidmet sei. Das decke auch ein Galopprennen ab. Und weder die ZZZ noch der Beirat Hemelingen seien berechtigt, diese gesetzliche Widmung aufzuheben. Das heißt: Die Pferde dürfen laufen.

Der Rennverein werde alles versuchen, am 12. September einen Renntag zu veranstalten, sagt Frank Lenk, Präsident des Rennvereins. Doch die Zeit ist knapp. Die Bahn muss noch in einen Zustand gesetzt werden, der Rennen erlaubt. „Wir wurden ausgebremst und von der Stadt gehindert, als wir in der vergangenen Woche auf das Geläuf wollten“, so Lenk. „Jetzt müssen wir erst Rücksprache im Vorstand und mit dem Deutschen Galopp als Dachverband halten.“ Lenk: „Wir haben uns den Weg einer gerichtlichen Auseinandersetzung nicht ausgesucht und sind zu Gesprächen bereit.“ Jetzt sei die Politik am Zuge.

Stadt Bremen kann Beschwerde einlegen

Gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts darf die Stadt Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht einlegen. Aus dem Wirtschaftsressort heißt es: „Für weitere Schritte und Bewertungen sind eine ressortübergreifende Prüfung und Abstimmung sowie eine Rücksprache mit der Lenkungsgruppe und der ZZZ nötig.“ Das weitere juristische Vorgehen werde zunächst hausintern geprüft.

Nabu wettert gegen das Urteil

Derweil wettert der Nabu gegen das Urteil. Die Naturschützer fürchten um die natürliche Entwicklung des Geländes, die ersten zarten Erfolge vor Ort und prangern Galopprennen als „Pferdeschinderei im Dienste des Geldes“ an. Nabu-Geschäftsführer Sönke Hofmann sagt: „Wir sehen, wie weit der Arm der mächtigen Pferdelobby reicht, wenn Richter Tierschutz, Naturschutz und Bürgerengagement derart ignorieren.“

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