„Bremen Classic Motorshow“ präsentiert die Sonderschau „Einfach Keil“

Revolutionäre Linien

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Auch deutsche Entwickler beschäftigten sich mit der revolutionären Linie. So sehen die Besucher der Oldtimermesse unter anderem den Mercedes-Benz C 111 von 1970.

Bremen - Von Jörg Esser. Schrille Farben, glatte Flächen, harte Kanten – mit revolutionären Ideen springen die italienischen Designer um Giuseppe „Nuccio“ Bertone zu Beginn der 70er Jahre in die Zukunft. Jenen futuristischen Entwürfen widmet sich die 14. Ausgabe der „Bremen Classic Motorshow“ ineiner Sonderausstellung. Der passende Slogan lautet: „Die 70er: Einfach Keil“.

2015 zeigte die Sonderschau die geschwungenen GT-Formen der Pininfarina-Linie – die Nachkriegsära sozusagen. Mit „Einfach Keil“ geht es pfeilschnell in Richtung Neuzeit. Zur Oldtimermesse von Freitag, 5. Februar, bis Sonntag, 7. Februar, werden in allen acht Messehallen auf der Bürgerweide weit mehr als 40000Besucher erwartet.

Die Sonderschau rückt unter anderem den in Serie produzierten Lamborghini Countach in den Fokus, der als klassischer Vertreter der neuen Keilform gilt. Zu den aufsehenerregenden Modellen, die schrägen Zeitgeist schufen, zählten auch der Ferrari 512 S Berlinetta Speciale, den Pininfarina-Designer Filippo Sapino entwarf – mit V-12-Rennmotor, 96Zentimeter hoch, Fünf-Liter-Hubraum und mehr als 500PS unter der Kühlerhaube. 1973 kreierte die Turiner Styling-Schmiede Bertone einen NSU Trapaze mit Wankelmotor, halbautomatischem Getriebe und gleich sechs Frontscheinwerfern. Jenes Modell hat eine große Ähnlichkeit mit dem tatsächlich gebauten Lancia Stratos. Der Einstieg war hier nur über eine aufklappbare Frontscheibe möglich. Und der Ferrari 512 S Modulo glich mit verkleideten Rädern, umlaufender Gürtellinie und ultraflacher Silhouette einer „fliegenden Untertasse“.

Auch die deutschen Entwickler beschäftigten sich mit den neuen Linien. Dafür stehen exemplarisch Concept-Modelle von Mercedes (C 111) und BMW (Turbo X1). „Die Karossen wirken so komplett anders als alles, was man bis dato kannte. Noch heute sehen sie wie Fahrzeuge aus der Zukunft aus“, sagt Frank Ruge, Projektleiter der „Bremen Classic Motorshow“.

Im Motorradbereich waren es in den 70er Jahren die Japaner, „die mit Macht den Markt aufmischten“, sagt Ruge. Schon Ende der 50er Jahre sei mit der Yamaha YDS 1 und der Honda CB 72 die Neuausrichtung der japanischen Motorradindustrie auf das Exportgeschäft in Angriff genommen worden. „Aber erst mit Beginn der 70er Jahre produzierten Honda, Suzuki, Yamaha und Kawasaki wahre Erfolgsmaschinen“, ergänzt Ruge. Den Besuchern werden in der Sonderschau Serienmodelle und klassische japanische Rennmaschinen wie die Suzuki TR750 und die elf-e Honda RSC gezeigt.

Die Messe bietet auch potenziellen Autokäufern jede Menge Möglichkeiten. Internationale Händler sind in den Hallen 4 bis 6 präsent. In Halle 6 haben zudem die „Jungen Klassiker“ ihren Stammplatz gefunden. Im Parkhaus stehen bei der Fahrzeugbörse mehr als 200Oldtimer von Privat zum Verkauf bereit. Ersatzteile und Zubehör finden Besucher in Halle 7 sowie in der mobilen Halle 8, die für noch mehr Ausstellungsplatz sorgt. Und in Halle 2 setzten wieder diverse Oldtimerclubs „Fahrzeuggeschichte in Szene“, sagt der Projektleiter.

Die „Bremen Classic Motorshow“ hat an allen drei Ausstellungstagen von 9bis18 Uhr geöffnet. Die Tageskarte kostet 16 Euro.

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