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Bundesweite Aktion soll Bienen vor dem Aussterben bewahren

Klar, Honig schmeckt, das weiß auch Imker Dieter Schimanski. Doch die Biene stellt zudem durch ihre Bestäubungsleistung einen unschätzbaren Wert für das ökologische Gleichgewicht dar. Sie ist sie nach Rind und Schwein das wichtigste Nutztier der Welt. - Foto: Koller
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Klar, Honig schmeckt, das weiß auch Imker Dieter Schimanski. Doch die Biene stellt zudem durch ihre Bestäubungsleistung einen unschätzbaren Wert für das ökologische Gleichgewicht dar. Sie ist sie nach Rind und Schwein das wichtigste Nutztier der Welt.

Bremen - Von Steffen Koller. Sie sind nur etwa zwölf Millimeter lang, wiegen gerade mal rund 300 Milligramm – und stellen für die Menschheit dennoch einen unschätzbaren Wert dar: Bienen. Am Donnerstag startete das bundesweites Projekt am Firmensitz von August Brötje. 40 Bienenvölker werden in den nächsten Tagen an verschiedene Standorte der Großhandelsgruppe „Gebäude und Umwelttechnik“ (GUT) verteilt und sollen so einen Beitrag zum Erhalt der honigproduzierenden Insekten leisten.

40 blaue Kästen, unscheinbar und mit Firmenlogos versehen, stehen auf dem Brötje-Firmengelände in Hemelingen. Vom Inhalt bekommt man auf den ersten Blick nicht viel mit. Nur wer mit ganz nah ran geht und gut hinhört, erkennt: Es sind Bienenvölker. Schätzungsweise 1,2 bis 1,5 Millionen Bienen verteilen sich auf die einzelnen Kästen, sagt Bernd Reinken, Sprecher der Gruppe.

Wenige Augenblicke später ist es soweit. Schaumstoffabdeckungen werden von den Kästen gezogen, und schon summt es in allen Richtungen. Für die Bienen ist es zunächst nur ein Ausflug von kurzer Dauer. Bald werden sie auf die einzelnen Standorte der Großhandelsgruppe verteilt und gehen dann ihrer Arbeit nach.

Unerlässlich für den Erhalt der Natur

Wer glaubt, Bienen würden dabei nur schmackhaften Honig produzieren, der irrt. Bienen sind wahre Arbeitstiere und unerlässlich für den Erhalt unserer Natur. Mehr als 80 Prozent der in Deutschland wachsenden Nutz- und Wildpflanzenarten sind auf die Bestäubung durch die Biene angewiesen. Würde es die Biene nicht geben, entstünden Deutschland jährlich 2,5 Milliarden Euro an Einbußen – so hoch wird der volkswirtschaftliche Nutzen der Flügeltiere geschätzt. Auf Europa hochgerechnet, beträgt dieser Wert etwa 14 Milliarden Euro, weltweit wird der volkswirtschaftliche Nutzen von Bienen-Experten sogar auf 135 bis 180 Milliarden Euro geschätzt. Somit nimmt die Biene den dritten Platz der weltweit wichtigsten Nutztiere ein – hinter Rind und Schwein.

In Zusammenarbeit mit „Bee-Rent“, einer Bremer Firma, die Bienen-Leasing anbietet, soll der Schutz der Insekten nun weiter vorangetrieben werden. Für Gründer und Geschäftsführer von „Bee-Rent“, Dieter Schimanski, geht von der Biene und der Imkerei im speziellen bereits seit Kindertagen eine „unheimliche Faszination“ aus, wie er sagt. Durch Monokulturen und die damit verbundene einseitige Ernährung der Bienen sowie eingeschleppten Krankheiten habe es die Biene mittlerweile sehr schwer, berichtet Schimanski weiter.

Bienenvölker-Zahl wird stetig kleiner

Seit 1990 sei die Zahl der Bienenvölker in Deutschland um 30 Prozent gesunken. Grund genug, „Imkerei wieder sexy zu machen“, sagt der Bienen-Experte. Bei ihm hat der Verbund die fleißigen Bienchen für drei Jahre gemietet. „Bee-Rent“ ist auch für die Umsetzung und Begleitung des Projekts zuständig. „In dieser Größenordnung hatten wir noch keinen Kunden“, sagt Schimanski, der Mitglied im Imkerverein Bremen 1875 ist.

Leisten durch das Projekt gleich mehrere Firmen einen Beitrag zum Erhalt der Biene, freut sich Dieter Reinken auch darüber, dass die Handelsgruppe ab sofort „einer der größten Arbeitgeber Deutschlands ist“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Denn wer kann schon behaupten, innerhalb von wenigen Augenblicken fast 1,5 Millionen Angestellte über seinen Firmensitz summen zu lassen?

www.bee-rent.de

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