Team schraubt am Sicherheitskonzept

Notruf-Bierstände und mehr Beamte auf der Breminale

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Bremen - Von Marvin Köhnken. Fünf Tage voller Programm, Hunderttausende Menschen zwischen Weser und Wallanlagen bei freiem Zugang von fast allen Seiten: Damit die 30. Breminale vom 5. bis zum 9. Juli ein Erfolg wird, legen sich auch die Sicherheitskräfte ins Zeug. Dabei spielt auch die weltweite Sicherheitslage eine wichtige Rolle.

Die Polizei Bremen teilt aus diesem Anlass am Mittwoch mit, welche Vorkehrungen das Wohl von Besuchern und Künstlern sicherstellen sollen. Zwar gebe es derzeit keine Hinweise auf konkrete Bedrohungen, die Behörden seien aber dennoch wachsam, sensibilisiert und stünden im Austausch miteinander. Auch die Veranstalter haben sich entsprechende Gedanken gemacht. 

Von Seiten der Polizei werden rund um die Osterdeichwiesen mehr uniformierte und zivile Einsatzkräfte als in den vergangenen Jahren im Einsatz sein. Zum anderen habe sich die Polizei Bremen mit dem Veranstalter und den privaten Sicherheitskräften „umfangreich verständigt und Abläufe optimiert.“

Zuletzt „keine Riesenfehler“ gemacht

Was das genau bedeutet, will Pressesprecher Horst Göbel „aus verständlichen Gründen“ nicht öffentlich ausführen. Selbstverständlich seien sich die Verantwortlichen der nach wie vor herrschenden „abstrakten Gefährdungslage“ bewusst und ließen das auch in ihre Überlegungen einfließen. Auf der anderen Seite sei es aber nicht so, dass „zuletzt Riesenfehler“ gemacht worden seien, die ein generelles Umdenken bei der Planung nötig machen würden. Im vergangenen Jahr hatten mehrere Frauen Anzeige wegen sexueller Belästigung während der Breminale gestellt. 

Auch wenn es bei solchen Großveranstaltungen keinen hundertprozentigen Schutz geben könne, werden alle Verantwortlichen für die bestmögliche Sicherheit sorgen, heißt es. Auch während der Veranstaltungstage stünden der Veranstalter, der private Sicherheitsdienst des Veranstalters und die Polizei im ständigen Kontakt.

Bierstände als Notruf-Stationen

Damit sich die Breminale-Besucher sicher fühlen können, sieht das überarbeitete Sicherheitskonzept des Breminale-Teams vor, ebenfalls deutlich mehr Leute vor Ort zu haben, die wachsam sind und dabei über mehr Funkgeräte verfügen als bisher. Festivalbesucher können zudem erstmals bei Bedarf zu jedem der insgesamt 15 Bierstände gehen, erklärt Max Maurer vom Veranstalter Sternkultur. Die Mitarbeiter an der Theke würden dann über Funk die gerade benötigte Hilfe anfordern.

Kennt man einen Bierstand, kennt man fast alle.

„Diese Neuerung erweitert die Möglichkeiten, uns direkt zu erreichen, wenn es ein Problem gibt“, erklärt der Geschäftsführer und Sicherheitsexperte des Teams. „Und zwar immer dann, wenn sonst niemand von uns zu erkennen ist.“ Dass gerade die oft gut besuchten Bierstände zu Notfall-Stationen werden, habe einen wichtigen Grund: „Wie ein Bierstand aussieht, muss ich niemandem erklären. Sie sind alle sofort zu erkennen“ , sagt Maurer.

Die Polizei Bremen rät allen, die sich bedroht oder körperlich bedrängt fühlen, sich durch lautes Schreien bemerkbar zu machen und zu versuchen, Unbeteiligte direkt und aktiv zur Hilfeleistung aufzufordern. „Sobald Sie sich wieder sicher fühlen, verständigen Sie bitte umgehend die Polizei über den Notruf 110. Dies gilt auch für verdächtige Beobachtungen“, steht in der Mitteilung der Beamten.

Ein 800 Meter breiter Fluchtweg

Nicht zuletzt dem Deich selbst kommt in Max Maurers Sicherheitsplanungen eine Funktion zu. „Wir haben hier den großen Luxus, einen 800 Meter breiten Fluchtweg nutzen zu können, der im Ernstfall von großer Bedeutung sein kann.“ Die Offenheit des Geländes wird aus diesem Blickwinkel im Fall einer Panik zum echten Standortvorteil für die Breminale.

Ein 80 Meter breiter Fluchtweg - der Osterdeich.

Um Unfällen vorzubeugen, wird der Osterdeich von Mittwoch bis Samstag jeweils ab 21 Uhr für Autos zwischen Tiefer und Sielwall gesperrt. Neben öffentlichen Verkehrsmitteln empfiehlt die Polizei, sich zu Fuß oder mit dem Rad zur Breminale aufzubrechen.

Ganz konkret warnt die Polizei darüber hinaus auch 2017 vor Taschendieben. Erfahrungsgemäß nutzen diese Menschenmengen aus, um unbemerkt Wertgegenstände zu stehlen. Die Polizei empfiehlt allen Besuchern, ihr Portemonnaie und andere Wertsachen in verschlossenen Taschen eng am Körper zu tragen. „Nehmen Sie am besten nur so viel Bargeld mit, wie Sie benötigen“, teilen die Beamten mit.

Die Bilder des Festivals im vergangenen Jahr:

29. Breminale - der Sonntag

29. Breminale - der Samstag

29. Breminale - der Freitag

29. Breminale - der Donnerstag

Auftakt der 29. Breminale

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