Bremen - Bremens Grüne.

Bremens Grüne.

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Mediengruppe Kreiszeitung

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Er hat gekämpft. Nicht wie ein Löwe, wohl aber wie ein Lohse. Viele hatten ihm das so gar nicht zugetraut. Er hat gekämpft mit Argumenten, mit Schärfe, mit Süffisanz. Und am Ende hat er gewonnen, sehr deutlich sogar. Die Mitgliederversammlung der Grünen hat Joachim Lohse wieder für das Amt des Bau-, Umwelt- und Verkehrssenators nominiert.

151 Grünen-Mitglieder stimmten im „Kwadrat“ an der Wilhelm-Kaisen-Brücke für Lohse, nur 38 stimmten für den Gegenkandidaten Robert Bücking. Der frühere Viertel-Bürgermeister, jetzt als Abgeordneter in die Bürgerschaft eingezogen, hat eine sehr deutliche Niederlage erlitten. Sie dürfte ihm wehtun.

Weh taten den Grünen insgesamt die starken Stimmenverluste bei der Bürgerschaftswahl am 10. Mai. Wie berichtet, verlor die Partei mehr als sieben Prozentpunkte. Auch das war deutlich. Offen bleibt die Frage, wann und wie die Grünen ihr Wahlergebnis mal aufarbeiten wollen. Lohses beherzter Auftritt führte auf der Landesmitgliederversammlung zu einem Ergebnis ganz im Sinne der Parteispitze, die ihn ja schließlich als einen der Kandidaten für ein Senatorenamt vorgeschlagen hat. Eine Entscheidung für Bücking wäre eine Entscheidung gegen die Parteispitze gewesen. Wer weiß, was dann noch alles passiert wäre bei den Bremer Grünen.

Auf das schlechte Abschneiden bei der Bürgerschaftswahl müssten inhaltliche und personelle Konsequenzen folgen, hatte Lohses Gegenkandidat Bücking gefordert. In der Zuspitzung wurde es dann aber doch eine reine Personendebatte. Mit allem, was so dazugehört. Bücking wurde auch persönlich angegriffen. Er rede zu viel über sich selbst, hieß es etwa. Es folgte das eindeutige Votum für Lohse.

Ist damit nun Ruhe? Die Grünen demonstrieren Einigkeit, könnte man mit oberflächlichem Blick auf die Abstimmungsergebnisse bei der Mitgliederversammlung sagen. Doch es bleibt der Eindruck, dass da etwas noch nicht ausdiskutiert ist – jenseits aller Personaldebatten. Mitregieren allein genügt nicht. Die Grünen müssen sich als Partei neu finden. Sonst laufen ihnen beim nächsten Mal noch mehr Wähler davon.

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