Angebot an drei Orten

Die Szene mitgestalten: Hier skatet Bremen

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Mit viel Gefühl auf die Kante gefahren: Linda Ritterhoff setzt zu einem Balanceakt an, dem „Backside-Feeble“. Dabei wird auf der Kante balanciert, den Rücken zur Rampe.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Es sieht schon etwas halsbrecherisch aus. Mit ordentlich Schwung saust Christiano Da Ros in den Pool, eine mehrere Meter tiefe Betongrube. Auf der anderen Seite fährt er mit seinem bunt bemalten Skateboard wieder hinauf, über den Rand hinweg. Der gelenkige 30-Jährige hebt etwas ab. Unter seinen Füßen überschlägt sich das Skateboard.

Dann landet der Skater mit seinen Füßen wieder auf dem Bord und saust hinab in den Pool der Skateboard-Anlage am Kulturzentrum Schlachthof. Bremen hat was für Skater zu bieten. Ein Sommerausflug für Fans dieses Sports lohnt, dann neben dem Schlachthof hat auch der Sportgarten drei Anlagen.

Der Schlachthof steht in direkter Nachbarschaft des Hauptbahnhofs. Mehrere Rampen sind fest aufgebaut. Damit kann man schon viel anfangen. Doch die eigentliche Leidenschaft von Da Ros ist das ,Street-Fahren‘, das Fahren auf Hindernissen, wie man sie im öffentlichen Verkehrsraum findet: Bordsteine, Treppen, Geländer. „Ich fahre gerne am Leibnizplatz. Der Grünpark dort ist ein spannendes Gelände.“

Eine Meisterin der Balance ist Linda Ritterhoff. Die 33-Jährige lebt in Berlin, machte aber am Schlachthof vor 18  Jahren ihre ersten Erfahrungen auf dem Brett. Sie saust eine zweiseitige Rampe hinab, dann hinauf und balanciert oben ihr Skateboard auf der Kante. Dort steht sie recht lange, bis es wieder hinabgeht. „Man nennt das ,Backside-Feeble‘, da man mit dem Rücken zur Rampe steht“, sagt sie.

Bremer Sportgarten eine wichtige Adresse

Neben dem Schlachthof ist der Bremer Sportgarten mit drei Skater-Arealen eine wichtige Adresse. Schon 20  Jahre gibt es die Anlage in der Pauliner Marsch, die auch viele andere Sportarten anbietet. „Dort sind Rampen und auch ein Street-Bereich. Die Rampen werden auch von BMX-Fahrern befahren“, sagt Ulli Barde, geschäftsführender Vorstand des Sportgartens.

Die Anlage ist überdacht. Vor Ort ist auch eine große Half-Pipe, eine Röhre, in der sich ordentlich Schwung holen lässt. „Sie ist etwa zehn Meter breit und 3,50 Meter hoch. Für den Street-Bereich haben wir Geländer an Treppen. Wir haben den Straßenbereich soweit wie möglich nachempfunden“, sagt Barde. Die Aufbauten sind aus Holz. Sie werden alle acht bis zehn Jahre unter Beteiligung der Skater-Szene umgebaut. „Wenige oder sogar ein einziger Zentimeter machen manchmal den Unterschied zwischen einer guten und einer sehr guten Rampe aus. Darum ist es wichtig, sich beim Umbau auszutauschen.“

Eine zweite Anlage befindet sich in der Überseestadt in Höhe des Überseehafens. Sie ist aus Beton, weil sie nicht überdacht und somit der Witterung ausgesetzt ist. „Teil der Anlage ist eine Bowl-Landschaft mit mehreren verbundenen Pools. Man braucht da schon ein bis zwei Minuten Fahrzeit um durch zu kommen“, sagt Barde. „Da alles zu 100 Prozent passen muss, waren in der dreijährigen Planung drei führende Firmen aus ganz Deutschland beteiligt.“ Umbauten seien bei der Betonanlage nicht möglich.

Skaterhalle im alten Postamt 5

Die dritte Anlage erlaubt den Skatern, ihren Sport auch im und um den Winter auszuüben: eine Skaterhalle im alten Postamt 5 am Bahnhof mit 1000 Quadratmetern Fläche und noch dichter am Bahnhof als der Schlachthof. Diese entschädigt die Skater für den Verlust des Areals durch die Bebauung des Bahnhofsvorplatzes. Die Halle öffnet auch bei schlechtem Wetter. Sie bietet Möglichkeiten sowohl für Anhänger des Street- als auch des Rampenfahrens und wird auch mit BMX-Rädern genutzt. Die drei Anlagen des Sportgartens ziehen nicht nur Skater aus Bremen an. „Die Leute kommen aus dem Umland und ganz Deutschland. Gerade bei den von uns angebotenen Workshops wird der nationale Zusammenhang gepflegt“, sagt Barde. Das Gros der Skater ist im Alter von 15 bis 25 Jahren. „Wir haben einen starken Nachwuchs in Bremen. Im Sportgarten kann man diesen Sport gut lernen. Wir fangen schon mit Fünf- bis Siebenjährigen an“, sagt Barde.

www.sportgarten.de

www.schlachthof-bremen.de

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