Mit Schnellstraße und Disco

Bremen boostert: Brill-Impfzentrum in der City öffnet nächste Woche

Impfkabinen unter dem historischen Glasdach in der früheren Kassenhalle der Sparkasse (Am Brill). Das neue Zentrum soll vor allem einen großen Teil der etwa 220 000 anstehenden Booster-Impfungen abfangen. Auch Erst- und Zweitimpfungen werden angeboten.
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Impfkabinen unter dem historischen Glasdach in der früheren Kassenhalle der Sparkasse (Am Brill). Das neue Zentrum soll vor allem einen großen Teil der etwa 220 .000 anstehenden Booster-Impfungen abfangen. Auch Erst- und Zweitimpfungen werden angeboten.

„Deutschlands schönstes Impfzentrum!“ Der Unternehmer Kurt Zech steht in der historischen Kassenhalle der früheren Sparkassen-Zentrale (Am Brill) und freut sich: Marmor, kunstvolle Glasdecke, Wandreliefs mit Szenen aus der bremischen Handelsgeschichte. Und mittendrin: Impfkabinen. In nur wenigen Tagen, sozusagen im Booster-Tempo, ist hier Bremens zentrales neues Impfzentrum eingerichtet worden.

Bremen - Nächste Woche soll es den Betrieb aufnehmen – bis dahin wird es noch dauern, Personal zu finden und einzustellen. Etwa 600 Menschen werden insgesamt gebraucht. Das Impfzentrum soll sieben Tage in der Woche öffnen; Stand jetzt von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, so Lukas Fuhrmann, Sprecher des Gesundheitsressorts. Bis zu 5. 000 Impfungen am Tag sollen möglich sein, das wäre ein Boost (Schub) vor allem für die Corona-Auffrischimpfungen (Booster) in Bremen.

Bis Ende Januar 2022 soll das Brill-Impfzentrum auf jeden Fall in Betrieb bleiben, bei Bedarf auch länger. Bis Ende April fördert der Bund Impfzentren zur Hälfte. Warum wurde das gut funktionierende Impfzentrum in Messehalle 7 auf der Bürgerweide überhaupt erst geschlossen? Der Bund hatte es so vorgegeben. Bremen sei dagegen gewesen, so Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) – und habe dann auf dezentrale Angebote und Impfstellen gesetzt. Vor einer Schließung des Zentrums werde man dieses Mal lange abwarten.

Das neue Impfzentrum liegt buchstäblich zentral. In der Nähe gibt es gleich mehrere Parkhäuser, an der Brill-Kreuzung halten Busse und Straßenbahnen verschiedener Linien. Der Unternehmer Kurt Zech hat den Kontakt zu den Investoren Pinchas und Samuel Schapira hergestellt, denen das frühere Sparkassen-Areal gehört. Sie stellen das Gebäude mietfrei zur Verfügung, das Impfzentrum muss nur für Strom, Wasser und Heizkosten aufkommen.

Initiative „Bremen impft“ lobt „einmalige Zusammenarbeit“

Bremer Impf-Partner – von links gesehen: Christian Seidenstücker, Claudia Bernhard, Kurt Zech.

36 Impfkabinen wurden eingerichtet, um die technische Infrastruktur samt Call-Center kümmern sich wieder die Event-Experten von der Veranstaltungsagentur Joke, deren Chef Christian Seidenstücker ebenso zu den treibenden Kräften der Unternehmer-Initiative „Bremen impft“ gehört wie die Zech Group. Dieses Zusammenwirken von Politik, Verwaltung und Wirtschaft in Bremen sei „einmalig in Deutschland“, so Seidenstücker. Warum funktioniert‘s? „Alle haben das gleiche Ziel.“

Auf der unteren Ebene des Brill-Impfzentrums läuft die Registrierung, auf der zweiten liegen die Impfkabinen und die Ruhezonen. Hinzu kommt ein barrierefrei erreichbarer Impfbereich. Neu am Konzept ist die Möglichkeit der „Impf-Schnellstraße“: Wer beim Boostern vor dem Pikser ausdrücklich auf eine erneute (und damit dritte) ausführliche ärztliche Aufklärung verzichtet, kommt schneller voran. Das spart im Impfzentrum auch Personalressourcen. Eine Zusammenfassung von Beratung und Impfung sei „effizient“, so sieht es auch Senatorin Bernhard. „Wir können mit weniger Menschen mehr impfen.“

Bremer Impf-Disco soll junge Leute anlocken

Die Registrierungszone des Impfzentrums, das auch Menschen offensteht, die in Bremen arbeiten.

Apropos. . . wer im Impfzentrum helfen möchte, kann sich unter dieser Adresse melden. 170 Menschen haben das gleich gemacht, nachdem die Pläne zur Einrichtung des neuen Impfzentrums öffentlich bekannt worden waren. „55 Ärzte, 32 medizinische Fachkräfte sowie organisatorische Helfer“, so Zech-Sprecher Holger Römer. „Die Hilfsbereitschaft der Bremer ist nach wie vor sensationell.“

Auch die Impfbereitschaft ist groß in Bremen. Gleichwohl könnte es in manchen Altersgruppen noch etwas besser laufen. Auch dafür gibt es Ideen. Veranstaltungs-Experte Seidenstücker etwa denkt bereits an abendliches „Event-Impfen mit Disco – für junge Menschen“. So öffnet das neue Impfzentrum Bremen nicht allein beim Boostern zusätzliche Perspektiven. Ohnehin gilt, was Senatorin Bernhard so zusammenfasst: „Wenn alles komplett aufgestockt und ausgestaltet ist, haben wir hier mehr Möglichkeiten als in Halle 7.“

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