Rettungskräfte bilanzieren Jahreswechsel

Tödliche Bluttat am Neujahrsmorgen

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Und los geht’s mit dem neuen Jahr. Für die Bremer Polizei begann 2018 mit einsatzreichen Stunden und dem Fund einer erstochenen Frau in Osterholz. - Foto: dpa

Bremen - Von Jörg Esser. Eine Beziehungstat mit tödlichem Ausgang am Neujahrsmorgen. Und zuvor eine Silvesternacht mit mehr als 50 Schlägereien und mit Raketenangriffen auf Einsatzkräfte. Die Bremer Polizei blickt auf einen arbeitsreichen Jahreswechsel zurück. Innerhalb von zwölf Stunden rückten Streifenwagen zu 313 Einsätzen aus.

Zunächst nach Osterholz: Dort soll ein 27-Jähriger seine gleichaltrige Ehefrau am Neujahrsmorgen getötet haben. An der Kreuznacher Straße hatten Nachbarn gegen 3.50 Uhr Hilfeschreie einer Frau gehört und die Polizei gerufen. Die Beamten fanden die 27-Jährige auf der Straße liegend. Sie wies Stichverletzungen auf. Wiederbelebungsmaßnahmen blieben erfolglos. Die Frau starb kurz darauf. 

Die Polizisten nahmen den Ehemann in der Nähe des Fundortes der Frauenleiche fest. Die Mordkommission hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Beamten gehen derzeit von einer Beziehungstat aus. Die Leiche der Frau werde jetzt untersucht, sagte ein Polizeisprecher. Das Ergebnis soll im Laufe der Woche vorliegen. Die Staatsanwaltschaft will heute weitere Details bekanntgeben.

Bahnmitarbeiter mit Pyrotechnik attackiert

Zurück in die letzten Stunden des alten Jahres: Gegen 21.30 Uhr wurden laut Polizei Sicherheitsmitarbeiter der Bahn am Bahnhofsplatz von etwa 50 Personen bedrängt und angegriffen. Die eintreffenden Polizisten seien von den Angreifern mit Pyrotechnik beschossen worden. Ein Großaufgebot von Einsatzkräften „beendete das Szenario, nahm mehrere Männer vorläufig fest und erteilte Platzverweise“, sagte ein Polizeisprecher. Es seien Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet worden.

Bis Mitternacht feierten weiteren Angaben zufolge an der Schlachte etwa 5 000 und im Bereich der Sielwallkreuzung 500 Menschen. Zunächst blieb die Stimmung „friedlich und ausgelassen“. Ab Mitternacht wurden dann aber Einsatzkräfte der Polizei an der Sielwallkreuzung mit Raketen und Böllern beschossen. Ein Polizist wurde dabei am Oberschenkel verletzt. Auch hier wurden mehrere Strafanzeigen gefertigt, hieß es.

Junge Frauen belästigt

In der Innenstadt wurden im Laufe der Nacht zwei junge Frauen aus Niedersachsen von mehreren jungen Männern bedrängt und im Intimbereich berührt. Im Rahmen der Fahndung nahm die Polizei einen 20 Jahre alter Syrer fest. Die Ermittlungen hierzu dauern an.

In Vegesack wollte ein 28  Jahre alter Mann kurz nach dem Jahreswechsel auf der Uhthoffstraße eine Rakete zünden. Just zu diesem Zeitpunkt befuhr ein 58-Jähriger mit seinem Auto die Straße. Der Autofahrer steuerte direkt in die Nebelwand der Rakete hinein und erkannte den Fußgänger nicht rechtzeitig. Es kam zu einem Zusammenstoß. Das Auto erfasste den 28-Jährigen. Der Mann wurde schwerverletzt in ein Krankenhaus eingeliefert, so der Polizeisprecher.

Rettungsdienst rückte 200 Mal aus

Die Feuerwehr bilanzierte am Montagmorgen zunächst einen „erstaunlich ruhigen Jahreswechsel“ – mit 26 Einsätzen Lösch- und Hilfeleistungsdienst. „Das Spektrum reichte von brennenden Müllcontainern, ausgelösten Brandmeldeanlagen bis zum Kellerbrand“, sagte ein Sprecher. Im Rettungsdienst gab es in der Silvesternacht hingegen annähernd 200 Einsätzen. Hauptgrund: übermäßiger Alkoholkonsum.

Im Laufe des Neujahrstages wurde es für die Feuerwehr unruhiger. In Oslebshausen brannte am Morgen der Schuppen an einem zweigeschossigen Reihenmittelhaus. Die Flammen hatten bereits auf das Gebäude übergegriffen. Die Feuerwehr rettete die Bewohner – zwei Erwachsene und ein Kind sowie den Hund der Familie. Das Feuer sei gelöscht, die gesamte Dachhaut des Anbaus aufgenommen worden. Die Kripo hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. 35 Feuerwehrleute waren vor Ort.

40 Einsatzkräfte zu Brand in Tiefgarage geschickt

Gegen Mittag traf eine unklare Feuermeldung aus Horn-Lehe in der Rettungsleitstelle ein. 40 Einsatzkräfte mit elf Fahrzeugen wurde losgeschickt. Beim Eintreffen brannte jedoch lediglich Müll in einer Tiefgarage an der Spittaler Straße. Personen kamen nicht zu Schaden.

Schließlich landete in Blumenthal ein Kleintransporter an einer Hauswand. Der Fahrer war in seinem Fahrzeug eingeklemmt. Einsatzkräfte befreiten ihn mit Spreizer und Hydraulikschere aus seiner misslichen Lage. „Die Statik des Hauses war nicht beeinträchtigt“, sagte ein Feuerwehrsprecher.

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