Auktionsmarathon im Metropol-Theater / 70 000 Euro für Stiftung

Bremen: Bieterrennen

Blick ins Auktionshaus: Die ersteigerten Werke warten bei Bolland & Marotz auf die Abholung.
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Blick ins Auktionshaus: Die ersteigerten Werke warten bei Bolland & Marotz auf die Abholung.

Bremen – „Es geht nicht nur um die Figur. Es geht auch um den guten Zweck“, sagt Auktionator Michael Lehrberger (57). Er absolviert einen gut zehn Stunden dauernden Auktionsmarathon auf der Bühne des Metropol-Theaters. Etwa 900 Exponate werden hier am Sonnabend durch das Auktionshaus Bolland & Marotz versteigert, davon etwa 40 aus dem Sparkassengebäude am Brill.

Diese Stücke renommierter Künstler werden zugunsten der Stiftung „Gut für Bremen“, die verschiedenste Bereiche fördert, versteigert. Die Sparkasse baut in Uni-Nähe neu und verabschiedet sich daher von allerlei Kunst. Das Gebot für die an die Wand projizierte Skulptur von Bernd Altenstein, Jahrgang 1943, steigt schnell von 500 auf 950 Euro. „Wer macht die 1 000 voll?“, fragt Lehrberger fordernd. Die 1 000 kommt und gleich danach die 1 100. Die Bronze-patinierte Skulptur eines sitzenden Paares kommt sichtlich an. Weiter geht es bis auf 1 500 Euro, eine Verdreifachung im rasanten Tempo. Dann passiert allerdings nichts mehr. „Kein höheres Gebot?“, fragt Lehrberger und schaut sich um. Dann ist es soweit: „1 500 Euro zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten.“

Bieterrennen in Bremen: Wettstreit mit England

Begehrt aus der Sparkassen-Sammlung ist auch die Büste eines Mädchens mit Weinranken aus weißem Marmor, entstanden im 19. Jahrhundert. Bei 850 Euro geht es los. Gebote aus dem Netz treiben den Preis sofort hoch. Aus England werden digital 1 300 Euro geboten, bevor der Saal zum Zug kommt. Lehrberger moderiert ein kurzes Bieterrennen Bremen gegen England. 1 400 Euro aus Bremen, 100 mehr aus England. Eine Frau im Saal bietet 1 600 Euro. Die Schönheit aus Marmor bleibt in Bremen.

Wegen Corona findet die Auktion nicht im Auktionssaal von Bolland & Marotz (B&M) in Bremen statt. Auktionator Lehrberger von B&M, der aus der Nähe von Zürich kommt, sagt zur Arbeit auf der Theaterbühne: „Das ist nicht leicht. Man muss ständig die ganze Breite im Blick haben.“ Doch auch das reicht nicht. Immer wieder kommen Angebote übers Internet. Am Rand der Bühne werden an Telefonen Gebote angenommen. Die Mitarbeiter sind meist für mehrere Bieter zuständig, aus Datenschutzgründen ohne Konferenzschaltung, sagt Jörg Steffens (55) von B&M, der aus Martfeld kommt. Teilweise müssen mehrere Interessenten nacheinander angerufen werden. Es herrscht Konzentration. Die Bieter blicken gebannt auf die Bühne, mal in den Katalog. Und hin und wieder hebt jemand sein Schild mit seiner Bieternummer.

Bieterrennen in Bremen: Weitere Versteigerung geplant

Nicola Oppermann, Sprecherin der Sparkasse Bremen, zeigt sich während der Auktion „sehr zufrieden“. Immerhin schießen die Gebote bei mehreren Exponaten in die Höhe. So auch bei der Skulptur „Die Allegorie der Malerei“ von Jean-Paul Aubé (1837 bis 1916). Die Darstellung einer Frau mit Malausrüstung startet bei 800 und erreicht 4 200 Euro. Insgesamt kommen für die Stiftung der Sparkasse etwa 70 000 Euro zusammen.

Eine weitere Versteigerung mit Kunst aus den Bankräumen findet am 6. November (ab 10 Uhr) online durch das Auktionshaus Hansa in Walle statt. Dort werde mehr zeitgenössische Kunst versteigert, die auch für weniger Geld zu haben sei, sagt Oppermann. Vorbesichtigung: 4./5. November, 14 bis 19 Uhr, Lindemannstraße 18.

Von Martin Kowalewski

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