Schockanrufer tricksen Senioren aus

Telefon-Betrüger gaukeln Unfall von Angehörigen vor

Bremen - Wieder haben Trickbetrüger in Bremen Senioren hereingelegt. Gleich in zwei Fällen gelang es bisher unbekannten Tätern in Walle und Gröpelingen, ältere Menschen durch Tricks am Telefon zu täuschen und Geld zu erbeuten. Das berichtete am Montag ein Polizeisprecher.

Seinen Angaben zufolge wandten die Täter in beiden Fällen den sogenannten Enkeltrick an, erweiterten ihn jedoch um eine Komponente, bei der den alten Menschen vorgegaukelt wurde, dass ein Familienmitglied in Not sei. „Es meldete sich zunächst ein falscher Enkel am Telefon und erklärte, dass er einen Verkehrsunfall gehabt habe. Dann übernahm ein falscher Polizist das Telefonat und erklärte, dass eine bestimmte Geldsumme sofort gezahlt werden müsse“, berichtete am Montag Gundmar Köster von der Abteilung Nord/West bei der Polizei. Und die Betrüger trieben das miese Spiel weiter: Ein Bote werde in Kürze zur Wohnung kommen und das geforderte Geld abholen, hieß es am Telefon.

In einem Fall wurde laut Köster eine 90 Jahre alte Frau aus Gröpelingen angerufen. Sie übergab einem angeblichen Unfallopfer, das sich mit Namen „Lenz“ vorstellte, mehrere hundert Euro. Der Mann wird als etwa 50 Jahre alt, 1,65 bis 1,70 Meter groß und schlank beschrieben. Er trug einen Drei-Tage-Bart.

Zweiter Fall trifft 84-Jährigen aus Walle

Im zweiten Fall legten die Trickbetrüger einen 84 Jahre alten Mann aus Walle herein. Er händigte einem vermeintlichen Boten einen größeren Geldbetrag aus, wie der Polizeisprecher mitteilte. Der Tatverdächtige wird hier als etwa 40 Jahre alt und schlank, mit kurzen blonden Haaren und einem schmalen Gesicht beschrieben.

Hinweise nimmt der Kriminaldauerdienst unter der Rufnummer 0421/362-3888 entgegen. Die Polizei rät in Fällen solcher Schockanrufe, sofort das echte Familienmitglied auf dessen Mobiltelefon zurückzurufen und sich nach seinem Befinden zu erkundigen. Gundmar Köster: „Es sollten niemals Geld oder Wertsachen an fremde Personen übergeben werden, auch nicht, wenn ein Notfall vorgetäuscht wird. Bei fragwürdigen Anrufen sollte auf jeden Fall die Polizei informiert werden. Der Notruf 110 ist immer kostenlos.“

 gn 

Mehr Infos auf www.polizei.bremen.de

Rubriklistenbild: © dpa

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