Grundsteinlegung für die „Weserhöfe“ in der Neustadt

Bremen baut citynah

So sollen die „Weserhöfe“ einmal aussehen: Vor der Baugrube steht eine Staffelei mit einer Visualisierung des Entwurfs. Die Projektentwicklungsgesellschaft Justus Grosse baut in der Neustadt – am Rande der Innenstadt – 266 Wohnungen.
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So sollen die „Weserhöfe“ einmal aussehen: Vor der Baugrube steht eine Staffelei mit einer Visualisierung des Entwurfs. Die Projektentwicklungsgesellschaft Justus Grosse baut in der Neustadt – am Rande der Innenstadt – 266 Wohnungen.
  • Thomas Kuzaj
    vonThomas Kuzaj
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Bremen – Die Sonne strahlt und der Bürgermeister hält eine Rede. Den „guten Mix“ lobt Andreas Bovenschulte (SPD). Damit meint er aber nicht Sonnenstrahlen, Schönwetterwolken und blauen Himmel, sondern die „Weserhöfe“. Für das Bauprojekt in der Neustadt wurde am Freitag der symbolische Grundstein gelegt – samt Spatenstich und natürlich mit coronakonformem Abstand.

„Zentrale Lage, architektonisch und ökologisch ansprechend, auch bezahlbarer Wohnraum dabei“, das ist der „gute Mix“, den Bovenschulte meint. 266 Wohnungen entstehen hier – auf dem früheren Jacobs- und späteren Mondelez-Areal im Bereich von Grünen- und Häschenstraße in Sichtweite der Kleinen Weser, direkt an der Straße Am Deich. Die Bremer Die Projektentwicklungsgesellschaft Justus Grosse baut die „Weserhöfe“.

Unter begrünten Dächern entstehen „186 Eigentumswohnungen und 80 öffentlich geförderte Wohnungen, die von der Gewoba übernommen werden“, sagt Grosse-Chef Joachim Linnemann. In Richtung Langemarckstraße entstehen auch gewerbliche Flächen, um deren Entwicklung sich der Unternehmer Christian Jacobs kümmert – vor wenigen Tagen erst hatte er ein paar Steinwürfe entfernt in der Innenstadt das „Johann-Jacobs-Haus“ eröffnet.

„Weserhöfe“: „Traumlage an der Kleinen Weser“ in Bremen

Apropos Innenstadt. Die „Traumlage an der Kleinen Weser“ biete „innenstadtnahes Wohnen“, sagt Joachim Linnemann. So sei das Projekt auch ein Beitrag zur gegenwärtig viel diskutierten Entwicklung der Bremer Innenstadt. Clemens Paul, Linnemanns Partner als geschäftsführender Grosse-Gesellschafter, spricht von „Urbanität“, zu der auch eine „gute Infrastruktur“ gehöre – etwa die Erreichbarkeit mit „allen Verkehrsträgern“.

Bausenatorin Maike Schaefer (Grüne) spricht von einem „strategisch wichtigen Standort“ am Eingang zur Neustadt und am Eingang zur Innenstadt – je nach Richtung. Der Lucie-Flechtmann-Platz liege ebenso in der Nachbarschaft wie die Hochschule. Früher sei hier „ein geschlossenes Areal“ gewesen, nun werde den Bremern „ein Stück ihrer Stadt zurückgegeben“.

Bremer 80-Millionen-Euro-Projekt soll Ende 2022 fertig sein

Die in einem Werkstattverfahren prämierte städtebauliche Konzeption entstammt dem Architekturbüro „Léonwolhage“. Ende 2022 sollen die „Weserhöfe“ fertig sein. Justus Grosse investiert etwa 80 Millionen Euro. Cora Baumann und Simon Rott leiten das Projekt.

Und es wächst, das Projekt. Das wird beim Blick in die Baugrube deutlich. Vor wenigen Wochen sah es hier noch ganz anders aus – Ende Mai waren die Archäologen am, Zuge, wie es bei solchen Bauprojekten üblich ist. Dr. Dieter Bischop, bei der Landesarchäologie zuständig für die Stadt, hatte „gehofft, hier die Reste eines mittelalterlichen Dorfes zu finden“, sagt Linnemann.

Das Dorf fanden die Archäologen zwar nicht, wohl aber mittelalterliche Tonscherben. Und sie könnten mit dem Dorf namens „Ledense“ zusammenhängen, das ursprünglich auf dem Gebiet der späteren Neustadt gelegen hat. Es ist – zugespitzt formuliert – eine Art bremisches Atlantis, die ganz genaue Lage von „Ledense“ ist unbekannt.

Die Bremer „Weserhöfe“ entstehen an einer historischen Stelle

Der Name taucht im 14. Jahrhundert auf; schon im 9. Jahrhundert aber wurde ein „Liudwineshusun“ genannt, heißt es im „Großen Bremen-Lexikon“ des Historikers Herbert Schwarzwälder (1919 bis 2011). Was die Archäologen auf dem „Weserhöfe“-Grundstück fanden, waren Uferbefestigungen aus dem 17. Jahrhundert. Auch eine hölzerne Wasserleitung, die noch datiert werden muss, kam ans Licht der Gegenwart. Spuren bremischen Handwerks, Spuren bremischen Wirtschaftens aus vergangenen Epochen.

„Dieser Grund und Boden hat eine gewisse historische Bedeutung für Bremen“, sagt Joachim Linnemann. Die Bremer Sommersonne fällt auf die „Weserhöfe“. Und dann ist es auch schon Zeit, zum Spaten zu greifen.

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