Zwischennutzung für Galopprennbahn beginnt nach den Ferien

Bremen: Ballone statt Pferde

Seit fast zweieinhalb Jahren finden auf der Galopprennbahn in der Vahr keine Rennen mehr statt. Neben der Tribüne (links) ist das Atlantic Hotel zu sehen.
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Seit fast zweieinhalb Jahren finden auf der Galopprennbahn in der Vahr keine Rennen mehr statt. Neben der Tribüne (links) ist das Atlantic Hotel zu sehen.
  • Martin Kowalewski
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Bremen – Bald kehrt auf der Galopprennbahn in der Vahr wieder Leben ein. Nach den Sommerferien soll es Zwischennutzungen geben. Eine erste Auswahl von eingereichten Vorschlägen, die realisiert werden können, hat die Bremer Zwischenzeitzentrale (ZZZ) in dieser Woche bekanntgegeben. Sport, Events und Umweltbildung sind dabei. Es können weiterhin Vorschläge eingereicht werden.

Erlaubt ist ein Bürgerfest der Bürgerinitiative Rennbahn. Das ist für den 19. September geplant, so Sprecher Andreas Sponbiel. Zu sehen sein soll unter anderem ein Show-Rennen mit Pferden von Pavel Vovcenko. Auch geplant: Ponyreiten, Begehungen der Fläche und Begleitmusik. Im Mittelpunkt steht bei dem Fest aber ein „Marktplatz der Ideen“. Vereine und Verbände dürfen auf dem Fest für ihre Ideen zur langfristigen Nutzung des Geländes werben, heißt es. Noch sei unklar, wie viele Besucher kommen dürfen.

Matthias Jürgens, Gründer und Vorsitzender des 1. Bremer Crossgolf-Clubs, freut sich, dass sein Verein ebenfalls ausgewählt wurde. 30 bis 40 Mitglieder würden regelmäßig in Bremen und Umland spielen. Beim Crossgolf geht es nicht darum, den Ball mit möglichst wenigen Schlägen in ein Loch zu spielen, wie beim normalen Golf, das durch die ehemalige „Golf-range“ auf dem Gelände Tradition hat. Vielmehr suche man sich sein Ziel selbst aus, etwa einen Baumstamm, eine Bank, ein Netz oder einen Eimer. Dort muss der Ball mit wenigen Schlägen hin. „Wir benutzen andere Bälle. Die verletzen niemanden und verursachen keine Beulen im Auto“, sagt Jürgens. „Der Verein braucht lediglich eine kleine Lagerfläche. Wir könnten sofort loslegen.“ Jürgens sagt auch, er habe genügend Ausrüstung für ganze Schulklassen.

Galopprennbahn Bremen: Ballonfahrer starten vor Sonnenuntergang

Der Verein Ballonsport Bremen mit 18 Mitgliedern und einem eigenen Ballon ist ebenfalls aufgeführt und will das Rennbahngelände als Startplatz nutzen. Der Verein brauche für seine Starts eine kleine Ecke, etwa 2 000 Quadratmeter, ohne Bäume, sagt Wolfgang Pastler, Zweiter Vorsitzender des Vereins. Gestartet werde zwei Stunden vor Sonnenuntergang oder Sonnenaufgang, um der Thermik zu entgehen, so Pastler weiter. Bisher startet der Verein nur im Bremer Umland, etwa in Achim. Landen dürfe der Ballon überall. „Wenn das Gas alle ist, muss man runter. Starten darf man nur mit einer Genehmigung“, sagt Pastler.

Galopprennbahn Bremen: Und der Rennverein?

Keine Erwähnung in der Mitteilung der ZZZ findet der Bremer Rennverein, der sich ebenfalls beworben hat, und mit dem Pferdesport der Tradition des Geländes am nächsten ist. Frank Lenk, Sprecher des Rennvereins, sagt: „Man hätte schon ein Wort dazu verlieren können.“ Dem Rennverein schwebt eine mehrtägige Veranstaltung mit einigen Rennen im kommenden Sommer vor, also nichts, was einer schnellen Genehmigung bedürfe. Lenk berichtet von einem „guten Gespräch“ mit der ZZZ: „Wir konnten mit dem Vorurteil aufräumen, dass wir hier ein ,closed shop’ werden wollen. Wir wollen ein kleines Zeitfenster und Teil der gesamten Nutzung sein.“ Das gelte auch für die langfristige Nutzung. Zudem sagt er: „Das, was jetzt stattfindet an neuer Nutzung, haben wir im Prinzip schon gemacht. Die Idee, das Gelände zu öffnen, kommt vom Rennverein.“ Gegeben habe es unter anderem Public Viewing beim Fußball, Flohmärkte und ein indisches Farbfestival.

Wie es langfristig auf dem Gelände weitergeht, dessen Wohnbebauung durch einen Volksentscheid verhindert wurde, klärt ein Runder Tisch. Die Öffnung der 34 Hektar großen Fläche soll über Zwischennutzungen folgen, so das zuständige Wirtschaftsressort. Ein Konzept zur allgemeinen Öffnung des Areals, unter anderem mit Einhaltung der Verkehrssicherungspflicht und des Biotopschutzes, gebe es seitens der Wirtschaftsförderung Bremen (vom Wirtschaftsressort mit der Verwaltung des Geländes beauftragt) noch nicht, so das Ressort. „Das ist enttäuschend“, sagt Sponbiel. Die allgemeine Öffnung sei ein Hauptanliegen der Bürgerinitiative.

Von Martin Kowalewski

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