Bekennerschreiben aus der linken Szene

Anschlag auf OHB: Soko „Linksextremismus“ ermittelt

Bei einem Brandanschlag auf OHB in Bremen ist ein Schaden in sechsstelliger Höhe entstanden.
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Bei einem Brandanschlag auf OHB in Bremen ist ein Schaden in sechsstelliger Höhe entstanden.

Nach dem Brandschlag mit hohem Schaden auf das Raumfahrtunternehmen OHB will Bremen eine Soko „Linksextremismus“ einsetzen. Inzwischen liegt ein Bekennerschreiben aus der linksradikalen Szene vor.

Bremen – Seit Monaten werden in Bremen Autos von Polizei, Bundeswehr und Immobilienunternehmen angezündet. Ebenso trifft es Gebäude, es gibt zahllose Schmierereien mit Schriftzügen wie „Acab“ (all cops are bastards – alle Polizisten sind Bastarde). Zudem ist das Luft- und Raumfahrtunternehmen OHB Ziel von Attacken. Immer wieder führen die Spuren in die linksextreme Szene. Jetzt, nach dem schweren Brandschlag auf OHB in der Nacht zum 1. Januar, hat Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) eine Sonderkommission „Linksextremismus“ auf den Weg gebracht.

Bei dem jüngsten Anschlag entstand hoher Sachschaden. OHB geht nach Angaben von Vorstandsmitglied Dirk Schulze mindestens von einem sechsstelligen Betrag aus. Ein Wachmann, der sich in der Neujahrsnacht im brennenden Gebäude aufhielt, entkam den Flammen gerade noch. „Er entdeckte das Feuer und rettete sich nach draußen. Dieser schnellen und umsichtigen Reaktion ist es zu verdanken, dass er durch die unkontrollierbaren Flammen oder die lebensgefährlichen Rauchgase nicht zu Schaden kam“, sagte am Donnerstag Polizeisprecher Nils Matthiesen.

Bekennerschreiben auf linksextremer Plattform

Mäurer, der die Tat aufs schärfste verurteilte, hatte die Täter bereits kurz nach dem Anschlag in der stark ausgeprägten linken Szene in Bremen vermutet. Darauf deutet auch alles hin: Auf einer Plattform, die die Polizei „wegen ihrer linksradikalen Inhalte“ als linksextrem einstuft, ist nun ein Bekennerschreiben aufgetaucht. Die Ermittler gehen von der Echtheit des Schreibens aus, so Matthiesen. Zu dem Anschlag bekannte sich eine Gruppe, die sich „Autonome Antimilitarist*innen“ nennt. Sie bezeichnet OHB als Rüstungskonzern und wirft ihm vor, Satellitensysteme für militärische Zwecke zu bauen. Gewalt hält die Gruppe für ein richtiges Mittel, um „Abrüstung voranzubringen“. Bereits nach einem Anschlag im November 2021 war auf der Plattform ein Bekennerschreiben aufgetaucht. Als Motiv für zwei Brandsätze wurden Geschäfte mit der Bundeswehr genannt. Der Umsatzanteil durch das Geschäft mit der Bundeswehr liegt laut OHB im einstelligen Prozentbereich.

Im Zuge der Ermittlungen zum aktuellen Anschlag fanden die Ermittler heraus, dass die Täter in der Nacht zu Neujahr mehrere Brandsätze in das OHB-Gebäude geworfen hatten, so Matthiesen.

Soko „Linksextremismus“: Spezialisten arbeiten zusammen

Die Ermittlungen zu den unzähligen Attacken aus der linken Szene in Bremen waren bislang wenig von Erfolg gekrönt. Das soll nun mit der Soko „Linksextremismus“ mit Spezialisten aus verschiedenen Bereichen anders werden. Die Ermittlungsgruppe „Feuer“ wird in der Soko aufgehen, sagte Polizeipräsident Dirk Fasse. Vorbild ist die Soko „Rechtsextremismus“. Feuerwehrchef Philipp Heßemer betonte die Gefährlichkeit von Bränden und Explosionen. In kürzester Zeit könnten schon Kleinstbrände lebensgefährlich sein.

Am Donnerstag besuchten Ulrich Mäurer und Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) das Raumfahrtunternehmen in Uni-Nähe. Sie verurteilten den Anschlag erneut und betonten den hohen Stellenwert von OHB für Bremen. Am Montag hatten CDU, Grüne und FDP die Attacke ebenfalls scharf verurteilt. CDU und Liberale forderten endlich Maßnahmen gegen die „militanten Angriffe aus der linksextremistischen Szene“ in Bremen.

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