„Abstimmung mit den Füßen“

Großer Andrang: Einlassstopp auf der Bremer Rennbahn

Das Wetter war trübe, dennoch kamen die Besucher am Sonnabend in Scharen auf die Galopprennbahn in der Vahr. Nach dreieinhalb Jahren hatte der Rennverein Bremen hier wieder Pferdesport auf die Beine gestellt.
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Das Wetter war trübe, dennoch kamen die Besucher am Sonnabend in Scharen auf die Galopprennbahn in der Vahr. Nach dreieinhalb Jahren hatte der Rennverein Bremen hier wieder Pferdesport auf die Beine gestellt.

Großer Andrang trotz Bremer Schmuddelwetters auf der Bremer Galopprennbahn. Hier liefen sie wieder, die Pferde - nach dreieinhalb Jahren Pause und viel Hickhack.

Bremen – „Mit dieser Resonanz haben wir den Auftrag bekommen für weitere Renntage“, sagt Frank Lenk, Präsident des Bremer Rennvereins. Man sei super zufrieden. Gut 4 860 Zuschauer sind zum Galopprenntag am Sonnabend gekommen. „Das war eine Abstimmung mit den Füßen“, so Lenk. Der nächste Renntag soll am Karfreitag stattfinden, lautet der Plan.

Für die Veranstaltung in der Vahr galt die 3G-Regel. Wegen Corona habe man die 5 000er-Grenze nicht knacken wollen, so Lenk. Der Andrang nach der langen Galopprennsport-Pause war groß, es gab zwischenzeitlich sogar einen Einlassstopp. Den bislang letzten Renntag gab es im März 2018 – nach 161 Jahren Galoppsport in Bremen. Der rot-grüne Senat wollte auf den Gelände 1 000 Wohnungen bauen, doch die Bremer lehnten das in einem Volksentscheid ab. Seitdem liegt das Areal weitgehend brach, es gibt Diskussionen um die weitere Nutzung. Die Zwischenzeitzentrale leitet im Auftrag des Wirtschaftsressorts das Verfahren – und lehnte den Antrag des Rennvereins auf einen Renntag ab. Der zog vor Gericht, bekam Recht. Und will auch künftig Bestandteil des Nutzungskonzepts werden. Lenk drückt es so aus: „Wir sind wieder da, und wir sind gekommen, um zu bleiben.“

Galoppsport in Bremen: Riesige Freude beim Rennverein

Die Freude über die Resonanz auf die Veranstaltung am Sonnabend ist riesig. Sehr lange habe man den Renntag ehrenamtlich vorbereitet, sagt Thomas Maruhn vom Vorstand des Rennvereins. Es sei gelungen, die Menschen wieder auf die Bahn zu bringen. „Wir haben eine Grundlage für die Zukunft gelegt“, betont er.

An den Wettschaltern stehen lange Warteschlangen. Die Fans des Pferdesport genießen die Rennen. Lauter Jubel ist zu hören, wenn die Pferde auf die Zielgerade gehen. Meike Radanke (52) aus Seehausen gefällt der Renntag. Sie hat selbst ein Pferd und ist mit ihrer Stallgemeinschaft da. „Es macht Spaß, hier zu sein. Man kommt mit ganz anderen Leuten in Kontakt“, sagt sie. Wie auch Radanke wünscht sich auch Martin Burichter (49) eine Fortsetzung der Renntradition. Auch Boxer Michael Wallisch unterstützt den Rennverein. Er erreichte in der Klasse Schwergewicht große Erfolge etwa als World-Boxing-Organisation-Europameister und Global-Boxing-Union-Weltmeister. Und noch ein Promi ist vor Ort, gibt Autogramme: der schrille Modezar Harald Glööckler.

Bremer Rennbahn: Streit mit dem Nabu um Blühflächen

Das Wetter ist etwas trüb, gegen Schluss regnet es. Spannung gibt es nach dem letzten Start beim Walther-J.-Jacobs-Gedächtnisrennen über 1 600 Meter. Früh sondert sich Patrick Gibson auf „Senato“ (Trainer Torsten Reineke/Oyten) vom Feld ab. Er galoppiert außen. Dort sei der Boden fester, sagt er später. Kein weiter Weg für ihn, er hatte eine Außenstartbox. Er zieht im Finnish an „Parol“ mit Gavin Ashton im Sattel vorbei und gewinnt das Rennen. Eine knappe Entscheidung kurz vor Schluss, während das Feld recht weit zurückliegt. Gavin Ashton gewinnt aber im sechsten Rennen des Tages, dem Preis der Sparkasse Bremen über 2 600 Meter, auf „Lacrimosa“, trainiert in Mahndorf von Werner Haustein.

Zieleinlauf bei Schmuddelwetter. Rechts Patrick Gibson auf „Senato“.

Im Vorfeld der Veranstaltung war es zu einem Streit mit dem Naturschutzbund Bremen (Nabu) um Blühflächen am Rand der Strecke gekommen. Der Streifen ermöglicht die Fahrt des Kamerawagens entlang der Rennstrecke und im Notfall die Anfahrt eines Krankenwagens, so der Verein. Der Nabu beklagt „eine Schneise“ im Blühstreifen, befürchtet, dass Wildbienen das nicht überlebt haben.

Nabu-Chef Sönke Hofmann machte mit folgendem Satz von sich reden: „Ich habe wirklich große Lust, mit unserem Trecker mal vor dem Renntag das Geläuf kreativ umzugestalten.“ Daraufhin eskalierte der Streit, der Rennverein bekam nach eigenen Angaben Drohungen. Zudem seien Falschmeldungen über die Absage des Renntags verbreitet worden. Der Rennverein war in Sorge, ließ das Gelände von Sicherheitspersonal und Hunden bewachen. Dennoch vernagelten unbekannte Täter das Kassenhäuschen. Und auch während des Renntages gab es immer wieder Störungen. So liefen zwei Menschen über die Bahn und hängten ein Plakat auf – während eines Rennens, nicht ungefährlich. 

Laut Lenk wurden die Störer der Polizei übergeben, auf eine Anzeige verzichtete der Verein. Bleibt zu hoffen, dass sich die Gemüter wieder abkühlen.

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