Bremer Schwimmbäder desinfizieren in der Pause

Bremen: Baden in zwei Schichten

In der Mittagspause herrscht Leere in den Bremer Bädern, wie im „Schloßparkbad“ (
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In der Mittagspause herrscht Leere in den Bremer Bädern, wie im „Schloßparkbad“ (

Die Bremer Schwimmbäder dürfen wieder besucht werden, die sinkenden Corona-Infektionen machen es möglich. Die Desinfektion spielt in den Bädern eine wichtige Rolle.

Bremen – Die Besucher sind raus aus dem Freibadbereich des „Schloßparkbads“ in Sebaldsbrück. In der Mittagspause werden die Umkleiden, Sanitäranlagen und Duschen desinfiziert und gereinigt, genauso die Treppengeländer für den Einstieg in die Becken. Die Pause liegt zwischen zwei Zeitzonen, in denen die Badegäste kommen können.

Erfrischung im Wasser ist dank gesunkener Corona-Zahlen auch in Bremen wieder möglich. Die Freibäder sind geöffnet – neben dem „Schloßparkbad“ auch das Stadionbad am Weserstadion (Östliche Vorstadt), der Außenbereich des Westbades in Walle und das Freibad Blumenthal. Sie können nach dem Ticketkauf im Internet innerhalb vorgegebener Zeitfenster besucht werden. Auch die Hallenbäder in Walle und in Vegesack sollen öffnen. Man stelle sich auf den 28. Juni ein, so die Geschäftsführerin der Bremer Bäder, Martina Baden. Genaueres sei aber noch unklar. Das Hallenbad des „Schlossis“ soll nach den Sommerferien geöffnet werden.

„Schloßparkbad“: Platz für 1 000 Wasserratten

1 000 Wasserratten dürfen in jeder von täglich zwei Zeitzonen in den Freibadbereich des „Schloßparkbads“ kommen. Der höchste Wert unter den geöffneten Freibädern, im Stadionbad und dem Freibad Blumenthal sind es 800, im Außenbereich des Westbades 400.

An heißen Tagen kommen sonst, also zu Nicht-Corona-Zeiten, schon mal 4 000, der Rekord liegt bei 5 800 Besuchern, sagt Marco Hake (42), Betriebsleiter im „Schlossi“. Im Schwimmerbecken wird derzeit wegen der Corona-Auflagen in abgegrenzten Bahnen im Kreisverkehr geschwommen.

„Schlossi“: Beliebt bei Familien

Mit drei Rutschen unterschiedlichster Größe, vielen Wiesen, Sport- und Spielbereichen und auch einem weiten Nichtschwimmerbereich und einem Babyplanschbecken ist der Freibereich des „Schloßparkbads“ ein gern von Familien besuchter Ort. Nachmittags kommen viele Jugendliche. Die meisten halten sich an die Regeln, einige muss man erinnern, sagt Hake. An schönen Tagen, so wie zuletzt angesichts der tropischen Hitze, ist das Bad voll belegt, also mit der zulässigen Zahl an Besuchern.

„Die Badeseen sind gut besucht. Die Bürger nehmen das Angebot gern an“, sagt Martin Reincke, Präsident des DLRG-Landesverbands Bremen. Aufgrund der Corona-Regeln würden wahrscheinlich wie auch im vergangenen Jahren weniger Helfer auf den Stationen an den Badeseen sein. Wahrscheinlich werde es auch keine Prävention am Strand geben. Im Rahmen der Prävention sprechen DLRG-Kräfte sonst auch Badegäste zu Aspekten der Schwimmsicherheit an. Der Fokus bei der ehrenamtlichen Tätigkeit liege auf dem Wochenende. In der Woche sei es schwieriger, da die DLRG-Kräfte ihren Berufen nachgingen.

DLRG: Schwimmbefähigung lässt nach

„Wir gehen davon aus, dass es ein arbeitsreicher Sommer wird“, sagt Reincke. Im vergangenen Jahr habe es 200 Hilfestellungen gegeben. „Die Schwimmbefähigung lässt nach“, sagt Reincke. Dass sei auch bei Älteren so. „Die Generation 50plus hatte noch eine gute Schwimmausbildung“, sagt er. Bei etlichen zugewanderten Menschen habe es in der Heimat einfach keinen Schwimmunterricht gegeben. Und: „Durch Corona haben zwei Jahrgänge keinen richtigen Schwimmunterricht in der Schule gehabt. Die Vereine konnten überhaupt nicht trainieren.“ „Wir empfehlen, dass Kinder im Vorschulalter schwimmen lernen“, sagt Reincke. Doch heute sehe die Realität ganz anders aus. Viele Kinder hätten erst in der dritten Klasse ihren ersten Kontakt mit dem Schwimmen. „30 bis 50 Prozent der Kinder in der dritten Klasse haben Probleme“, sagt er. „Häufig bleiben die unsicher.“

Bremer Bäder bieten Schwimmkurse an

Das Problem beobachtet auch die Bäder-Gesellschaft. „Unabhängig von der Pandemie ist festzustellen, dass immer mehr Kinder durch zum Beispiel fehlende Bewegung, Interesse oder Zeit der Eltern das Schwimmen im Kindesalter nicht erlernen“, so Sprecherin Laura Schmitt. „Die ausgefallenen Schwimmkurse haben unseren Kampf dagegen nicht begünstigt. Gleichwohl holen wir das jetzt auf und haben ein großes Angebot an Schwimmkursen vorbereitet.“ Der Fokus liege auf Seepferdchen- und Bronze-Kursen. Es gehe darum, dass möglichst jedes Kind schwimmen lernt. Eine Registrierung für Kurse ist möglich unter „schwimmkurs@bremer-bäder.de“.

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