Schmetterlingsausstellung in der Botanika

Bremen: 700 filigrane Flugkünstler

Der Monarchfalter zählt zu den bekanntesten Wanderfaltern und legt erstaunliche Strecken zurück. Zu sehen ist er in der Schmetterlingsausstellung der Botanika. 
Foto: M. MEYER/BOTANIKA
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Der Monarchfalter zählt zu den bekanntesten Wanderfaltern und legt erstaunliche Strecken zurück. Zu sehen ist er in der Schmetterlingsausstellung der Botanika. Foto: M. MEYER/BOTANIKA
  • Elisabeth Gnuschke
    vonElisabeth Gnuschke
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Bremen – Die Ausstellung mit den bunten Faltern in der Botanika (Deliusweg 40) ist jedes Jahr ein Anziehungspunkt. Da kann es auch durchaus passieren, dass sich so ein Falter einfach mal auf dem Kopf einer Besucherin niederlässt. Seit Sonnabend ist es wieder so weit: Das grüne Wissenschaftscenter zeigt die Schmetterlingsausstellung. Zu bestaunen sind etwa 60 tropische Schmetterlingsarbeiten aus Asien, Amerika und Afrika.

Botanika-Sprecherin Sylvia Schuchardt erzählt über das Naturschauspiel der Monarchfalter, eine Art, die zu sehen ist. Tausende dieser Falter fliegen auf ihrer Reise vom Sommerquartier in Südost-Kanada bis nach Mexiko, so die Sprecherin. Die orange-schwarz-gemusterten Schmetterlinge (Monarchfalter – Danaus plexippus) verbringen den Sommer in verschiedenen Regionen des nordamerikanischen Kontinents. Von dort aus fliegen sie in großer Anzahl nach Mexiko, wo sie Winterruhe halten. Unterwegs schließen sich mehr und mehr Schmetterlinge zusammen, so dass große Schwärme entstehen, die gemeinsam ihre Reise gen Süden fortsetzen, erzählt die Sprecherin.

Die Reise dauert durchschnittlich zweieinhalb Monate. Die längste Route erstreckt sich über mehr als 4 000 Kilometer. Anfang November wird in Mexiko der „Día de los muertos“, der „Tag der Toten“, gefeiert. Auch in der Region Michoacán. „Da etwa zeitgleich große Schwärme der Monarchfalter zur Winterruhe hier eintreffen, werden die Schmetterlinge vielfach als Sinnbild für die Wiederkehr der Verstorbenen gesehen“, erzählt Schuchardt. Erst im März machen sich die Monarchfalter auf den Weg zurück nach Norden. Die Rückreise erfolgt allerdings in kleineren Etappen und erstreckt sich über vier Faltergenerationen, so die Angaben.

Blaue Himmelsfalter

Neben einer großen Zahl an Monarchfaltern sind in der Schmetterlingsausstellung auch viele weitere filigrane Flugkünstler zu finden: vom leuchtend blauen Himmelsfalter über die weiß-schwarze Baumnymphe bis zum Atlasspinner, der als größte Schmetterlingsart bezeichnet wird. Warum in Fachkreisen so manche Falter zu den „Spinnern“ zählen oder warum es bei Schmetterlingen „Puppenstuben“ gibt, ist in der Ausstellung ebenfalls zu erfahren.

Tropische Wärme

Außerdem räumt die Sonderausstellung mit einem Mythos auf, der durch das Kinderbuch „Die kleine Raupe Nimmersatt“ in den Köpfen vieler Menschen herumgeistert. Wer wissen möchte, wie winzig das Ei eines Schmetterlings aussieht oder welche Raupe zu welchem Schmetterling gehört, findet im grünen Science-Center die Antworten. Die etwa 700 Falter sind bis zum 21. Februar 2021 zu bewundern. Ach ja, in der Halle ist es tropisch warm.  gn

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