Ein Abschied mit Morswackeln

200.000 Besucher auf der „Breminale“

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Torben Otten von „De fofftig Penns“ ist im „Bremen-Vier“-Zelt auf der „Breminale“ voll in Fahrt. 

Bremen - Von Martin Kowalewski. Ein kleiner Krimi unter einem immer blasser werdenden Blutmond: Während sich am Freitagabend über der „Breminale“ die Mondfinsternis vollzog, eröffnete Anna Depenbusch ihr Programm auf der „Bremen-Zwei“-Bühne gewagt mit einer Gangsterballade: „Madame Clicquot“. Vor ihr steht ein eher gesetztes Publikum.

Depenbusch, bekannt als Chansonistin am Klavier, singt ein Teil des Programms stehend hinter dem Mikrofon. Einmal greift sie zur Ukulele. „Ich glaub‘, wir haben das gute Wetter diesem kleinen Instrument zu verdanken. Es ist die Verkörperung des Sommers“, sagt sie. Depenbusch spielt „Sommer aus Papier“. Bei „Frauen wie Sterne“ gibt Depenbusch ein bisschen den Conférencier. Sie warnt die Damenwelt vor einem Mann, der diese Frau für Frau verbraucht. Sie gestikuliert mit den Fingern, Gesang mit etwas Schauspiel. Sie rät der Damenwelt zur Flucht. Passend zur sich zeitgleich ereignenden Mondfinsternis fehlt natürlich auch „Astronaut“ nicht im Programm.

Anna Depenbusch spielt auf der „Breminale Ukulele.

Am Sonnabend sorgen Unwetterwarnungen zweimal für geschlossene Zelte. „Wir mussten die Zelte zumachen, damit da keine Böen druntergreifen“, sagt Jonte von Döllen vom Veranstalter „Concept Bureau“. Beim ersten Mal habe es das Kinderprogramm getroffen, das später startete. Am Abend sorgten die geschlossenen Zelte dafür, dass einige Konzerte später begannen. „Die Bands haben sich untereinander abgesprochen. So musste nur das Konzert Shekib Mosadeq auf der Bühne ,Flut‘ ausfallen“, sagt von Döllen.

Mit einer halben Stunde Verspätung werden „De fofftig Penns“ im „Bremen-Vier“-Zelt von einem Lichtermeer aus Handylampen empfangen. Vom Band wird kräftig über die vergangenen Jahre gesnackt und dann noch erzählt, wie die Jungs zur „Breminale“ kamen: „Wir sind glücklicherweise rechtzeitig aus der Nordwestbahn nach Verden ausgestiegen.“ Dann sind alle auf der Bühne, das Programm beginnt. Es ist der letzte Auftritt der Rapper auf Bremens großem Musik- und Kulturfestival. Die Künstler aus Bremen-Nord hören Ende des Jahres auf.

Aber zurück auf die Osterdeichwiesen: Die Plattdeutsch-Rapper sorgen gleich für ordentlich Lokalkolorit und eröffnen ihr Programm mit „An der Nordseeküste“. Der „Klaus-und-Klaus“-Hit erklingt mit satten Beats, aber natürlich von der ersten bis zur letzten Zeile op platt. Die Rapper haben „Pelzi Pelz“ aus München als Verstärkung mitgebracht. Der ist den Fans unter anderem wegen seiner Mitwirkung an dem Song „Dialektro“ bekannt, der gleich an zweiter Stelle erklingt. Die Zuschauer tanzen und gehen auf Wunsch der Band auch in die Hocke, um dann hochzuspringen. „De fofftig Penns“ danken den Fans mit Geschenken: Sie werfen Stofftaschen mit dem Bandlogo ins Publikum. Malte Battefeld und Torben Otten sind ständig in Bewegung und nehmen das Publikum immer wieder aufs Neue in den Blick. Bei „Shuggel dien Mors“ drehen sie dem Publikum das wackenlnde Hinterteil zu.

Die „Breminale“ endete laut Veranstalter am Sonntag mit etwa 200.000 Besuchern, in etwa der Wert des Vorjahres. „Mittwoch und Donnerstag waren super. Am Freitag kamen wahrscheinlich mehr Besucher als im Vorjahr“, sagt von Döllen. „Die Nachmittage waren etwas leerer als vergangenes Jahr. Da war es zehn Grad kühler.“ Die Wasserrutsche im Kinderprogramm sei ein echter Publikumsmagnet gewesen. Besondere Probleme durch Hitzekollapse habe es nicht gegeben. Der Veranstalter habe positives Feedback bekommen und möchte gern „noch viele Jahre weitermachen“, so von Döllen. Die stark lokale Ausrichtung des Bandprogramms, das Kinderprogramm und auch die Einbeziehung von Clubs im Rahmen des Spätprogramms „Nachtinale“ seien gut angekommen. Die Polizei meldete zehn Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, einige wenige Diebstahls- und Körperverletzungs-, aber keine Sexualdelikte.

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