„Brem bleib Brem!“: Pago Balke führt im Focke-Museum durch die Geschichte

Satirische Zeitreisen

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Pago Balke umgarnt die „Flora“ – mit einem lästerlichen Lied von Georg Kreisler.

Bremen - Von Jörg Esser. Die Zeitreise beginnt – ganz bremisch beim Roland. Dann geht es weiter – durch 1200 Jahre Geschichte in der Dauerausstellung des Focke-Museums. Und zu Bremer Helden wie Ludwig Franzius, Ottilie Hoffmann und Anna Lühring. Die Zeitreise ist anspruchsvoll. Und vor allem unterhaltsam. Fremdenführer ist der Schauspieler und Kabarettist Pago Balke.

Die Zusammenarbeit zwischen Museum und Balke hat sich bewährt. Das passt irgendwie perfekt. Alles begann vor sechs Jahren – mit der Sonderausstellung „Manieren“. Pago Balke schlüpfte in der Rolle der Schwachhauser Stadtführerin „Traute Backhaus“. Als „Ingo Grabmeier“ taucht er regelmäßig in die Welt der Archäologie ein. Und dann führte Pago als Pago durch die Ausstellungen „Graben für Germanien. Archäologie unterm Hakenkreuz“ und „Unterwegs fürs Seelenheil. Pilgerreisen gestern und heute“. Mehr als 50-mal hat der Kabarettist bereits Besuchergruppen durch Museums geschleust.

Jetzt geht‘s mit ihm durch die Dauerausstellung. „Brem bleib Brem!“ lautet der Titel seiner satirischen Führungen. Pago ist wieder Pago. Und mit frechem Mundwerk und Gitarre unterwegs. Anderthalb Stunden lang. Er geht auf ganz spezielle Weise mit den Heiligtümern um. „Das ist schwer zu schlucken“, sagt Balke. Museumsdirektorin Frauke von der Haar grinst und preist Pagos „Seitenhiebe auf die Gegenwart“ an.

So widmet sich der Satiriker dem „Herkules“, der in der Dauerausstellung irgendwo beim 30-jährigen Krieg eingeordnet ist. Der Bremer „Herkules“ wirkt lasziv, gebeugt. Er ist kein strahlender Held. Balke sieht darin eine „Vorahnung des Bremer Minderwertigkeitskomplexes“: Die spätere (also heutige) Schuldenlast drückt auf seinen Schultern.

Mag sein. Zur „Flora“, einer symbolischen Frühlingsdarstellung des Bildhauers Theophil Wilhelm Frese, singt der Künstler ein gar lästerliches Lied von Georg Kreisler. Arnd von Gröpelingen zählt zu den Bremer Helden, die Balke „abfeiert“. Und auch der frühere St.-Martini-Pastor Johann Tiemann, der den Bremer Schafen „frommes Futter“ gab. „Besser als Antibiotika“, sagt Balke. Tiemanns aktueller Nachfolger Olaf Latzel hat sich derweil als Lautsprecher von der Kanzel etabliert – ein gefundenes Fressen für Pago.

Der hat in seiner dreimonatigen Vorbereitungszeit mit Unterstützung seines „Hausregisseurs“ Alvaro Solar „diverse schräge Sachen“ in der Dauerausstellung und damit in der bremischen Gesichte entdeckt. „Die meisten Sachen, die ich erzähle, sind wahr“, sagt Balke, „aber manchmal übertreibe ich es.“

Am Dienstag, 21. April, um, 19 Uhr steht die Premiere von „Brem bleib Brem!“ auf dem Programm. Die nächste satirische Führung folgt am Sonntag, 26.April, um 17 Uhr. Und dann geht’s in unregelmäßigen Abständen weiter – bis Weihnachten. Der Trip kostet 15 Euro (inklusive Begrüßungsgetränk). Anmeldung unter 0421/699600-50. Alle Termine sind auf der Internetseite des Focke-Museums aufgeführt.

www.focke-museum.de

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