Bisher kein Abrissantrag für die Gebäude am Wall

Brandruinen am Bummelboulevard

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Vom einstigen Textilhaus Harms blieb nur eine Brandruine übrig. Vernichtet wurden auch zwei angrenzende Gebäude. 

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Die Fenster vernagelt, die oberen Etagen Stein für Stein vorsichtig per Hand abgetragen. Die historische Fassade ist mit einem feinen Netz aus Grün-Weiß verhängt: Mehr als ein Jahr ist es her, dass das aus dem Jahr 1909 stammende Gebäude Harms am Wall durch einen Großbrand vernichtet wurde, zwei angrenzende Häuser gleich mit. Der Schaden geht in die Millionen, zweistellig.

Mit den Ruinen werden die Bremer wohl noch eine Weile leben müssen. Ein Abrissantrag von Eigentümer Marco Bremermann (Müller & Bremermann) liegt bisher laut Baubehörde nicht vor.

Es war am Abend des 6. Mai 2015: Großalarm in Bremen, das Mode- und Textilhaus Harms steht in Flammen, nur wenige Monate vor seinem 150-jährigen Bestehen. Dafür hatte Inhaber Hans Eulenbruch das Geschäft schon herausgeputzt. Der heute 64-Jährige, lediglich Mieter im Gebäude und im ständigen Streit mit dem Eigentümer, hatte die dringendsten Sanierungsarbeiten erstmal selbst finanziert. Zwei Gerichtsinstanzen verurteilen schließlich den Eigentümer, rund 223.000 Euro lockerzumachen. Dazu kommt es nicht mehr.

160 Feuerwehrleute kämpfen in der Nacht des 6. Mai 2015 gegen die Flammen an, vergeblich. Die Nachlösch- und Sicherungsarbeiten dauern Tage. Schnell wird klar, dass das Gebäude vorsätzlich an mehrerem Stellen in Brand gesetzt wurde. Im Dezember werden Inhaber Eulenbruch (64), der zwischenzeitlich ein paar Häuser weiter ein neues, kleineres Modegeschäft eröffnet hat, und ein zweiter Mann festgenommen. 

Seit Montag müssen sie sich unter anderem wegen schwerer Brandstiftung vor dem Landgericht Bremen verantworten. Eulenbruch weist die Vorwürfe zurück und sagt: „Ich bin Opfer, nicht Täter.“ Er ist sichtlich froh, dass der Prozess nun begonnen hat und er öffentlich seine Sicht der Dinge sagen kann.

Nach dem verheerenden Feuer wird der Wall-Boulevard monatelang im Teilstück der Ruine gesperrt, später auf Wunsch der durch Einnahemeeinbußen gebeutelten Einzelhändler zur Einbahnstraße, im Dezember – wieder auf Bitten der Kaufleute – in beide Richtungen freigegeben. Der Gehweg vor den Ruinen ist noch heute gesperrt. Längst ist klar, dass die historischen Gebäude abgerissen werden müssen. Damit ist auch der Mietvertrag mit dem Harms-Inhaber hinfällig, anderenfalls hätte er Bestand gehabt. 

Eigentlich sollten die Abrissbagger schon angerückt sein, doch das scheint zu dauern. Wie Insider sagen, müssen sich die Versicherungen noch einigen, wer was bezahlt. Eigentümer Bremermann hat dem Bauressort klargemacht, dass er nur das finanzieren will, was die Versicherungen übernehmen. Geplant ist ein Neubau mit einer zusätzlichen Etage. Fürs Erdgeschoss sind Handelsflächen vorgesehen, darüber Büros und Wohnungen.

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