CDU und FDP wollen Sondersitzung

Brandanschlag auf Bremer Polizei: Bekennerschreiben aus linker Szene

Auf die Bereitschaftpolizei in Bremen ist in der Nacht zu Sonntag ein Brandanschlag verübt worden. Jetzt liegt ein Bekennerschreiben aus der linken Szene vor.
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Auf die Bereitschaftpolizei in Bremen ist in der Nacht zu Sonntag ein Brandanschlag verübt worden. Jetzt liegt ein Bekennerschreiben aus der linken Szene vor.

Vier Polizeifahrzeuge sind in der Nacht zu Sonntag bei einem Brandanschlag auf die Bremer Polizei in Flammen aufgegangen. Jetzt gibt es ein Bekennerschreiben.

Bremen – Nach dem Brandanschlag auf die Bereitschaftspolizei in Huckelriede liegt der Polizei jetzt ein Bekennerschreiben vor. Die Ermittler halten es für echt. Das Schreiben wurde auf einer Plattform eingestellt, die die linke Szene nutzt.

Polizei: Bekennerschreiben authentisch

„Wir bewerten den Inhalt als authentisch“, sagte am Dienstagnachmittag Polizeisprecherin Franka Haedke. Polizisten werden in dem Schreiben unter anderem als „Mörder“ und „Schweine“ bezeichnet, die „ein ausbeuterisches System schützen“. Zudem äußern sich die Bekenner über vermeintliche staatliche Repressionen und zum Antikapitalismus. Die Überschrift des Pamphlets lautet: „Wenn Bullen morden, muss alles brennen.“ Dazu ist ein Foto der ausgebrannten Polizeiwagen zu sehen.

Bekenner aus der linken Szene rechtfertigen Anschlag

Die Bekenner beziehen sich offenbar auf einen Fall in Delmenhorst, bei dem ein Asylbewerber aus dem Irak nach einer Drogenkontrolle gestorben war. Drogen wurden sichergestellt. Die Ermittlungen wurden eingestellt, die Obduktion, so hieß es, hätte kein Verschulden der Polizei und Sanitäter ergeben. Im Bekennerschreiben heißt es: „Unser Gefühl schreit nach Rache. Rache für Qosay Sadam Khalaf. Aber welche Vergeltung ist angemessen für den Mord an einem jungen Menschen? Wie viele Bullenfahrzeuge und Wachen müssen brennen?“

Den Anschlag rechtfertigen die Schreiber so: „Die Sabotage ist ein würdevoller Angriff gegen den übermächtigen Feind.“ In dem Stil geht es weiter. Das Portal wird übrigens auch vom Antifa Flashmob, vom Flüchtlingsrat Bremen, den Werder-Ultras Caillera, einer queer-feministen Gruppe und der Gesamtschülervertretung genutzt.

Nach dem Brandanschlag auf die Bereitschaftspolizei in Bremen hat Innensenator Ulrich Mäurer Linksextremisten im Verdacht. (kreiszeitung.de-Montage)

Der Staatsschutz ermittelt zum Anschlag in Huckelriede und zu zahlreichen weiteren, die es seit Monaten gegen die Polizei sowie gegen Immobilienunternehmen gegeben hat. Hinweise von Zeugen erhofft sich die Polizei unter 0421/362-3888. Eine Belohnung ist bislang nicht ausgesetzt.

200.000 Euro Schaden bei Anschlag auf Polizei

Bei dem Brandanschlag in der Nacht zum 6. Juni waren drei Gruppenwagen und ein Bus auf dem Gelände der Bereitschaftspolizei (Bepo) in Huckelriede in Flammen aufgegangen. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) schätzt den Schaden auf mindestens 200.000 Euro.

Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) bezeichnete die Tat als „absoluten Irrsinn“ und sieht die Täter in der linksextremen Szene. Die CDU sprach von „linken Terroristen“. Alle Fraktionen der Bürgerschaft verurteilen den Anschlag, ebenso die Polizeigewerkschaften.

CDU- und FDP-Fraktion forderten am Dienstag eine Sondersitzung der Innendeputation zu den Angriffen, „um ein starkes politisches Signal gegen die Übergriffe und Anschläge auf die Bremer Polizei senden“. Die FDP-Innenpolitikerin Birgit Bergmann sagte: „Aus unserer Sicht ginge ein starkes politisches Signal davon aus, eine solche Sondersitzung fraktionsübergreifend einzuberufen.“ Und für die CDU sagte Thomas vom Bruch: „Es gilt unmissverständlich deutlich zu machen, dass mittlerweile die Grenze des Tolerierbaren eindeutig überschritten ist.“

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