Frau gewürgt und erstochen

Familie in Bremen brutal getötet: Vater soll Täter sein – Stress als Auslöser?

Nach einem Brand in Bremen-Mahndorf finden Rettungskräfte vier leblose Personen. Nun werden grausame Details bekannt. Und die Mutter des 47-jährigen Vaters spricht.

Update vom 27. April: Nach dem Tötungsdelikt in Bremen-Mahndorf spricht jetzt die Mutter des 47-Jährigen, der die Familie umgebracht haben soll. „Er hat seine Familie so geliebt, alles für sie getan. Sie umsorgt, alles im Haus hergerichtet. Und dann löscht er seine ganze Familie einfach so aus. Da muss etwas bei ihm ausgesetzt haben“, sagt sie in einem Gespräch mit der Bild-Zeitung. Es sei eine Tat, die sie nicht verstehen kann, erklärt sie.

Es sei, so ihre Aussage, alles wie immer gewesen. Noch über Ostern war die Familie des 47-Jährigen zu Besuch bei dessen Eltern gewesen. Aber: Die Mutter des Mannes berichtet auch davon, dass der 47-Jährige „Stress hatte. Mit der Arbeit, dann mit dem Arbeiten zu Hause wegen Corona.“ Sie wisse nicht, wie ihr Sohn „die Tat fertiggebracht hat. Das passt überhaupt nicht zu ihm. Doch er hat es getan.“ Laut der Bild-Zeitung soll die Ehefrau des 47-Jährigen in jüngerer Vergangenheit mehrfach mit der Scheidung gedroht haben.

Familientragödie in Bremen: Vater tötet Frau und zwei Kinder

Update vom 26. April: Im Fall der Familientragödie am vergangenen Donnerstag in Bremen haben die Untersuchungen in der Rechtsmedizin weitgehend Klarheit gebracht, wie der 47 Jahre alte Familienvater aus Mahndorf seine Frau (40) und seine beiden Kinder (3 und 5) umgebracht hat.

Die Brandruine steht unweit des Mahndorfer Deichs.

Danach soll der Angestellte seine Frau zunächst bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt haben. Anschließend nahm er ein Messer und erstach die 40-jährige Lehrerin. Das berichtete am Montagnachmittag auf Nachfrage Oberstaatsanwalt Frank Passade der Kreiszeitung.

Wie die beiden kleinen Töchter des Paares um das Leben gekommen sind, ist noch nicht ganz klar. Doch gehen die Ermittler nach entsprechenden Ergebnissen aus der Rechtsmedizin davon aus, dass der 47-Jährige die Mädchen erstickt hat, so Passade. Ob er die kleinen Kinder möglicherweise zuvor betäubt oder ruhig gestellt hat, ist noch offen. Genaueres sollen toxikologische Gutachten zeigen, die noch ausstehen, sagte der Oberstaatsanwalt.

Frau gewürgt und erstochen

Ebenfalls noch offen ist, zu welchem genauen Zeitpunkt der Mann seine Familie ausgelöscht hat. Fest steht nach den Erkenntnissen von Staatsanwaltschaft und Polizei, dass der 47-Jährige am Donnerstagmorgen in seinem Einfamilienhaus am Mahndorfer Deich ein Feuer legte. Er starb an einer Rauchvergiftung, so Passade. Die Rettungskräfte waren am 22. April gegen 9:30 Uhr zu dem Haus gerufen worden, da schlugen ihnen bereits Flammen entgegen. Sie fanden vier leblose Menschen.

Was war der Grund für die furchtbare Tat – psychische Probleme, Trennungsabsichten, Schulden? Das Motiv des 47-Jährigen ist laut Passade bisher ungeklärt. Das bleibt es möglicherweise auch, da der Täter nicht mehr belangt werden kann. Nach Informationen der „Bild“ soll er bei einem kommunalen Unternehmen in Bremen gearbeitet haben, seine Frau als Lehrerin an einer Syker Schule. 

Update vom 26. April: Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung waren der mutmaßliche Täter und seine Ehefrau noch vor wenigen Wochen Gäste in der „NDR Quizshow“ mit Jörg Pilawa.

Dem Bericht zufolge soll das Ehepaar in der Show fröhlich und unbeschwert gewirkt haben. Die verstorbene 40-Jährige trat in der Quiz-Show als Kandidatin an, ihr 47-jähriger Mann saß im Publikum.

Einsatzkräfte der Feuerwehr stehen vor dem beschädigten Haus im Stadtteil Mahndorf.

Update vom 25. April: Nach der Brandkatastrophe in Bremen am Mahndorfer Deich mit vier Toten gehen die Ermittlungen weiter. Bei dem Brand Donnerstag starben vier Menschen. Die Polizei vermutet ein Tötungsdelikt: Ein Ehemann (47) soll seine Frau (40) und seine beiden Töchter (5 und 3) getötet und dann das Haus angezündet haben.

Motiv und Tathergang werden noch untersucht. „Nächste Woche wissen wir mehr“, sagte Oberstaatsanwalt Frank Passade der „Bild“-Zeitung.

Wir gehen von vorsätzlicher Tötung aus.

Franka Haedke, Polizeisprecherin

Neue Erkenntnisse sollen allerdings bereits fest stehen. Nach Informationen der „Bild“ soll der Ehemann zuerst seine Ehefrau und die Töchter mit Schlafmitteln betäubt haben. Als die drei wehrlos waren, steckte er das Haus in Brand. Anschließend soll er sich neben seine Frau gelegt haben und starb offenbar an einer Rauchgasvergiftung.

Update vom 23. April: Die Siedlung wirkt idyllisch, liegt direkt am Mahndorfer Deich. Die Häuser sind gepflegt. Doch eines dieser Häuser ist zerstört. Durch einen Brand. Hinter den Mauern muss sich am Donnerstag eine Tragödie abgespielt haben. Ein 47-Jähriger soll zunächst seine Frau und seine beiden Töchter getötet und dann das Haus angezündet haben. Er starb in den Flammen.

Das sind die Erkenntnisse der Polizei am Tag nach dem Großfeuer in dem Einfamilienhaus in Mahndorf. „Wir gehen von vorsätzlicher Tötung aus“, sagte Polizeisprecherin Franka Haedke am Freitag. Der Mann, laut „Bild“-Zeitung ein Angestellter, soll zunächst seine Frau (40 Jahre, Lehrerin) und seine beiden Töchter (3 und 5) umgebracht haben. Wie? Dazu hält sich die Polizei noch bedeckt, die Auswertungen nach der Untersuchung in der Rechtsmedizin laufen. Doch klar sei, der 47-Jährige soll seine Familie „mit Gewalt“ getötet haben. Eindeutig steht laut Haedke fest, dass Ehefrau und Töchter nicht durch den Brand ums Leben gekommen sind. Nach der Tötung seiner Familie, so Haedke, setzte der Mahndorfer das Haus in Brand und kam darin um.

Hintergründe der Familientragödie in Bremen-Mahndorf noch offen

Die Feuerwehr erhielt am Donnerstag gegen 9.30 Uhr einen Notruf. In Mahndorf schlugen bereits Flammen aus den Fenstern. Insgesamt waren in den folgenden Stunden 65 Rettungskräfte im Einsatz. Sie fanden im Haus vier leblose Menschen – Vater, Mutter und zwei Töchter, wie inzwischen feststeht. Eines der Mädchen konnte zunächst wiederbelebt werden. Es starb dann aber kurz darauf an seinen schweren Verletzungen im Krankenhaus. Die Einsatzkräfte bekamen seelsorgerische Hilfe. Feuerwehrchef Philipp Heßemer machte sich vor Ort ein Bild von der Lage. Er zeigte sich tief betroffen von der Tragödie. Gleichzeitig zollte er den Rettern des belastenden Einsatzes großen Respekt.

Feuer im Einfamilienhaus: In den Flammen sind ersten Angaben zufolge zwei Erwachsene und zwei Kidner umgekommen.

Was sind die Hintergründe dieser Familientragödie? Warum bringt ein Mensch seinen Partner, seine Kinder und dann sich selbst um? Trennung, finanzielle Gründe, psychische Erkrankungen, Folgen der Corona-Pandemie? Dazu gibt es bisher keine Antworten. Derzeit, so Oberstaatsanwalt Frank Passade, wird das Umfeld der Familie befragt. „Wir versuchen, die Hintergründe zu erhellen, warum es zu dieser schrecklichen Tat gekommen ist“, sagte Franka Haedke. Ihren Angaben zufolge sind die Ermittlungen vor Ort in dem derzeit nicht bewohnbaren Haus abgeschlossen. Diverse Spuren wurde gesichert. Nun beginne die kriminaltechnische Untersuchung, die „ sehr aufwendig ist“.

Beim Brandeinsatz wurde ein Feuerwehrmann am Knie verletzt und musste ins Krankenhaus transportiert werden.

Ursprungsmeldung vom 22. April: Bremen - Bei den Toten handele es sich um zwei Erwachsene und ein Kind, die laut Angaben der Feuerwehr nur noch tot aus den Flammen geborgen werden konnten. Ein zweites Kind sei im Krankenhaus gestorben, hieß es. Mindestens ein Feuerwehrmann wurde bei den Löscharbeiten verletzt.

Mutmaßlich handelt es bei den Opfern um eine Familie, die Angaben von Feuerwehr und Polizei unterschieden sich beim Alter der Kinder – eine zweifelsfreie Identizifierung sei bis zum Mittag nicht möglich gewesen, berichtete die Polizei.

Die Feuerwehr ist gegen 9:35  Uhr zu dem brennenden Haus an der Kluvenhagener Straße gerufen worden. Die Flammen haben den Angaben zufolge vom Untergeschoss auch auf das Dachgeschoss übergegriffen, sagte der Sprecher. Rettungskräfte seien mit einem Großaufgebot an Menschen und Material im Einsatz.

Feuer in Bremen-Mahndorf: „Einsatz macht mich unglaublich betroffen“

Bereits im Einsatzverlauf wurde das Einsatz-Nachsorge-Team der Feuerwehr Bremen mit einbezogen und fuhr zunächst die Feuer- und Rettungswache 2 an, teilte die Feuerwehr weiter mit. Am Einsatzort verschaffte sich Feuerwehr-Amtsleiter Philipp Heßemer persönlich ein Bild von der Lage und tauschte sich mit den Kräften aus.

„Dieser tragische Einsatz macht mich unglaublich betroffen“, sagte Philipp Heßemer, Amtsleiter der Feuerwehr Bremen, laut einer Pressemeldung. „Hier sind meine Gedanken zuallererst bei den Opfern. An dieser Stelle habe ich aber auch den größten Respekt für den Einsatz der Kräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst.“

Polizei-Ermittlungen nach Brand in Mahndorf aufgenommen

Wie es zu dem Brand kam, ermittelt jetzt die Kriminalpolizei der Polizei Bremen. Die Brandermittler haben bereits vor Ort die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen, heißt es vonseiten der Polizei. Von Feuerwehr und Rettungsdienst waren insgesamt rund 65 Einsatzkräfte mit zirka 20 Fahrzeugen vor Ort.

Anmerkung: In einer früheren Version dieses Artikels haben wir in einer Weise über die geschilderten Taten geschrieben, die unter Umständen als verharmlosend oder irreführend wahrgenommen werden konnte. Die betreffende Passage haben wir mittlerweile neu formuliert.

Rubriklistenbild: © Butt

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