CORONA Enge Zusammenarbeit mit Niedersachsen

Bremen: Bovenschulte will Einkaufstourismus verhindern

Menschen warten im Impfzentrum in der Bremer Messehalle.
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Das Impfen nimmt Fahrt auf: Menschen warten im Impfzentrum in der Bremer Messehalle auf den Piks.

Bremen will bei den Corona-Öffnungsschritten mit Niedersachsen zusammenarbeiten. Einkaufstourismus soll verhindert werden.

Bremen – Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) sieht „kleine Öffnungsschritte“ und kündigt bei unterschiedlichen Inzidenzwerten mit entsprechenden Öffnungsschritten eine enge Abstimmung mit Niedersachsen an, um etwa ungewollten Einkaufstourismus zu vermeiden. Die Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz bezeichnet er als „Perspektive, klare Vorgabe und klaren Stufenplan“.

Der CDU-Landesvorsitzende Carsten Meyer-Heder hat einige Kritikpunkte, spricht aber von einer „Perspektive für ein normales Leben“. Die Vorsitzende der FDP-Bürgerschaftsfraktion, Lencke Wischhusen, sagt hingegen: „Die Regierenden haben überhaupt keinen Mut bewiesen, das Land wieder hochzufahren.“ Und weiter: „Die Beschlüsse bleiben weit hinter dem zurück, was möglich ist.“ Die in Aussicht gestellten Lockerungen seien teilweise realitätsfern und versprächen keine Besserung.

So viel steht fest: Es geht wieder etwas mehr ab Montag in Bremen. „Date & Collect“ heißt das neue Modell für den Einzelhandel – „Termin-Shopping“. Eine Person oder ein Haushalt darf pro Mitarbeiter im Geschäft zu einem vorher gebuchten Zeitpunkt beraten werden. Die Anzahl der Verkäufer und Kunden richtet sich nach der Größe des Geschäfts, nach der Quadratmeterzahl. Die Innenstadteinzelhändler-Vereinigung City-Initiative sieht in „Date  &  Collect“ einen „ersten wichtigen Schritt für den Einzelhandel“. Die Modedesignerin Sigrid Schumacher von „Prototype“ im Fedelhören sagt, ihr Ziel sei es, ihrer Kundschaft „die emotionalen Batterien wieder aufzuladen“.

„Emotionale Batterien aufladen“

Buchläden dürfen ab Montag auch wieder öffnen und folgen damit Blumenläden und Gartencentern. Auch Nagel- und Kosmetikstudios dürfen ihre Kunden wieder empfangen. Und laut Bund-Länder-Beschluss gibt es auch für Museen und Galerien die Möglichkeit, einzelne Besucher zu festgelegten Terminen zu empfangen. Grundlage dafür ist eine Inzidenz zwischen 50 und 100. Die Gastronomie muss hingegen noch mindestens zwei Wochen warten, bis zum nächsten Gipfel im Kanzleramt. Das sorgt für Unmut. Die Bremer Hauptgeschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga, Nathalie Rübsteck, sagt, die Situation sei für Hotels und Gaststätten eine Katastrophe. 30 Prozent aller Betriebe in Bremen würden über eine Schließung nachdenken.

Die Bürgerschaft berät am Montag in einer Sondersitzung über die jüngsten Beschlüsse. Bovenschulte gibt dann seine inzwischen achte Regierungserklärung zu dem Thema ab. Bereits am heutigen Freitag trifft der rot-grüne-rote Senat zu einer Sondersitzung zusammen, um die Beschlüsse in eine neue Verordnung zu packen.

Fünf weitere Todesopfer

Derweil hat das Gesundheitsamt am Donnerstag 76 Neuinfektionen mit dem Coronavirus für das Land Bremen gemeldet, davon 24 in Bremerhaven. Die Inzidenzwerte sind in Bremen auf 62,2 gestiegen und in Bremerhaven auf 162,2 gesunken. Fünf weitere Menschen sind im Land Bremen mit oder an Corona gestorben, davon vier in Bremerhaven. Damit ist die Gesamtzahl der Corona-Todesopfer im Land auf 357 gestiegen. Aktiv infiziert sind derzeit 387 Menschen in der Stadt Bremen und 467 in Bremerhaven.

Im kleinsten deutschen Bundesland müssen derzeit laut Gesundheitsbehörden 138 Personen stationär versorgt werden, von denen 106 aus Bremen und Bremerhaven kommen. 33 Patienten liegen auf Intensivstationen, 27 werden beatmet.

Das Tempo bei den Impfungen nimmt zu. Am Mittwoch wurden laut Gesundheitsamt fast 2 500 Personen in Bremen und Bremerhaven geimpft. Damit sind im Land bislang 41 886 Personen geimpft worden, 21 924 davon zweimal.

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