Botschafter der Ukraine macht Antrittsbesuch

Bremen eng verbunden

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Eintrag in das Goldene Buch – von links gesehen: Generalkonsulin Oksana Tarasyuk, Botschafter Andrij Melnyk und Bürgermeister Carsten Sieling.

Von Thomas Kuzaj. Diplomatie: Wichtige Begegnungen in schwierigen Zeiten – Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) hat dieser Tage den neuen Botschafter der Ukraine in Berlin, Andrij Melnyk, zum Antrittsbesuch im Bremer Rathaus empfangen.

Diplomatie: Wichtige Begegnungen in schwierigen Zeiten – Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) hat dieser Tage den neuen Botschafter der Ukraine in Berlin, Andrij Melnyk, zum Antrittsbesuch im Bremer Rathaus empfangen.

In der Oberen Halle trug sich der Diplomat in Bremens Goldenes Buch ein. Der Botschafter: „Ich möchte die ausgezeichneten Kontakte zwischen Bremen und der Ukraine vorantreiben. Wir wollen die angeschobenen Reformen für eine stärkere Selbstverwaltung der Kommunen in der Ukraine ausbauen und schauen uns deswegen die deutschen Erfahrungen genau an.“

Bürgermeister Sieling: „Bremen ist eine traditionelle Hafen-, Hanse- und Handelsstadt mit Verbindungen in die ganze Welt. Der Dialog mit den Vertretern anderer Länder ist mir sehr wichtig – und er ist wichtig für unseren international vernetzten Standort. Zwischen der Ukraine und Bremen gibt es zahlreiche Kontakte, die wollen wir stärken.“

Im Mittelpunkt des Antrittsbesuchs standen „das persönliche Kennenlernen und ein Gedankenaustausch in der Güldenkammer“, hieß es im Rathaus. Und: Botschafter Melnyk pflege „sehr enge Kontakte zu Bremen“. Er war von 2007 bis 2010 Generalkonsul der Ukraine in Hamburg und in dieser Zeit häufig in Bremen zu Gast.

Der Diplomat ist Übersetzer für Deutsch und Doktor der Rechtswissenschaften. Weitere Termine führten den Botschafter in die Bremische Bürgerschaft und die Handelskammer. Generalkonsulin Oksana Tarasyuk begleitete Melnyk bei seinen Terminen in Bremen.

Verleugnung

und Odyssee

Biographien: Eine ungewöhnliche Lebensgeschichte steht am Mittwoch, 3. Februar, im Mittelpunkt einer Buchpremiere, die um 19 Uhr in der Zentralbibliothek (Am Wall 201) beginnt.

„Mein Leben in die Hand nehmen“ ist die ziemlich unerhörte Odyssee des Inuk Eddy Weeltaltuk (1932 bis 2005), dessen Erinnerungen in Kooperation mit dem Québecer Soziologen Professor Thibault Martin aufgeschrieben und 2009 auf Französisch veröffentlicht worden sind.

Am 3. Februar stellt die Herausgeberin Helga Bories-Sawala das Buch in Bremen vor. Der Übersetzer Rolf Sawala wird Passagen aus dem Band lesen. Zudem werden Auszüge aus einem Dokumentarfilm Eddy Weeltaltuk selbst in seiner Heimat im Norden Kanadas zeigen und ihn zu Wort kommen lassen.

Weeltaltuk wurde im Norden Kanadas in ärmlichsten Verhältnissen geboren. „Sein Wissensdrang ließ ihn zu den wenigen gehören, denen eine Schulbildung zuteil wurde, die ihn wiederum motivierte, die Welt entdecken zu wollen“, heißt es in einer Ankündigung. Und weiter: „Um in den Süden reisen zu können, verleugnete er seine Inuit-Identität und trat unter falschem Namen in die kanadische Armee ein, erlebte auf diese Weise den Korea-Krieg und war schließlich Mitte der 50er Jahre auch in Deutschland stationiert. Mit einer großen Sensibilität kommentiert er die wechselvollen Lebensumstände, in die er gerät – und, nach langen ‚Wanderjahren‘ schließlich heimgekehrt, die Veränderungen, die sich während der Jahrzehnte seiner Abwesenheit in seinem Heimatdorf ergeben haben.“

Weeltaltuk habe sich immer eine deutsche Ausgabe seiner Erinnerungen gewünscht, heißt es. Die eindrucksvollen Aquarelle, mit denen er sie bebildert hat, werden in dem Buch zum ersten Mal veröffentlicht.

Geschichte: Bremen ist eine klassische Stadt des Weinhandels, man denke nur an Ratskeller- und Schifffahrtstradition. Dr. Daniel Deckers, Journalist aus Frankfurt, spricht nun im Haus der Wissenschaft (Sandstraße) über das Thema „Die Bedeutung der Juden im Weinhandel des 19. und 20. Jahrhunderts“. Der Vortrag im Olbers-Saal beginnt am Dienstag, 2. Februar, um 20 Uhr. Der Abend ist eine Kooperation der Wittheit zu Bremen mit der Historischen Gesellschaft, dem „Weinkonvent zur Rose“ und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft.

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