„Die Botschaft ist hochaktuell“

Carsten Sieling will Reformationstag als Dauer-Feiertag

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Das Ensemble „Weser-Renaissance“ unter der künstlerischen Leitung von Professor Manfred Cordes spielte bei der Festveranstaltung in der Oberen Rathaushalle.

Bremen - Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) hat sich für einen dauerhaften gesetzlichen Feiertag am Reformationstag ausgesprochen. Er wolle mit den politischen Parteien im Land Bremen und im engen Miteinander mit den norddeutschen Ländern dafür die erforderlichen Beschlüsse auf den Weg bringen, sagte Sieling am Dienstag bei einem Festempfang anlässlich des Reformationsjubiläums vor rund 350 Gästen aus Kirche und Gesellschaft im Rathaus.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung mit Musik aus der Zeit der Reformation vom Ensemble „Weser-Renaissance“, in dem unter der Leitung von Prof. Manfred Cordes auch Studenten der Hochschule für Künste mitwirkten.

Sieling betonte, die Botschaft der Reformation sei hochaktuell. „Die Menschen und freien Gesellschaften in Deutschland, Europa und überall auf der Welt verdanken ihr viel, nämlich die Freiheit des Glaubens, des Denkens und des Handelns.“ Er fügte an: „Deshalb ist es jetzt Zeit zu handeln.“

Bei dem Festempfang hoben zudem der leitende Bremer Theologe Renke Brahms und die ehrenamtliche Präsidentin der bremischen Kirche, Edda Bosse, auch die europäische und weltweite Bedeutung der Reformation hervor. Bosse sagte, für Errungenschaften wie die Demokratie und die Freiheit vor religiöser Bevormundung müsse angesichts der Unruhe und Gewalt und einer tiefgreifenden Verunsicherung in der Welt auch weiterhin eingestanden werden.

Bosse und Brahms betonten, das Reformationsjahr 2017 habe die Gesellschaft gelehrt, einen kritischen Blick auf die Ereignisse von vor 500 Jahren zu werfen. Gewaltanwendung, Ausgrenzung, Diskriminierung müssten klar ablehnt werden. „Luthers Verbalattacken gegen Andersdenkende, anders Handelnde und anders Glaubende waren unerträglich – und bleiben es“, hieß es.

Dem Empfang war ein Festgottesdienst im Dom mit rund 900 Besuchern vorausgegangen. Die zentrale Botschaft der Reformation sei jung, modern und hoch aktuell, sagte Brahms. „Wir müssen uns nicht vor Versagen, Fehlern und begrenzten Kräften fürchten.“ Keine Macht der Welt dürfe unterdrücken und herabwürdigen. „Dieser Glaube und diese Haltung machen uns zu Protestierenden gegen jede Form der schnellen Vorurteile und gegen Unterdrückung – sie macht uns zu Demonstranten für die Freiheit.“ 

epd/je

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