„Made in Bremen“: Kombi-Treffen am Schuppen Eins in der Überseestadt“

Borgward- und Mercedes-Modelle mit viel Platz

Ältester Borgward beim Kombi-Treffen – dafür schenkt André Castens (Schuppen Eins, l.) dem Besitzer Lothar Wollens ein Modell der Borgward „Isabella“. - Foto: Kowalewski

Bremen - Von Martin Kowalewski. Sowas sieht man selten: Ein Borgward „Isabella Combi“ parkt am Schuppen Eins in der Übersestadt. Zugelassen wurde das Fahrzeug 1958. Sein Besitzer – Lothar Wollens aus Achim – kann stolz sein.

Er hat den ersten Preis geholt in der Kategorie „Ältester Borgward-Combi“ auf dem zweiten historischen Kombi-Treffen „Made in Bremen“, organisiert vom Schuppen Eins („Zentrum für Automobilkultur und Mobilität“) und den „Benz Friends Classic“. 60 Oldtimer waren dazu angemeldet, einige weitere standen einfach so auf dem Platz. Etliche Besucher ließen ihre Blicke über die Old- und Youngtimer gleiten. Die Veranstalter waren zufrieden. Das Treffen soll in einem Jahr wieder stattfinden.

Wollens hat den Oldtimer 1997 in einem Container aus den USA nach Europa zurückbringen lassen. „Seit 2000 ist der Wagen wieder hier auf der Straße“, erzählt er. Das knapp 60 Jahre alte Fahrzeug ist stolze 60 PS stark und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 135 Kilometern pro Stunde. Das Interesse an einem solchen Bremer Oldtimer reicht bei Wollens bis in junge Jahre zurück. „Mein Vater war von 1949 bis 60 bei Goliath beschäftigt. Wie auch Lloyd gehörte die Marke zur Borgward-Gruppe.“

Gleich mit zwei Wagen ist Matthias Fromme von den „Benz Friends Classic“ vor Ort. Er hat die zwei schwarzen Mercedes-Kombis, einen Oldtimer und einen Youngtimer, direkt nebeneinander geparkt. Schwarze Schilder auf den vorderen Kennzeichen zeigen die Jahre der Zulassung: 1985 und 1995.

Der Benz S 124 300 TE aus dem ersten Produktionsjahr 1985 ist nach Meinung seines Besitzers Fromme eines der letzten Benz-Fahrzeuge, dass sich leicht über sehr lange Zeiträume in Schuss halten lässt. „Da sind noch viele einfache Teile verbaut statt komplizierter Elektronik“, sagt er.

Das Fahrzeug sieht relativ kantig aus. Hierfür hat Fromme eine automobilhistorische Erklärung parat. „Damals musste Mercedes reagieren, weil Audi zur Konkurrenz geworden ist. Die mussten mit dem Windwiederstand runter.“.

Das Fahrzeug ist zudem der erste Mercedes mit Allradantrieb. Aufgrund vieler Extras ging der Wagen für 85 000 Mark an den Erstbesitzer. Fromme kaufte ihn dann 1989 mit nur 40 000 Kilometern. Der Dollarkurs verhinderte einen Verkauf in die USA. „Der Wagen hat nach 60 000 Kilometern einen neuen Motor gekriegt wegen angeblicher Minderleistung. Den habe ich dann noch 300 000 Kilometer gefahren. Als der dann zwei Kolbenfresser hatte, habe ich einen Gebrauchtmotor eingebaut“, erzählt Fromme.

Sein Mercedes S 124 E 320 T von 1995 hat schon viel Technik verbaut. „Bei den Kabeln wurden keine Weichmacher verwendet. Nach 20 Jahren fangen die an zu brechen“, so Fromme. Aber dafür lässt sich der einst mehr als 100 000 Mark teure Wagen gut nach eigenen Wünschen gestalten. Übernachten kann man in beiden Kombis, so Fromme weiter.

Mehr zum Thema:

Fünf Tote bei Zug-Inferno in Bulgarien

Fünf Tote bei Zug-Inferno in Bulgarien

Tanks explodiert: Fünf Tote bei Zug-Inferno

Tanks explodiert: Fünf Tote bei Zug-Inferno

Verdener Weihnachtszauber

Verdener Weihnachtszauber

Zehntausende durch Erdbeben in Indonesien obdachlos

Zehntausende durch Erdbeben in Indonesien obdachlos

Meistgelesene Artikel

Junger Bremer stellt Edelpralinen von Hand her

Junger Bremer stellt Edelpralinen von Hand her

Reaktionen auf geplanten Sparkassen-Umzug

Reaktionen auf geplanten Sparkassen-Umzug

Dreimal Bewährung, einmal Haft

Dreimal Bewährung, einmal Haft

Vermieter: „Wollte Eulenbruch nie loswerden“

Vermieter: „Wollte Eulenbruch nie loswerden“

Kommentare