Chinesischer Besitzer sucht Investoren

Bremer Borgward-Areal: Kauf verzögert sich

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Der Verkauf des Areals im GVZ, auf dem Borgward seinen SUV BX 7 montieren will, verzögert sich.

Bremen - Von Viviane Reineking. Ursprünglich wollte der Automobilbauer Borgward noch in diesem Jahr mit dem Kauf eines rund 15 Hektar großen Grundstücks in Bremen seine Rückkehr an die Weser besiegeln. Auf der Fläche im Güterverkehrszentrum (GVZ) soll eine Halle entstehen, in der aus China importierte Autoteile zusammengebaut werden. Anfang 2019 sollte mit der Montage der Fahrzeuge begonnen werden. Ob dieser Zeitplan eingehalten werden kann, ist aktuell jedoch fraglich, denn der Verkauf des Areals verzögert sich.

Borgward will in Bremen anfangs keine Autos komplett neu bauen, sondern halbfertige Fahrzeuge und Module aus Asien nach Bremen schicken und hier zusammenbauen. Anfang 2018 wollte die Tochterfirma, die dem chinesischen Lkw-Hersteller Foton gehört, dafür mit der Errichtung der Fertigungsstätte beginnen. 

Der geplante Termin für die Unterschrift unter den Kaufvertrag wurde allerdings verschoben. Für die Verzögerung nennt Borgward-Sprecher Marco Dalan gegenüber unserer Zeitung zwei Gründe. Zum einen befinde sich Eigner Foton derzeit in Gesprächen mit „interessierten Parteien“, also Investoren. Ob es dabei auch um einen vollständigen Verkauf von Borgward gehen könnte, wollte der Unternehmenssprecher am Donnerstag nicht kommentieren.

Keine Zweifel an Umsetzung der Pläne

Zum anderen seien die Verzögerungen in den Genehmigungsprozessen in China für Auslandsinvestitionen begründet. Bei Auslandsinvestitionen ab fünf Millionen US-Dollar, so Dalan, bedürfe es einer speziellen Genehmigung. Nach einem Investitionsboom chinesischer Firmen in Europa und den USA will der Staat mit verstärkten Kontrollen die Einkaufstour heimischer Unternehmen im Ausland begrenzen.

Der Sprecher der Borgward-Gruppe bekräftigt dennoch: „An den grundsätzlichen Planungen hat sich nichts geändert. Daran halten wir fest“, so Dalan. Und weiter: „Wir erwarten, dass die Genehmigung kommt und hoffen, dass es schnell geht.“ Auch im Bremer Wirtschaftsressort sieht man „keinen Anlass, an der Umsetzung der von Borgward beabsichtigten Pläne zu zweifeln“, so Sprecher Tim Cordßen.

Grundstück wird vorbereitet

Wie Juliane Scholz, Sprecherin der Wirtschaftsförderung Bremen (WFB), sagt, werde das Gelände weiterhin planmäßig für den Bau vorbereitet. Auch alle anderen Voraussetzungen würden nach und nach erfüllt, heißt es. Das Grundstück, welches Borgward für einen Betrag im mittleren einstelligen Millionenbereich erwerben möchte, werde von der WFB mit Sand aufgehöht, damit es bebaut werden könne.

Sollte aus dem Grundstücksgeschäft mit der Borgward-Group, die in Stuttgart sitzt, dennoch nichts werden, ließe sich das Areal „aufgrund der insgesamt hohen Nachfrage nach Logistikflächen problemlos anderweitig vermarkten“, so Scholz. Zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses wollte die Sprecherin mit Verweis auf den Autobauer keine Auskunft geben.

Bis zu 50.000 E-Fahrzeuge pro Jahr

Im GVZ will Borgward („Isabella“, „Lloyd“, „Goliath“) die Elektroversion des SUVs BX 7 bauen. In der ersten Baustufe sei eine Fertigung aus halbfertigen Fahrzeugen und Teilmodulen von bis zu 50.000 Fahrzeugen pro Jahr geplant.

Ziel sei es jedoch, je nach Bedarf auf eine Vollproduktion umzusteigen. Neben der Montagehalle sind auf dem Areal eine Teststrecke, ein Auslieferungszentrum und ein Marken-Studio geplant.

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