Fund auf Baustelle in Walle

Evakuierung von 10.000 Menschen abgesagt: Gefundenes Metallteil entpuppt sich als Rohr

  • Marvin Köhnken
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Auf einer Baustelle in Bremen wurde kürzlich ein Metallteil gefunden, bei dem nicht klar war, ob es sich um Sprengstoff handeln würde. Eine große Evakuierung drohte. Doch nun konnte die Polizei Entwarnung geben.

Update vom 2. Juli: Der verdächtige Gegenstand, der bei Bauarbeiten am Osterfeuerberger Ring gefunden wurde, ist ein Pumpenrohr. Das haben die für Sonntag vorbereitenden Arbeiten, mittels einer Grundwasserabsenkung, am Donnerstag ergeben, schreibt die Polizei Bremen in einer Pressemeldung.

Der Kampfmittelräumdienst hatte bereits mit dem notwendigen Abpumpen des Grundwassers begonnen. Dieser Vorgang war frühzeitiger nicht möglich, da es ansonsten zu Verschiebungen im Erdreich gekommen wäre, heißt es vonseiten der Polizei. Eine mögliche Bombe wäre dadurch bewegt worden und hätte auf diese Weise zu einer akuten Gefahr werden können. Der Sprengmeister gab am Donnerstag nun aber Entwarnung. Eine Evakuierung von Anwohnerinnen und Anwohnern am Sonntag sei daher nicht nötig.

Originalartikel vom 30. Juni: Bremen – Ein ungefährliches Metallteil oder eine Bombe? Das ist die Frage, die sich die Experten des Kampfmittelräumdienstes nach einem Fund in Walle stellen. Sollte es sich tatsächlich um eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg handeln, dann müssten etwa 10.000 Menschen evakuiert werden.

Bislang, so am Montag Polizeisprecher Nils Matthiesen, ist soviel klar: Auf einer Baustelle am Osterfeuerberger Ring in Walle wurde bei Sondierungen ein verdächtiger metallischer Gegenstand im Boden entdeckt. Es könnte sich dabei um eine Weltkriegsbombe handeln, sagte der Polizeisprecher.

Möglicher Bombenfund in Walle: Bestätigt sich am Sonntagmorgen, dass es sich bei einem Metallstück um ein gefährliches Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg handelt, müssen etwa 10 000 Menschen evakuiert werden. Das Bild zeigt den der Evakuierungsradius von 300 Metern um die Fundstelle. Foto: POLIZEI BREMEN

Eine mögliche Entschärfung samt weiträumiger Evakuierung ist für Sonntag, 5. Juli, geplant. Genaures wird den Angaben zufolge jedoch erst an dem Tag klar sein. Am Morgen des 5. Juli werden Spezialisten das Metallobjekt freilegen. Noch liegt es in etwa fünf Metern Tiefe. „Sollte es sich um eine Bombe handeln, werden die Anwohner evakuiert“, betonte Matthiesen. Die Polizei bittet schon jetzt alle Bremer aus diesem Bereich, sich darauf einzustellen.

Bei Evakuierung mit Maske in die Halle

Evakuierung – was bedeutet das? Nun, ab 9 Uhr müssten die Menschen ihre Wohnungen verlassen. Sie müssen raus aus dem Sperrkreis, heißt es. Als Aufenthaltsort steht die Messehalle 4 auf der Bürgerweide zur Verfügung. Und in Corona-Zeiten gelten auch hier Hygienemaßnahmen. Erforderlich ist für alle eine Mund-Nase-Bedeckung, und die muss selbst mitgebracht werden. Da offen ist, wie lange die Evakuierungsmaßnahme dauert, sollten gegebenenfalls einzunehmende Medikamente sowie Essen und Getränke mitgebracht werden. In der Halle werden laut Matthiesen die notwendigen Hygienemaßnahmen eingehalten.

Von einer Evakuierung wären nach ersten Schätzungen der Polizei mehr als 10.000 Menschen betroffen. Je nach Größe der Weltkriegsbombe betragen die Evakuierungsradien 300 oder 400 Meter. Näheres dazu kann die Polizei erst sagen, wenn die Experten am Sonntagmorgen das Gelände an der Fundstelle sondiert haben. Alle Gebäude in direkter Umgebung des Fundortes, die Polizei nennt das „innerer Kreis“, müssen evakuiert werden. Im „äußeren Kreis“ um den Fundort dürfen sich während der Entschärfung keine Menschen außerhalb der Gebäude aufhalten. Dieser Bereich kann einen Radius von bis zu 1000 Metern haben.

Während der Entschärfung sollen die Bewohner die Nähe von Fenstern meiden und sich in Gebäudeteilen aufhalten, die abgewandt von der Bombe liegen.

Betroffen von den Maßnahmen sind in jedem Fall die Bahnstrecke zwischen Bremen und Hamburg und der Autobahnzubringer Überseestadt, betonte der Polizeisprecher. Aus diesem Grund könne es am Sonntag ab 7 Uhr auch Einschränkungen und Ausfälle bei Bahnen, Bussen und Straßenbahnen geben.

Infos an der Hotline zur Bombenentschärfung

Wer krank ist und Hilfe braucht, kann sich ab Donnerstag, 2. Juli, unter Telefon 0421/30303 an die Feuerwehr wenden. Aktuelle Infos rund um die Bombenentschärfung gibt es auf der Homepage der Polizei (www.polizei.bremen.de). Am Sonntag schaltet sie ab 8 Uhr ein Bürgertelefon unter 0421/362-3895. Eine Bandansage mit den wichtigsten Infos ist ab sofort unter Telefon 0421/362-4491700 geschaltet.

Von Elisabeth Gnuschke

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