Ihr Bild „Hoffnung“

„Mein Kunst-Stück“ mit Bianka Vahland: Der Blick aufs Wesentliche

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Bianka Vahland mit ihrem Werk „Hoffnung“ – Ausdruck ihrer neuen Sichtweise.

Bremen - Von Ilka Langkowski. „Hoffnung“ heißt Bianka Vahlands Bild, das sie in unserer Serie „Mein Kunst-Stück“ vorstellt. Das große Format in Sand- und Ockerfarben steht für den Beginn einer neuen Sichtweise der Künstlerin, die sich auch auf ihr Schaffen auswirkte.

„Es ist ein sehr reduziertes Bild“, sagt Bianka Vahland, über „Hoffnung“. „Die Reduktion ist etwas, auf das ich immer wieder zurückkomme.“ Sie bedeute, viel zu überlegen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Auf dem 1,30 Meter mal 1,70 Meter großen Acrylbild aus dem Jahr 2001 sieht man angedeutet eine Leiter, die emporführt. Die Idee zum Bild kam Vahland nach der Lektüre des Buches „Ein Kurs in Wundern“. 

Es behandelt Fragen zum Sein, zu unserem Verhalten und zu Gott als Form einer universellen Energie. „Seitdem beschäftige ich mich mit diesen Fragen“, sagt Vahland. Das zeige sich menschlich, aber auch künstlerisch. Sie versucht, Menschen besser zu verstehen, klarer zu denken und zu fühlen. „Je klarer ich selbst bin, desto weniger Hindernisse habe ich in der Malerei und im Leben.“

Die Leiter auf dem Bild stehe für einen Weg, der imaginär noch gar nicht da ist. Erkenntnis über die eigenen Erfahrungen und den eigenen Lebensweg schaffe ein höheres Bewusstsein. Je stärker dieses ist, desto leichter falle das Leben – und desto weniger Ängste habe man. Für diese Hoffnung auf Zufriedenheit steht das Bild. Es ist aus vielen einzelnen Schichten entstanden. Gut anderthalb Monate hat die Künstlerin daran gearbeitet.

Auf die Kunst gekommen ist Vahland durch ihre Mutterzeit. Talent hatte sie schon in der Schule gezeigt. Und eigentlich wollte sie Innenarchitektur studieren, aber ihre Familie riet ihr ab. Sie arbeitete dann im medizinischen Bereich, bis sie für die Kinder zu Hause blieb. Diese Zeit nutzte Vahland, um Malkurse zu besuchen. Doch dabei blieb es nicht. Schließlich absolvierte sie ein Studium der Kunstpädagogik und Kunsttherapie. Besonders intensiv lernte sie im Atelier von der aus Kanada stammenden Bremerin und Kulturpreisträgerin Janet Fruchtmann.

Die künstlerische Arbeit beginnt bei Vahland meist früh am Tag. Das sei am effektivsten, sagt sie. Oft entstünden dann gegen Mittag, wenn sie müde wird, die besten Bilder. Mehrmals in der Woche trifft sie sich mit anderen Künstlern, um nach Modell zu malen. „So erhalte ich mir die zeichnerischen Fähigkeiten, obwohl ich sonst wenig gegenständlich male“, sagt sie.

„Die Herausforderungen des Künstlerlebens bestehen darin, beim Malen immer wieder an und über die eigenen Grenzen hinweg zu gehen“, erklärt Vahland. „Das ist das Ziel.“ Ein anderer Aspekt sei es, Geld zu verdienen. Die Bremerin hat zehn Jahre in Spanien gewohnt. Dort konnte sie von der Kunst leben. Hier sei das anders, sagt sie. Das habe sie früh genug erkannt und sich ein weiteres Standbein geschaffen.

Ob wir Kunst brauchen? – Ja, meint die Malerin. Wirklich gute Kunst habe eine Vorreiterrolle. Sie sollte spüren, was in der Luft liegt und eine Avantgarde bieten, die zum Nachdenken und Überdenken anregt.

Zu den Künstlern, die für Vahland bedeutend sind, zählen Janet Fruchtmann und der Spanier Pablo Picasso (1881 bis 1973). Von Fruchtmann lernte Vahland, dass „man zeichnen kann, auch wenn man nicht zeichnen kann“, indem sie Blindkonturzeichnen übte. An Picasso bewundert die Bremerin dessen Fertigkeiten, die es ihm erlaubten mit vier Strichen einen Stier zu zeichnen.

Wenn Vahland jemandem ein Bild als Botschaft schicken sollte, dann ginge eines aus Anerkennung an Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Sie bringt uns weg von der männlichen Führung. Dabei vereint sie eine eher männlich trockene Art mit weiblichen Eigenschaften.“

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