Hirnforschung an der Uni Bremen auf dem Prüfstand

Bremen: Bleiben die Versuche mit Affen erlaubt?

Im Cognium der Universität Bremen arbeiten Wissenschaftler um Prof. Andreas Kreiter seit vielen Jahren im Bereich der Hirnforschung mit Affen.
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Im Cognium der Universität Bremen arbeiten Wissenschaftler um Prof. Andreas Kreiter seit vielen Jahren im Bereich der Hirnforschung mit Affen.

Seit Jahren gibt es an der Uni Bremen Hirnforschung an Affen. Nun stehen die Tierversuche - mal wieder - auf dem Prüfstand.

Bremen – Die Ansichten zum Thema Forschung an Affen gehen weit auseinander. Kritiker werfen den Forschern Tierquälerei vor, andere zweifeln die Erfolge an. Anders Menschen, die beispielsweise an Parkinson, Alzheimer oder Epilepsie leiden. Sie erhoffen sich durch die Hirnforschung Hilfe. An der Bremer Uni forschen Prof. Andreas Kreiter und sein Team seit 1997 mit Makakenaffen. Die Fortsetzung der Forschung ist ungewiss.

Seit Beginn der Forschung an der Uni sehen sich die Wissenschaftler nicht nur Beschimpfungen, sondern massiven Angriffen ausgesetzt. In der Öffentlichkeit tritt Kreiter (58) kaum noch auf.

Gerichtlich hatte der Neurobiologe zuletzt seine Forschung gegenüber der Genehmigungsbehörde, dem Gesundheitsressort, durchgesetzt. Die dreijährige Erlaubnis läuft nun aus, Kreiter hat im Juli die Fortsetzung seiner Experimente um ein Jahr beantragt. Die Uni steht hinter ihm. Gerade erst wurden in einem Fachmagazin neue Bremer Studienergebnisse zu einer bereits vor längerer Zeit von Kreiters Team entwickelten neuartigen Elektrodenmatte bei neuropsychiatrischen Erkrankungen (zum Beispiel Epilepsie) vorgestellt.

Hirnforschung in Bremen: Kreiters Team entwickelt Elektrodenmatten

Die bislang in der Medizin genutzten Matten könnten nur zeitlich begrenzt eingesetzt werden, heißt es. Bei den Elektrodenmatten aus Bremen sei das Verfahren wesentlich einfacher, die Hirnhaut brauche nicht geöffnet zu werden (wie sonst), die Matten könnten unbegrenzt lange dort verbleiben. Genutzt werden könnten die Matten mit vielen Kontaktpunkten zum Beispiel auch von vollständig gelähmten Patienten, um mit Hilfe von Kommandos aus dem Gehirn Prothesen zu steuern.

Die rot-grün-rote Koalition steht den Affenversuchen ablehnend gegenüber, möchte keine Verlängerung. Kreiters Antrag liegt bei der Gesundheitsbehörde. Diese muss nun prüfen, ob die Hirnforschung an den Makakenaffen weiter genehmigt oder abgelehnt wird. Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) sagte auf Nachfrage: „Tierversuche sind generell kritisch zu sehen. Den aktuellen Antrag prüfen wir intensiv und werden uns zu dem Ergebnis äußern.“ Bei der Bewertung beziehe die Behörde die neue Rechtslage bei Tierversuchen sowohl auf deutscher als auch auf EU-Ebene mit ein. Die Auflagen sind mittlerweile strenger. Womöglich wird es die Freiheit der Wissenschaft diesmal schwer haben.

Bremen: Kritik an Affenversuchen

Wie laufen die Experimente an den Affen ab? Nach Flüssigkeitsentzug werden den Primaten feine Elektroden ins Hirn eingeführt, die die Hirnaktivitäten messen. Dafür wird der Kopf der Tiere fixiert, sie müssen auf visuelle Reize reagieren. Sie bekommen etwas zu trinken, wenn sie die Aufgaben lösen. Es geht dabei um Wahrnehmung im Gehirn. Laut Kreiter, so der Nachrichtendienst epd, bleiben die Tiere mehrere Jahre im Projekt, werden dann eingeschläfert, ihr Gehirn wird untersucht.

Zu den Kritikern gehört der Bremer Tierschutzverein, der von „qualvollen Versuchen“ spricht und tierversuchsfreie Alternativen fordert. Am Donnerstag forderte der Verein „Ärzte gegen Tierversuche“ ein Ende der Hirnforschung an Affen. Der Verein hält die Versuche für „besonders qualvoll und nutzlos für kranke Menschen“.

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