Notfall-Regeln für Busse

BSAG reagiert auf Coronavirus: „Bitte hinten einsteigen“

Kein Zutritt über die vordere Bustür. Foto: KOLLER
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Kein Zutritt über die vordere Bustür.

Bremen - Die Ausbreitung des Corona-Virus hat nun auch erste Auswirkungen auf die Bremer Straßenbahn AG (BSAG). Wie Unternehmenssprecher Jens-Christian Meyer am Donnerstag mitteilte, habe die BSAG bereits erste Maßnahmen ergriffen, um sowohl Fahrgäste als auch das eigene Personal zu schützen. In erster Linie betreffe das neue Sicherheitskonzept Fahrgäste von Bussen im Stadtgebiet.

Ein Ein- und Ausstieg in die insgesamt 220 Busse ist mit Betriebsbeginn am Freitag, 13. März, 3 Uhr morgens, nur noch über die hintere Tür möglich. So soll ein direkter Kontakt zum Fahrer und damit eine mögliche Infektion, vermieden werden. Im Umkehrschluss sind bis auf Weiteres auch keine Fahrkartenkäufe beim Fahrer möglich, sagte Meyer. Man bitte die Menschen, Tickets an Automaten oder Vorverkaufsstellen zu erwerben. Ausschließlich Fahrgäste, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, dürfen über die vordere Tür einsteigen.

Die neue Lage sehe das Unternehmen als „echte Herausforderung“, sagte Meyer. „Paralysiert“ sei man jedoch nicht. Man befinde sich in einer „außerordentlichen Situation“, so der Sprecher weiter, der gleichzeitig betonte, dass die BSAG bereits mit anderen Infektionskrankheiten in der Vergangenheit Erfahrungen gesammelt hätte und so gut vorbereitet sei. Um Busfahrer und Fahrgäste ausreichend zu schützen, werden alle Busse im Kabinenbereich durch ein rotes Absperrband mit entsprechenden Hinweisen versehen. So soll ein Mindestabstand von etwa 1,5 Metern zum Fahrer gewährleistet werden. Gleichzeitig werden die ersten Sitzreihen unmittelbar hinter dem Fahrer für Fahrgäste gesperrt. Für die etwa 160 Straßenbahnen gelten die neuen Regelungen nicht. Dort, so Meyer, seien die Fahrer durch eine geschlossene Kabine getrennt.

Kein Kontakt zum Fahrer: Mit Absperrband soll Abstand zur Kabine hergestellt werden, so Gerd Spanjer.

Zusätzlich sollen alle Fahrzeuge „noch intensiver als sonst gereinigt werden“, sagte BSAG-Werkstattleiter Gerd Spanjer. Dafür verwende das Unternehmen jedoch keine speziellen Desinfektionsmittel, sondern übliche Reiniger. Desinfektionsmittel, so Spanjer, würden die glatten Oberflächen an Haltegriffen oder Stangen aufrauen und so unter Umständen größere Angriffsflächen für Viren bieten. Grundsätzlich, betonte Spanjer, sollten Fahrgäste zudem die Türknöpfe nicht betätigen. Dies würde vom Fahrer an jeder Haltestelle gemacht.

„An normalen Tagen“, so Sprecher Meyer, befördert die BSAG in Bussen und Bahnen etwa 280.000 Fahrgäste. Trotz der voranschreitenden Ausbreitung des Virus verzeichne das Unternehmen jedoch nur „ganz, ganz schwache Einbrüche bei den Fahrgastzahlen“. Von einem „Corona-Knick“ könne nicht die Rede sein. Meyer betonte, dass die ersten Maßnahmen „womöglich nur der Anfang“ seien. Täglich komme beim Unternehmen ein Krisenstab zusammen und bespreche die aktuelle Lage. Bislang gebe es keinen nachgewiesenen Corona-Fall bei der BSAG, der Krankenstand sei „typisch für die Jahreszeit“.

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