Biologe Hans Christian Küchelmann stellt bei „Wissen um 11“ Ergebnisse zur Schaf-Forschung vor

Flauschigen Vierbeinern auf der Spur

+
Hans Christian Küchelmann untersucht mit seinem Team Knochenfunde rund um den Globus, um besser verstehen zu können, wie sich das Schaf zu dem entwickelte, was es heute ist: rundum flauschig.

Bremen - Von Steffen Koller. Vor rund 5 000 Jahren waren sie fast „nackt“ und hatten für die Menschheit nur bedingt einen Nutzen. Doch dies sollte sich schnell ändern, und Schafe wurden zu einem bedeutenden Teil der Menschheit. Hans Christian Küchelmann stellte am Sonnabend im Rahmen der Vortragsreihe „Wissen um 11“ im Haus der Wissenschaft sein neustes Forschungsprojekt vor. Gleichzeitig räumte der auf Archäozoologie spezialisierte Biologe mit einem Mythos auf.

Wer kennt sie nicht, diese Wollknäuel auf vier Beinen. Großmutter strickte damals noch Pullover aus dem Fell der Schafe, die zwar warm hielten, aber auch unglaublich auf der Haut kratzten. Doch wer glaubt, dass Schafe schon immer mit dickem Fellkleid auf unserer Erde lebten, der irrt. „Es ist schlicht falsch, dass es schon immer Wolle gab“, sagte Küchelmann, der momentan mit seinem Team Ausgrabungen rund um den Globus vornimmt. In seinen Studien konnte der Biologe nachweisen, dass Wildschafe vor ihrer Domestizierung durch den Menschen ein normales Fell, gleich einem Hirsch, hatten. Bestand das Haar eines Wildschafes früher aus viel Deckhaar und wenig Wollhaar, hat sich dieses Verhältnis in mehreren Jahrtausenden umgekehrt.

Beeindruckendes Beispiel dafür, dass sich der Mensch im Laufe der Zeit die Wolle zunutze gemacht habe, sei das Neuseeländische Schaf „Shrek“, welches anschaulich beweise, dass Wollhaar kontinuierlich weiter wachse. „Bei Wildschafen war und ist dies nicht der Fall.“ Das Schaf hatte es sechs Jahre lang geschafft, der Schermaschine des Schäfers zu entkommen. Nach sechs Jahren wurde es endlich gefangen. Das Merinoschaf gab sage und schreibe 27 Kilo seines Fellkleides ab. Etwa ab 5000 vor Christus habe die Domestizierung der Wildschafe begonnen, „sehr wahrscheinlich rund um die Region Anatoliens“, berichtete Küchelmann. Im Vergleich zu Pflanzenfasern sei die damalige Produktion sauberer und einfacher gewesen, stellte Küchelmann die Vorteile heraus.

„Doch merkwürdigerweise zeigen unsere Studien, dass im Laufe der Jahrtausende die Produktion von Wolle zwar zugenommen hat, die Anzahl der Schafe sich aber minimierte“, so der Biologe, der anfügt: „Diesen Widerspruch gilt es zu klären.“ Heute spiele das Schaf zur Wollproduktion kaum eine Rolle mehr, meinte Küchelmann. „Kunstfasern sind einfach angesagter.“ Doch für die Landschaftspflege, insbesondere an Deichen, gebe es bislang keinen besseren „Rasenmäher“, ist sich der Schaf-Experte sicher.

Eröffnung der Klostermühle in Heiligenberg

Eröffnung der Klostermühle in Heiligenberg

Arnold Schwarzenegger fährt Elektro-Auto

Arnold Schwarzenegger fährt Elektro-Auto

Abschied von Roman Herzog: "Geschenk für unser Land"

Abschied von Roman Herzog: "Geschenk für unser Land"

Trotz Aus: Großartige Tage für Mischa Zverev in Melbourne

Trotz Aus: Großartige Tage für Mischa Zverev in Melbourne

Meistgelesene Artikel

Polizeieinsatz gegen den Drogenhandel: Kontrolle in Spielothek

Polizeieinsatz gegen den Drogenhandel: Kontrolle in Spielothek

Prozess gegen Ferdi M.: Familie und Kollegen des Opfers berichten

Prozess gegen Ferdi M.: Familie und Kollegen des Opfers berichten

Trotz Vollbremsung keine Chance für das Opfer

Trotz Vollbremsung keine Chance für das Opfer

Marcel Kalz und Iljo Keisse sind die Könige von Bremen

Marcel Kalz und Iljo Keisse sind die Könige von Bremen

Kommentare