Wettbewerb „Landwirt des Jahres“

Bauer Kaemena ist mit Bio-Eis „Snuten lekker“ auf Titelkurs

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Harje Kaemena sitzt – natürlich mit einer Kugel Bio-Eis – vor dem Hofcafé im Blockland. Kaemena steht beim Wettbewerb um den Titel „Landwirt des Jahres“ im Finale.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Harje Kaemena aus dem Blockland kann „Landwirt des Jahres“ werden – er steht beim Wettbewerb um den „Ceres Award“, der als bedeutendster Preis für Landwirte im deutschen Sprachraum gilt, im Finale.

Darüber freut er sich sehr, sagt Kaemena. „,Ceres‘ zeigt, wie vielfältig Landwirtschaft ist.“ Gern hätte er als Familienbetrieb mitgemacht, nicht als Einzelunternehmer – die Kategorie aber gibt es nicht.

So kam der Bremer in der Kategorie „Geschäftsidee“ ins Finale, das 30 von mehr als 180 Bewerbern erreicht haben. Neben dem Titelträger werden am 18. Oktober in Berlin Sieger in zehn Einzelkategorien gekürt. Der Deutsche Landwirtschaftsverlag verleiht den „Ceres Award“ seit fünf Jahren.

Familie Kaemena ist mit Speiseeis aus eigener Kuhmilch dabei – mit dem Bio-Eis „Snuten lekker“, das inzwischen weit über Bremens Grenzen hinaus bekannt ist. Kaemena beliefert 30 Restaurants, Cafés und Naturkostläden in Bremen und der Region damit – und ist zudem mit seinem mobilen Eisverkauf regelmäßig auf Märkten, Messen und Festen präsent. Und im Hofcafé (Adresse: Niederblockland 6) gibt es das Eis natürlich auch.

Vor 17 Jahren stellte Kaemena seinen Hof neu auf

„Nur 100 Meter sind es vom Euter der Kühe bis zur Eismaschine. Da gibt es keine Qualitätsverluste“, loben die Organisatoren des „Ceres Awards“. „Alle Rohstoffe sind aus kontrolliert ökologischem Landbau, Emulgatoren, Konservierungsstoffe oder Farbverstärker gibt es bei den Kaemenas nicht.“

Wie soll es weitergehen? Vor dieser Frage standen die Kaemenas in den Jahren ab 2001. „Der Hof mit 60 Kühen war zu klein, um drei Generationen zu ernähren“, sagt Harje Kaemena. Neue Wege waren gefragt. Kaemena setzte auf den Austausch mit Kollegen. Sich gegenseitig anzuregen, auf Ideen zu bringen – genau das schätzt er auch an Wettbewerben wie dem „Ceres Award“.

Damals war es ähnlich. „Es hat uns sehr geholfen, dass wir uns getraut haben, Kollegen anzusprechen, die im Bereich Direktvermarktung schon unterwegs waren“, sagt Kaemena. Denn Direktvermarktung sollte der neue Weg für den Blocklander Hof sein. 

Mit der Direktvermarktung macht der Hof sich vom Markt unabhängig

Und mit welchem Produkt? Über Medienberichte wurden die Kaemenas auf Kollegen aufmerksam, die etwas Neues probiert hatten: „Guck‘ mal, da ist in Bad Gandersheim einer, der macht Bauernhofeis – fahren wir da mal hin!“

2005 fingen die Kaemenas mit ihrer Eisproduktion an. Im selben Jahr war die Umstellung des Hofs auf Biolandwirtschaft abgeschlossen. Im Sommer öffnete das Café. Die Direktvermarktung ermöglichte zudem eine „gewisse Unabhängigkeit von den Milchpreisen am Markt“. 

Das Geschäft mit dem Eis wuchs Schritt für Schritt. „Wir haben über die Qualität Fans gefunden. Das ist die nachhaltigste Form, einen Kundenstamm zu halten.“

Eis-Fans zahlen auch 1,50 Euro für eine Kugel

2007 stellte Kaemena dann auch die Eisproduktion komplett auf Bio um – begleitet von den entsprechenden Zertifikaten. Bis dahin waren „nur“ Milch, Sahne und Quark Bio-Bestandteile gewesen. Die Bio-Qualität sorgte aber auch für höhere Eis-Preise – nicht zuletzt wegen des vergleichsweise teuren deutschen Bio-Rübenzuckers.

Vor der Preiserhöhung – eine Kugel kostete anfangs 1,20 Euro, inzwischen sind es 1,50 Euro – habe er „große Angst“ gehabt, sagt Kaemena. „Aber unsere Gäste haben das mitgetragen. Mit vernünftiger Kommunikation funktioniert das. Man muss eine möglichst große Transparenz bieten, die Leute an Hof, Konzept und Tun beteiligen.“ 

Heute hat der Hof 75 Kühe. Und etwa 30.000 Kilogramm Eis gehen pro Saison durchs Hofcafé. „Snuten lekker“ ist zur Marke gewachsen.

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