Bildung für die Zukunft

„Europapunkt Bremen“: Ein EU-Informationszentrum im Herzen der Stadt

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Rat und Wissen zu Europathemen: Werkstudentin Natascha Schmitt steht vor dem „Europapunkt Bremen“, der im Haus der Bürgerschaft beheimatet ist. 

Bremen - Der Bremer Jugendring informiert Jugendliche zur Europawahl, auch wenn diese noch nicht wählen dürfen. Das ist Bildung für die Zukunft. Der Ort: das Direktinformationszentrum „Europapunkt Bremen“. Wer etwas zu Europa wissen will, wird hier schlauer. „Wir konnten mit Politikern sprechen. Ich habe viel darüber gelernt, wie Wahlen ablaufen“, sagt Erik (17) aus Bremen. “

Werkstudentin Natascha Schmitt (27) hat gerade mehrere Anfragen von anderen Bürgern beantwortet, die in den „Europapunkt“ gekommen sind. „Einer wollte mehrere Karten mit Wirtschaftskennzahlen haben. Es kommen auch immer Anfragen zur EU-Wahl“, sagt sie.

Im Haus der Bürgerschaft ist der „Europapunkt Bremen“ beheimatet. Und er ist bekannt als ein Ort für praktische Auskünfte, politische Gesprächsveranstaltungen und als eine Art Volkshochschule zu europäischen Themen. Horst Seele-Liebetanz (60) leitet im Ressort der Bevollmächtigten Freien Hansestadt Bremen beim Bund und für Europa, Ulrike Hiller, den „Europapunkt“.

Auch er kann auf praktische Beratungserfahrung zurückblicken: „Eine Frau kam wegen ihrer Tochter. Die arbeitete in Dublin und konnte dort keine Krankenversicherung bekommen“, sagt Seele-Liebetanz. „Wir haben einen Ansprechpartner in Dublin gefunden. Am nächsten Tag hatte die Tochter eine Krankenversicherung.“ Ein anderes Thema: Der Urlaub im europäischen Ausland ist nachhaltig vermiest worden. An wen kann man sich wenden, um Entschädigung zu erhalten?

Informationen zu Bildungsangeboten und Förderungen

Natürlich gibt es auch viele Informationen zu weit positiveren Themen, etwa zu Bildungsangeboten, finanziert aus EU-Mitteln, und auch zur Förderung durch die europäischen Strukturfonds. Wenn eine Frage nicht sofort beantwortet werden kann, wird die Antwort vom Team des „Europapunkts“ recherchiert und kurzfristig per E-Mail übermittelt.

Zudem wird im seit 2007 betriebenen „Europapunkt Bremen“ leidenschaftlich diskutiert. Als Beispiel nennt Seele-Liebetanz die Themen „Außengrenzen“ und „Asylpolitik“. Besonders gut ist Seele-Liebetanz eine Diskussion von Vertretern des Vereins „Pro Asyl“ und der europäischen Grenz- und Küstenwache „Frontex“ in Erinnerung geblieben. Trotz der kontroversen Diskussion gelang es dem Team des „Europapunkts“, sachliche Informationen zu liefern und im Streit zu vermitteln. „Beide Seiten bestätigten am Ende, dass die Leute vor Ort das Mögliche machen. Die Kritik ging an die Politik“, berichtet Seele-Liebetanz.

„Bremer insgesamt sehr pro-europäisch eingestellt“

„Wir haben etwa 8.000 Besucher im Jahr. Damit sind wir gut ausgelastet. Bei vielen Veranstaltungen und Aktivitäten arbeiten wir eng mit zivilgesellschaftlichen Akteuren zusammen“, sagt Seele-Liebetanz. Und weiter: „Die Bremer insgesamt sind schon sehr pro-europäisch eingestellt. Sie sehen, dass wir als kleinstes Bundesland viel Unterstützung aus den EU-Strukturfonds bekommen, etwa für Bildung und Forschung und für zukunftsfähige Betriebe.“ Europapolitik und Landespolitik seien eng verzahnt. Die Menschen in Bremen und Bremerhaven würden zudem verstehen, dass „wir in Sachen EU-Politik an einer Wegscheide stehen“. Es gehe um nicht weniger als die Frage, in welchem Europa die Menschen leben wollen. „Wir versuchen, für alle Fragen offen zu sein und Bürger in allen Lebenslagen über Europa zu unterrichten“, betont Seele-Liebetanz.

Ein großes Thema ist daher, die Wahlbeteiligung bei der Europawahl am 26. Mai zu erhöhen. Bis zum 24.  Mai hat die Landeszentrale für politische Bildung einen analogen „Wahl-O-Mat“ im „Europapunkt“ aufgestellt.

Anlaufstelle für praktische Fragen

Der „Europapunkt Bremen“ ist eines von 47 Direktinformationszentren in Deutschland, 450 gibt es in Europa. Er wird von einem Team der Bevollmächtigten beim Bund, für Europa und Entwicklungszusammenarbeit betrieben. Der „Europapunkt Bremen“ wird jährlich mit 39 000 Euro von der Europäischen Kommission unterstützt. 2007 vom damaligen Präsidenten der Europäischen Kommission, dem Portugiesen Manuel Barroso, eröffnet, ist er Anlaufstelle für praktische Fragen zu verschiedensten Aspekten des Lebens in der EU sowie über allgemeine Information zu der Staatengemeinschaft. Adresse: Am Markt 20. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 12 bis 17 Uhr. Infos unter: www.diebevollmaechtigte.bremen.de unter dem Menüpunkt „Europa“.

Für die Zeit der Sanierungsarbeiten im Haus der Bürgerschaft zieht der „Europapunkt Bremen“ ab 13. Juni in die Carl-Ronning-Straße 2, direkt gegenüber dem Bürgerservice-Center Mitte.

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