Umland-Publikum im Fokus

Bier, Kaffee und Silber: Union-Brauerei expandiert nach Bremen-Hemelingen

Blick in die Zukunft: Visualisierung aus dem Architekturbüro – mit einer Darstellung des zukünftigen „Innenlebens“ im Union-Bereich auf dem Areal der Wilkens-Silbermanufaktur in Hemelingen.
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Blick in die Zukunft: Visualisierung aus dem Architekturbüro – mit einer Darstellung des zukünftigen „Innenlebens“ im Union-Bereich auf dem Areal der Wilkens-Silbermanufaktur in Hemelingen.

Ein Erfolgskonzept soll fortgeschrieben werden – die Bremer Union-Brauerei ist auf Expansionskurs. Und setzt dabei erneut auf eine historische Location mit ganz viel Tradition. Und Umland-Nähe.

Bremen – Bier und Kaffee kommen nicht ins, sondern zum Silber – die Bremer Union-Brauerei expandiert nach Bremen-Hemelingen und hat dabei auch das Umland-Publikum im Blick. Im historischen Gebäude der anno 1810 gegründeten Wilkens-Silbermanufaktur entsteht ein weiterer Braustandort des Waller Unternehmens.

Und zwar wie an der Theodorstraße in Walle, sprich: mit allem, was dazugehört. Im Bereich von Hemelinger Bahnhofstraße und Godehardstraße sind Restaurant, Veranstaltungsräume und ein Biergarten geplant. Hinzu kommt ein neuer, erweiterter Standort der Union-Kaffeerösterei. Auch Kulturveranstaltungen sind denkbar.

Investor Lüder Kastens hofft, im Mai mit den Arbeiten beginnen zu können. Die Baugenehmigung liegt noch nicht vor. Aber: „Das betrachten wir mal ganz locker als Formalität.“ Wie lange wird die Umgestaltung dauern? „Wenn wir im Herbst 2022 fertig sind, wären wir froh“, sagt Kastens, der das gesamte Areal gekauft hat. Wie hoch ist die Investition? „Es geht in Richtung eines zweistelligen Millionenbetrags.“

„Gute Anbindung für Besucher aus dem Umland“

Für den Projektentwickler und Architekten ist der Standort ideal: „Hemelingen gehört zu den interessantesten Stadtteilen in Bremen und hat ein großes Potenzial für unsere Genuss- und Erlebniswelt“, sagt er. Und: „Aber auch für Besucher aus dem Umland und Touristen ist die Anbindung - insbesondere mit öffentlichen Verkehrsmitteln - optimal.“ Bahnhof und Bushaltestelle liegen in in der Nähe. Gäste aus dem Umland – etwa aus Achim – könnten auch per Rad kommen.

Blick auf die historische Fassade.

Auf dem Wilkens-Areal werden die Union-Unternehmen etwa 3000 bis 4000 Quadratmeter für Produktion und Gastronomie nutzen. Wilkens bleibt als Mieter auf 4000 bis 5000 Quadratmetern. Kooperationen sind geplant – erst Kaffeesieren, dann Silbermanufaktur besichtigen. Erlebnisgastronomie mit dem Charme von Tradition und Authentizität.

„Es bietet sich ein schöner Mix aus handwerklicher Tradition mit den teils unter Denkmalschutz stehenden Prägemaschinen der Wilkens-Silberwaren und den neuen Techniken der Bier- und Kaffeeproduktion. Bei Führungen, Seminaren und weiteren Veranstaltungen können alle Produktionsverfahren gezeigt werden“, heißt es.

Regionale Küche und frisch gebrautes Bier

Kastens hat in Walle die alte Union-Brauerei wiederbelebt und damit eine starke Marke im Craft-Bier-Markt geschaffen. Und einen Anziehungspunkt für den Stadtteil. Ebenso soll es nun in Hemelingen laufen. Die Union-Biere für das Restaurant werden „vor Ort gebraut“, hieß es am Freitag bei der Präsentation der Pläne. Und: „Passend zum frischen Bier bietet das Restaurant eine moderne, regionale und saisonale Küche. Die Veranstaltungsräume werden auf vielfältige Möglichkeiten für private Feiern, Musikveranstaltungen und Firmen-Events ausgelegt.“ Kastens: „Unser Konzept in Walle hat sich in den fünf Jahren seit der Eröffnung sehr erfolgreich bewährt und wird nun vom Bremer Westen auf den Bremer Osten übertragen und erweitert.“

Blick in eine der Wilkens-Hallen. Hier soll es in Zukunft Bier, Kaffee und Veranstaltungen geben.

Rückblende. Im Sommer 2014 hatte Kastens angekündigt, das Quartier rund um die historische Union-Brauerei im Osterfeuerbergviertel zu revitalisieren. Um Handwerkskunst und Denkmalschutz, Genuss und Stadtentwicklung miteinander zu verbinden. Das 8000 Quadratmeter große Union-Areal wurde wieder zum pulsierenden Herzen des Waller Quartiers – mit Anziehungskraft über Bremen hinaus.

Der Trend geht in Richtung Vielfalt

Die alte Union-Brauerei war 1968 geschlossen worden, heißt es im „Großen Bremen-Lexikon“ des Historikers Herbert Schwarzwälder (1919 bis 2011). Es war eine andere Zeit. Der Trend ging damals nicht in Richtung Vielfalt. Stattdessen verstärkte sich die industrielle Lebensmittelproduktion. Das Brauereigebäude wurde zur Lagerfläche. Eine Spedition zog ein. Ein Weinhandel kam, eine Metallwerkstatt, eine T-Shirt-Firma. Dann, ab 2015, endlich wieder: Bier. Bier für eine Zeit, die handwerkliche Braukunst wieder zu schätzen weiß. Bier-Vielfalt ist wieder buchstäblich in aller Munde.

Für die Expansion hat Kastens nach einem historischen Gebäude gesucht. „Wir wollten in keinen Neubau rein.“ Nun will er loslegen, das ist zu spüren. „Wir stehen im Biergarten“, sagt er am Freitag beim Rundgang auf dem Wilkens-Areal. Noch liegen da Steinstapel, Paletten und ausrangierte Möbel stehen herum. Dass sich das nun bald ändern soll, freut auch die Politik – gerade für das mit Gastronomie- und Kulturangeboten nicht gerade übersättigte Hemelingen. „Dieses Vorhaben kann ein Schlüsselprojekt in der Entwicklung von Hemelingen werden“, sagt beispielsweise der SPD-Abgeordnete Falk Wagner.

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