Letzte Chance zur Besichtigung: Fregatte „Bremen“ lädt Bürger an Deck ein

Bier, Brause, Bockwurst

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Großer Andrang beim „Open Ship“: Schlange stehen an der schmalen Gangway. ·

Bremen - Von Corinna LaubachEines ist bereits beim Gang auf die Pier überdeutlich: Dieses Schiff übt auf die Menschen eine große Faszination aus. Dabei ist die Fregatte „Bremen“ weder besonders schön im Vergleich zu den schmucken Drei-Mast-Barken noch immens imposant. Dennoch: Bevor der Besucher gestern zum „Open Ship“ auch nur einen Fuß auf das Oberdeck setzen kann, heißt es erst einmal brav Schlange stehen an der schmalen Gangway.

Unten angekommen, steht der Hauptgefreite Tom Dieckmar. Auf seinem Stehpult liegt ein aufgeschlagenes Heft, sorgsam führt er Strichliste über die Besuchermassen. Bereits eine knappe halbe Stunde nach Schiffsfreigabe tummeln sich überall Zivilisten auf dem Kriegsschiff. Vorn am Bug werden die Torpedo-Waffensysteme und die „OTO Melara“ bestaunt. Letztere ist eine Waffe, die innerhalb einer Minute bis zu 100 Schuss abfeuern kann. „Mensch, Opa, das sind ja sooo viele“, sagt der kleine Jan-Hendrik. Der Sechsjährige versucht an den Fingern abzuzählen, wie viele Schuss das wohl sein mögen. So wie der kleine Junge aus Findorff sind etliche Großeltern samt Enkel an Bord unterwegs, aber auch Jugendliche auf schwindelerregenden Stilettos und Damenkränzchen im gesetzten Alter laufen über das Schiff, das einen Duft von Maschinenöl verströmt. „Na ja, jetzt haben wir das auch mal gesehen“, sagt Elvira Kleye zu ihrer Freundin Rosemarie Fries und lacht. Warum sie gekommen sind? „Einmal wollten wir auch das Schiff ansehen, von dem man so viel in den Nachrichten hört“, sagen sie.

Und das wollen offenbar viele. Dieckmars Strichliste füllt sich im Minutentakt. In Bremerhaven waren es vor kurzem gut 1 200 Besucher pro Tag, berichtet der Hauptgefreite. Seit April 2012 zählt er zur etwa 220 Soldaten umfassenden Crew auf der Fregatte „Bremen“. Auch am Pier 2 in Gröpelingen rechnet er mit einer ähnlichen Besucherschar. Noch heute, Mittwoch, können alle Interessierten von 13 bis 16 Uhr einen Rundgang über das 130,5 Meter lange Marineschiff machen.

Für das Schiff, das an vielfältigen Einsätzen wie dem Kampf gegen die Piraterie vor der Küste Somalias teilgenommen hat, hat die Stadt Bremen 1982 die Patenschaft übernommen. Während Kapitän Ingolf Schlobinsky gestern zum Senatsempfang im Rathaus geladen war, durften die Besucher auf dem schiffseigenen Hubschrauberlandeplatz bei Bier, Brause und Bockwurst aufs Wasser schauen. Morgen läuft die Fregatte letztmals von Bremen aus. Um 10 Uhr legt das Schiff an der Kaimauer ab. Sicher werden sich viele Schaulustige einfinden, die der alten Schiffsdame zuwinken. Im Frühjahr 2014 stellt die Bundesmarine die Fregatte außer Dienst.

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