Arbeitsagentur und Kammer legen Ausbildungsbilanz vor / Mehr Angebote

168 Bewerber gehen leer aus

Bremen - 197 Lehrstellen sind bis Ende September in Bremen unbesetzt geblieben, 168 Bewerber leer ausgegangen. Das geht aus der Ausbildungsbilanz hervor, die Arbeitsagentur, Handelskammer und Handwerkskammer gestern präsentierten.

Den Angaben zufolge sind im abgelaufenen Geschäftsjahr 3 958 Ausbildungsplätze bei der Agentur für Arbeit (1. Oktober 2012 bis 30. September 2013) „zur Besetzung gemeldet worden“. Das waren 355 (9,9 Prozent) mehr als im Vorjahr. Für 197 Lehrstellen wurde kein passender Bewerber gefunden, das waren neun weniger als ein Jahr zuvor. In den Markt drängten 3 319 junge Leute, 200 (6,4 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Unversorgt blieben 168 Bewerber, 72 oder 75 Prozent mehr als im vorigen Geschäftsjahr. Bis zum Ende des Jahres werde nun alles daran gesetzt, offene Stellen zu besetzen und Lösungen für bislang erfolglose Bewerber zu finden, sagte der Chef der Agentur für Arbeit im kleinsten Bundesland, Götz von Einem.

Er resümierte: „Im Ergebnis zeigt sich für die Stadt Bremen, dass der Marktausgleich zu einem hohen Anteil gelungen ist. Auf der Ebene des einzelnen Jugendlichen und des einzelnen Unternehmens gibt es aber erhebliche Schwierigkeiten hinsichtlich der gegenseitigen Erwartungen und Interessen.“

Als stabil bewertet Frank Dieter Lutz, Referent im Geschäftsbereich Aus- und Weiterbildung der Handelskammer, die Lage auf dem Ausbildungsmarkt. Die Zahl der neu eingetragenen Ausbildungsverhältnisse bei der Handelskammer liege bei 3 126 Verträgen. Dies seien vier Prozent weniger als im Vorjahr. „Dieser prozentuale Rückgang deckt sich mit dem Rückgang auf Bundesebene“, sagte Lutz. Und weiter: „Die hohe Zahl der Studienanfänger, auch die der Studenten in dualen Studiengängen, sowie demographische Entwicklungen werden die Zahl der Neueintragungen in Zukunft geringer werden lassen.“

Bei der Handwerkskammer wurden 1 035 neue Lehrverträge abgeschlossen, 31 (drei Prozent) mehr als vor einem Jahr. Positiv habe sich vor allem die Situation in Bremerhaven erweisen, sagte Angelika Pfeifer, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der Kammer. In der Stadt Bremen lag die Zahl der neuen Lehrverträge mit 793 auf Vorjahresniveau (791). · je

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