Kunststipendiat Mehmet Murat Günez

„Bestseller“ im Parlamentsflur

+
Kunst trifft Politik: Stipendiat Mehmet Murat Günez im Gespräch mit Bürgerschaftspräsidentin Antje Grotheer. Im Haus der Bürgerschaft sind aktuell Bilder aus der Serie „Bestsellers“ zu sehen.

Bremen - Von Steffen Koller. „Nichts verbindet die Menschen so tief wie die Kunst...“, sagte bereits der russische Erzähler Maxim Gorki. Und frei nach diesem Motto vergibt die Bremische Bürgerschaft in Kooperation mit der Bremer Heimstiftung seit 2004 jährlich mehrere Stipendien an Künstler aus aller Welt. Seit Februar weilt der türkische Maler Mehmet Murat Günez in der Hansestadt – am Montag hat er ausgewählte Werke im Haus der Bürgerschaft vorgestellt.

In Karaman geboren und in Izmir aufgewachsen, studierte Mehmet Murat Günez dort an der Dokuz Eylul Universität Malerei, Kunst und Design. Bereits kurz nach seinem Masterabschluss gewann Günez den Preis der unabhängigen Istanbuler Künstlervereinigung und machte sich 2018 auf den Weg nach Bremen. 

„Eigentlich“, so berichtete Kuratorin Katerina Vatsella am Montag, sei Günez „ein Spezialfall“, denn er hatte sich bereits 2017 für ein Stipendium in Bremen beworben, doch durch die hohe Anzahl an Interessenten keinen Platz bekommen. Also bewarb sich der heute 30-Jährige erneut – und wurde genommen. Für Vatsella „einfach wunderbar“. Mit seiner „stark architektonischen Ausrichtung“ nehme der Maler Bezug auf bereits vorhandene Strömungen und Künstler, schaffe aber dennoch einen ganz eigenen Stil, so Vatsella.

In seiner im Haus der Bürgerschaft ausgestellten Serie „Bestseller“ habe Günez recherchiert, welche Werke in den vergangenen Jahrzehnten „am berühmtesten, teuersten, beliebtesten“ waren, die Bilder mehrfach ausgedruckt und übereinandergelegt – bis ganz andere Bilder entstanden, erklärte der Künstler, der bereits mit seinem Kollegen Ziyafettin Oguz einen Fahrradtunnel an der A 27 zwischen der Vahr und Oberneuland gestaltet hat. Entgegen der typischen Reaktion der Betrachter, die „gleich etwas Gegenständliches in meinen Bildern zu finden versuchen“, geht es Günez vielmehr darum, seine Werke als Ganzes zu entdecken und zu erleben, sagte er.

Bürgerschaftspräsidentin Antje Grotheer zeigte sich wie eine Handvoll Besucher, die zur Vorstellung gekommen waren, begeistert. Grotheer meinte: „Er ist eine Bereicherung für Bremens Kunstszene.“ Als Vertreter der Stadt sei man stolz darauf, „so tolle Sachen zeigen zu können“ und damit auch die Verbindung zu Bremens Partnerstädten zu stärken. Eine Besucherin befand, Günez – der seit 2018 an der Hochschule für Künste (HfK) ein Anschlussstudium macht – zeige „so viel Mut, etwas ganz Neues zu machen“.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Brokser Heiratsmarkt - Freitagnacht

Brokser Heiratsmarkt - Freitagnacht

Wahl zur Miss Brokser Heiratsmarkt

Wahl zur Miss Brokser Heiratsmarkt

Massendefekt und Co. beim Reload - Fotos vom Samstagnachmittag

Massendefekt und Co. beim Reload - Fotos vom Samstagnachmittag

Hüttenfest bei Arcelor Mittal

Hüttenfest bei Arcelor Mittal

Meistgelesene Artikel

Tauschen statt kaufen: „Fairtauschen“ setzt auf Konsum ohne Gewissenbisse

Tauschen statt kaufen: „Fairtauschen“ setzt auf Konsum ohne Gewissenbisse

Aufbau in zwei Wochen: Grundsteinlegung für erstes Holz-Hybrid-Haus

Aufbau in zwei Wochen: Grundsteinlegung für erstes Holz-Hybrid-Haus

12.000 Zuschauer feiern auf der Bürgerweide ab

12.000 Zuschauer feiern auf der Bürgerweide ab

Plötzlich ein Greis - Reporter im Selbstversuch

Plötzlich ein Greis - Reporter im Selbstversuch

Kommentare