Berauscht am Steuer

Neuenlander Straße: Polizei-Großaufgebot kontrolliert Autofahrer auf Drogen

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Die Polizisten Tobias Hallstein und Eva Voßmerbäumer testen bei einer Großkontrolle in der Neustadt die Reaktionsfähigkeit eines Autofahrers. Die Vortests sind „auffällig“, doch letztlich ist alles ok. Der Mann darf weiterfahren.

Bremen - Von Steffen Koller. „Führerschein und Fahrzeugpapiere, bitte“: Die Bremer Polizei hat am Mittwochnachmittag eine großangelegte Drogenkontrolle im Straßenverkehr durchgeführt. 150 Beamte aus Bremen und anderen Bundesländern waren unter anderem an der Neuenlander Straße in der Neustadt im Einsatz. Mit Erfolg, wie bereits die ersten Stunden zeigten.

Ein geschulter Blick, eine Durchsage per Funkgerät – und schon winkt ein Polizist einen 23-jährigen Autofahrer aus dem Verkehr. Bereits wenige Sekunden, nachdem der junge Mann aus seinem Wagen steigt, fällt den Beamten auf, dass der Fahrer „wie Espenlaub zittert“. Die Augenlieder zucken, Finger, ganze Hände vibrieren. Vor Angst? Scheinbar, denn die ersten Vortests bestätigen den Verdacht auf Drogenkonsum.

Nach einem Urin-Schnelltest wird schnell klar: Der Mann hatte in jüngster Zeit Kontakt zu Betäubungsmittel. Die Kontrollstreifen sagen den Beamten – die vom Zoll, Zivilfahndern und Ärzten unterstützt werden: Der Mann hat Cannabis geraucht. Mindestens 500 Euro Strafe wird er nun zahlen müssen. Ob er seinen Führerschein behalten darf, bleibt offen. „Das entscheiden wir nicht. Das prüft die Führerscheinstelle“, erklärt ein Polizist. Für heute ist die Fahrt für den 23-Jährigen in jedem Fall beendet.

Weiterfahren kann hingegen ein anderer Autofahrer. Der Mann, der gerade von der Arbeit komme und deshalb einen gestressten Eindruck mache, ist letztlich „negativ“. Keine Drogen, kein Alkohol, die Fahrt kann fortgesetzt werden. Wenige Minuten vorher sah es für die Beamten Eva Voßmerbäumer aus Bremen und ihren hessischen Kollegen Tobias Hallstein noch anders aus. Während verschiedener Tests, die Aufschluss über Reaktionsfähigkeit oder dem Abschätzen von Zeitspannen geben sollen, sei der Mann „auffällig“ gewesen, sagt Hallstein. Letztlich war es wohl nur die Aufregung, die den Mann verdächtig erschienen ließ.

Während Tobias Hallstein und Eva Voßmerbäumer den Autofahrer, der es übrigens „sportlich“ nimmt, kontrolliert worden zu sein, wieder fahren lassen, hieß es bereits am Dienstag für mehr als 40 Autofahrer: „Die Weiterfahrt wird hiermit untersagt.“ Zwei Kontrollstellen hatten die Beamten im Bremer Stadtgebiet errichtet. Von insgesamt 580 angehaltenen Fahrzeugen wurde bei 41 Fahrern eine Blutentnahme angeordnet.

„Blutentnahmen werden nur durchgeführt, wenn der Urintest bereits angeschlagen hat“, sagt Hallstein und deutet an, dass man „sehr sicher“ sei, dass diese Fahrer unter Drogeneinfluss standen. Bereits im vergangenen Jahr führte die Polizei mit einem Großaufgebot Kontrollen durch. Die Bilanz eines Einsatztages 2017: Jeder Zehnte kontrollierte Fahrer war mit Drogen im Blut unterwegs. Eine „echt erschreckende Bilanz“, wie es damals hieß. An dieser Einschätzung hat sich leider für die Polizei nicht viel geändert.

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